Kliniken AG: Kein Fehler des Arztes
Reaktion

Bild: stg
Lokales
Kemnath
22.08.2014
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Rita Stadler, Pressesprecherin der Kliniken Nordoberpfalz AG, rechtfertigt gegenüber dem "Neuen Tag" die Vorgehensweise des Arztes in Kemnath und meint: "Roland Bayer ist im Wartebereich der Kemnather Notaufnahme nicht vergessen worden." Der diensthabende Arzt habe dagegen die Situation realistisch und als nicht akut eingeordnet.

Deswegen kümmerte er sich weiter um den Notfall, der mit einer stark blutenden Wunde vor Bayer eingeliefert wurde. "Wer weiß, wie es in einer Notaufnahme zugeht, ordnet 30 Minuten Wartezeit als normal und Regelfall ein."

Im Sinne des Patienten

Bei der Untersuchung Bayers stellte der "erfahrene Chirurg und Anästhesist" fest, dass die Ausstattung des Kemnather Krankenhauses für eine angemessene Behandlung aufgrund der komplizierten Vorgeschichte nicht ausreicht. "Sicherlich wäre der vollkommen korrekte Weg gewesen, den Patienten in Kemnath aufzunehmen und anschließend nach Weiden zu verlegen", sagt Stadler. Der Arzt jedoch handelte "ganz im Sinne des Patienten" und empfahl ihm, selbst nach Bayreuth, "die nächstgelegene höhere Instanz", zu fahren.

"Ich will nicht ausschließen, dass die Worte 'Wir haben uns nie gesehen, fahren Sie nach Bayreuth' gefallen sind. Jedoch verweigerte der Arzt nicht eine Behandlung, sondern wollte dem Patienten eine weitere Wartezeit ersparen und verwies ihn ins nächste Krankenhaus, das seine Beschwerden behandeln kann", rechtfertigt Stadler das Vorgehen. Da Roland Bayer und seine Frau daraufhin sehr explosiv und aggressiv reagierten, sei es nicht gelungen, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und ihnen die Beweggründe für die Entscheidung des Arztes zu verdeutlichen.

Richtige Diagnose

Als Bayer vom Parkplatz aus die Rettungsleitstelle anrief, informierte diese das Kemnather Krankenhaus, woraufhin der Chefarzt, der den Fall nicht kannte, ihn untersuchen wollte. Dies habe der Patient jedoch abgelehnt. "Dass der diensthabende Arzt die Beschwerden Bayers richtig einordnete, verdeutlicht die Tatsache, dass er in Weiden erst zwei Tage später operiert wurde."

BRK-Fahrer im Visier

"Roland Bayer war nicht der zweite Patient des Abends, der in Kemnath abgelehnt wurde." Dass ein Rettungswagen-Fahrer dies behauptet, macht die Pressesprecherin sauer. "Es gab am Nachmittag einen Notfall, bei dem die Notärzte noch am Einsatzort mit dem diensthabenden Arzt im Kemnather Krankenhaus absprachen, dass ein sofortiger Transport nach Weiden nötig ist", erklärt Stadler. Sollte der Fahrer des Rettungswagens diesen Fall tatsächlich als "Kemnather Weigerung" dargestellt haben, sei dies schlicht unprofessionell. "Dazu sind jedoch weitere interne Ermittlungen nötig."
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