22.06.2013 - 00:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Liane Preininger beleuchtet bei den Senioren das Leben von Ehrenbürger Kardinal Aloysius Muench Wurzeln in Kemnath nicht vergessen

Liane Preininger stellte beim Seniorenclub den Kemnather Ehrenbürger Kardinal Muench vor. Bild: jzk
von Josef ZaglmannProfil

Mit einer interessanten Powerpoint-Präsentation stellte Liane Preininger beim Seniorenclub im Kormannsaal den amerikanischen Kardinal Aloysius Muench vor. Schnell wurde klar, dass dieser hohe geistliche Würdenträger eng mit der Geschichte der Stadt Kemnath verbunden ist. Seine Mutter Theres Krauß, die "Pinzerbeckn-Resl" stammte aus Kemnath.

Zur 700-Jahr-Feier der Stadt im Jahre 1950 zelebrierte Muench am Patroziniumstag in der Stadtpfarrkirche ein feierliches Pontifikalamt. Im gleichen Jahr wurde er zum Ehrenbürger von Kemnath ernannt. Später wurde hier eine Straße nach ihm benannt.

"Aloysius Joseph Muench wurde am 18. Februar 1889 in Milwaukee im amerikanischen Bundesstaat Wisconsin geboren", erzählte Preininger. Seine Eltern waren die deutschen Einwanderer Joseph Muench aus St. Katharina im Böhmerwald und die 1868 in Kemnath geborene Bäckerstochter Theres Krauß. Beide lernten sich in Milwaukee kennen, heirateten 1888 und bekamen sechs Kinder. Ihr erstes Kind Aloysius kam 1889 zur die Welt.

Studium in Europa

Als kleiner Junge musste er früh um 5 Uhr die Zeitung "Milwaukee Herald" austragen. Sie erschien in deutscher Sprache, weil die Stadt Milwaukee damals eine deutsche Hochburg war. Nach seinem Theologiestudium wurde Aloysius Muench 1913 für das Erzbistum Milwaukee zum Priester geweiht. Nach dem Ersten Weltkrieg kam er nach Europa, studierte an den verschiedenen Universitäten und beendete 1921 sein Doktoratsstudium. "Man erzählt sich, dass er im Jahr 1923 in Kemnath auf der Suche nach seinen familiären Wurzeln war", berichtete Preininger.

1935 wurde er zum Bischof von Fargo im amerikanischen Bundesstaat North Dakota ernannt. 1939 besuchte er mit seiner Mutter Kemnath.

Seit 1946 war Aloysius Muench als Apostolischer Visitator und Leiter der Päpstlichen Mission für die Flüchtlinge in Deutschland tätig. Sein Seelsorge-Auftrag umfasste die Betreuung der Geflüchteten und Vertriebenen aus Osteuropa. Durch seine guten Kontakte in die USA konnte er bis 1949 den Transport von rund 950 Hilfsgüterwaggons nach Deutschland organisieren.
1950 wurde Aloysius Muench Erzbischof. Ein Jahr später ernannte ihn Papst Pius XII. zum Apostolischen Nuntius in der Bundesrepublik Deutschland. Das Bistum Fargo behielt er während dieser Zeit bei. 1951 war er bei der Seligsprechung von Papst Pius X. in Rom dabei, ebenso bei dessen Heiligsprechung 1954. Ein Jahr später verstarb seine Mutter. Ihr Sohn zelebrierte in Bonn für sie die Totenmesse.

1959 verabschiedete sich Muench nicht nur als Nuntius aus Deutschland, sondern verzichtete auch auf das Bistum Fargo. Daraufhin wurde er noch am gleichen Tag zum Titularerzbischof von Selymbria in der Türkei ernannt. Im gleichen Jahr nahm ihn Papst Johannes XXIII. in das Kardinalskollegium auf. Muench war somit der erste Amerikaner mit Sitz und Stimme in der römischen Kurie.

Grab in Fargo (USA)

Der damalige Bundespräsident Theodor Heuss zeichnete ihn 1957 mit dem Großkreuz der Bundesrepublik Deutschland aus. 1962 verstarb er in Rom drei Tage vor seinem 73. Geburtstag an den Folgen der Parkinsonschen Krankheit. Es war sein Wunsch, auf dem Heilig-Kreuz-Friedhof in Fargo beerdigt zu werden.

Einige Zuhörer konnten sich noch an den Besuch des Kardinals vor 63 Jahren in Kemnath erinnern. Sie waren von ihm sehr beeindruckt. Zweiter Bürgermeister Josef Krauß dankte Liane Preininger mit einem Präsent.

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