Pfarrer Edmund Prechtl über Bedeutung von Glaube, Gebet und Buße - Innere Heilung vollziehen
Fasten schafft Platz für wesentliche Dinge

Lokales
Kemnath
23.04.2013
2
0
"Der Glaube will uns zu den Grundwurzeln unseres Lebens zurückführen", begann Pfarrer Edmund Prechtl seinen Vortrag beim Seniorentreff im Pfarrheim. Der Glaube wolle befreien, denn "nur als befreite Menschen können wir wirklich leben".

In der Fastenzeit lade die Kirche zu Fasten, Gebet, Almosen geben und zur Buße ein. "Das bedeutet aber nicht, dass uns alles verboten und unser Leben beschnitten wird", betonte der Geistliche. Fasten bedeute vielmehr Befreiung vom Ballast, womit aber nicht das Körpergewicht gemeint sei. Es bedeute vielmehr Befreiung von überflüssigen Dingen, die wir besitzen, von zu vielen Terminen. Nicht die Dinge sollen über mich bestimmen und mich gebrauchen, sondern ich gebrauche die Dinge und bestimme darüber, führte der Pressather Pfarrer aus. "Wenn ich etwas weglasse, dann wird Platz für andere, wesentlichere Dinge." Fasten sei zudem ein gutes Mittel gegen Habsucht und Gier. Es weise darauf hin, dass wahre menschliche Größe in den Bereichen jenseits egoistischer Bestrebungen und Triebe liegt.

Zu keiner Zeit allein

"Das Gebet befreit mich vom Alleinsein", so Prechtl weiter. Es mache bewusst, "dass ich zu keiner Zeit meines Lebens allein bin". In allen Lebenssituationen dürfe man sich an Gott wenden und mit ihm wie mit einem guten Freund sprechen. Das Gebet überwinde Distanz, denn es verbinde die Menschen überall auf der Welt. "Beim Beten muss ich nichts leisten und brauche nichts tun. Ich darf einfach vor Gott da sein. Beten ist schön", beteuerte der Geistliche.

"Wenn ich Almosen gebe, dann sehe ich, dass ich ein Gemeinschaftswesen bin", war eine weitere These. Hilfe, die man gebe, bekomme man immer zurück. Alles, was man teile, werde dadurch nicht weniger, sondern mehr.

Die Buße bezeichnete Prechtl als Befreiung vom Bedrückenden. Viele Menschen erachteten die Beichte als nicht mehr notwendig. "Ich habe nichts Schlimmes angestellt" argumentierten sie. Dabei werde vergessen, dass Gott die Macht habe, Sünden zu vergeben und so eine innere Heilung zu vollziehen. "Die Beichte ist ein Geschenk", betonte Prechtl. Gott lade ein, alles Falsche und Verkehrte bei ihm abzuladen. Er schenke dem Menschen immer wieder einen neuen Anfang.

"Buße will uns helfen, wieder auf Gottes Gebote zu hören", meinte der Geistliche. Eindringlich wandte er sich gegen das Missverständnis, Gebote als Verbote zu verstehen. Gebote seien wichtige Weisungen zum Leben. Angela Sonnek dankte dem Referenten für seinen humorvollen Vortrag mit einem Präsent.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.