28.08.2014 - 00:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Schilder sollen frühere Hausnamen in Erinnerung rufen - Künstlerin entwirft Tafeln Wie vor 200 Jahren

Wer kennt sie nicht? Die Hausnamen, unter denen Bürger einst bekannter waren als unter dem offiziellen Namen. Die Stadt erinnert an diese alten Bezeichnungen durch Hinweisschilder an den Häusern.

Das Metschnabelhaus machte den Anfang. Weitere Schilder mit Hausnamen sollen folgen. Darauf hoffen Josef Kraus, Bürgermeister Werner Nickl, Margot Ponnath, Susanne Vonhoff, Max Ponnath und Herbert Ponnath (von links). Bild: hrö
von Hans RöschProfil

Im Murrngobel-, Stengelweber- und Flaschnerhaus, beim Schöpfen Girgl oder beim Binzabecka wohnten seit Generationen Bürger, die unter diesem Namen bekannt waren. Oft wurde der Hausnamen von den Erben oder neuen Besitzern übernommen.

Wer in Kemnath im Jahr 1910 zum Leonhard Zitzlmann am Stadtplatz Nr. 11 wollte, war gut dran, wenn er nach dem "Kaspar Hartl" fragte. Die Häusernamen waren damals jedem Kind bekannt. Heute sind viele vergessen. Der bürgerliche Name wurde früher nur beim Amt, oder für einen Brief verwendet.

Der Heimatkundliche Arbeits- und Förderkreis Kemnath und Umgebung (HAK) erforscht die Geschichte der Stadt laufend und dokumentiert sie für ihre Bürger und Gäste. Im November 2001 stellte der HAK die Schrift "Stadt Kemnath - Häuserbuch Altstadt mit der Oberen u. Unteren Vorstadt und Ziegelhütte um die Jahre 1800 - 2000" vor.

Jahrelange Forschung

Unter der Leitung des verstorbenen Stadtarchivars Hans Vitzthum hatte die Arbeitsgruppe Archiv ihre Forschungen über die Haus- und Familiengeschichte zu Papier gebracht. Mit Unterstützung des Ehrenbürgers Max Ponnath und der Stadt ist das angepeilte Ziel nun erreicht. Die erste Tafel mit den Hausnamen wurde im Beisein von Bürgermeister Werner Nickl, Margit und Max Ponnath, Susanne Vonhoff, Josef Kraus und Herbert Ponnath sowie Hans Rösch am Metschnablhaus angebracht.

Ab dem Jahr 1800

HAK-Vorsitzender Rösch dankte allen Anwesenden und der Druckerei Weyh für Mitarbeit und Unterstützung. Mit eingebunden in die Vorarbeiten waren auch der Ehrenvorsitzende des HAK, Herbert Fischer, Rainer Sollfrank, Museumsleiter Anton Heindl und Hans Rösch. An jedem Haus im historischen Stadtkern brachten Mitarbeiter des Bauhofs ein Schild an, auf dem der ab dem Jahr 1800 übliche Name zu lesen ist. Voraussetzung war natürlich die Zustimmung des Eigentümers.

Die Tafeln wurden von der Künstlerin Susanne Vonhoff entworfen. Sie erklärte, dass die in roter Farbe dargestellten Treppengiebel das Stadtbild um 1500 symbolisieren. Der warme rote Farbton weist auf die Keminata, die Wärmestube am Knotenpunkt einer wichtigen mittelalterlichen Handelsstraße nordwestlich der heutigen Stadt.

Die alten Häusernamen lassen die Tradition und das Leben vor Jahrhunderten in der historischen Altstadt wieder lebendig werden. In zurückhaltender, transparenter Form gestaltet, stören sie die schönen Fassaden in der historischen Altstadt nicht. Der Zweck, den Betrachter auf die früher üblichen Hausnamen hinzuweisen, ist erfüllt.

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