04.09.2014 - 00:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Stadt und Vereine würdigen Lebenswerk des gestorbenen Altbürgermeisters Rudolf Ponnath Unermüdlicher Einsatz für die Heimat

Die Stadt Kemnath nahm am Mittwoch Abschied von einem ihrer größten Söhne. Vereine und Verbände, denen der am Sonntag gestorbene Altbürgermeister und Ehrenbürger Rudolf Ponnath in seinem stets dem Dienst an der Gesellschaft verbundenen Leben seinen Stempel aufgedrückt hatte, trugen ihn zu Grabe.

Zahlreiche Vereine mit ihren Fahnenabordnungen erwiesen Rudolf Ponnath am Grab die letzte Ehre. Stadtpfarrer Konrad Amschl (vorne, Mitte) hatte den Trauergottesdienst zelebriert.
von Autor WEWProfil

Erst vor wenigen Wochen war Ehefrau Elisabeth dem 90-Jährigen auf ihrem letzten Weg vorausgegangen. Sie hatte ihm nach der Heirat im Jahr 1949 vier Söhne geschenkt. Neben ihnen trauern zudem 10 Enkel und 2 Urenkel um das Familienoberhaupt.

Stadtpfarrer Konrad Amschl, der mit seinem Waldecker Amtsbruder Pfarrer Heribert Stretz den Trauergottesdienst zelebrierte, rief das von Ponnaths christlichem Elternhaus und vom Studium im Kloster Ettal geprägte Leben in Erinnerung. Unmittelbar nach den Abitur wurde Ponnath 1941 in den Kriegsdienst einberufen und in Russland schwer verwundet. Nach englischer Kriegsgefangenschaft studierte er in Weihenstephan Brauereiwesen und übernahm das elterliche Brauhaus in Kemnath.

Auch schwere Zeiten, wie der Tod seines Sohnes Paul im November 2010, bestärkten ihn in seinem Glauben und seiner Zuwendung zur Familie. Für das stets vertrauensvolle Verhältnis zwischen Stadt und Pfarrei sprach der Stadtpfarrer dem Verstorbenen ein großes "Vergelt's Gott" aus.

Tatkraft und Weitsicht

Bürgermeister Werner Nickl erinnerte in seiner Trauerrede an das politische Leben seines Amtsvorgängers, das von unermüdlichem Einsatz für seine Heimat und die Gesellschaft geprägt gewesen sei. Die Entwicklung Kemnaths von einer landwirtschaftlichen Kommune zu einem modernen Industrie- und Gewerbestandort sei nicht zuletzt der große Verdienst des Verstorbenen. Mit Tatkraft und Weitsicht habe er Projekte wie die Errichtung der Mehrzweckhalle, den Neubau des Schulzentrums mit seiner Sportanlage, die Renovierung der Fronfeste, die Ortsumgehung der B 22, die Ausweisung von Gewerbe- und Neubaugebieten sowie die Wasser- und Abwasserversorgung vorangetrieben.

Mit überragendem taktischen Gefühl und Durchsetzungsvermögen habe Ponnath auch die Flurbereinigung zu einem Erfolg für Landwirtschaft und Gemeindegebiet werden lassen. Anlässlich der 975-Jahr-Feier im Jahr 1983 lebten auf seine Initiative hin die seither aus dem religiösen und kulturellen Leben der Stadt nicht mehr wegzudenkenden Passionsspiele wieder auf.

Positive Lebenseinstellung und große Lebensfreude wirkten ansteckend auf alle Menschen in seinem Umfeld. Werner Nickl erinnerte daran, dass Aussagen wie bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes "Das bisschen Eitelkeit fühlt sich geschmeichelt, in der Politik ist so etwas ja nicht unbedingt selbstverständlich" zum Kennzeichen von Rudi Ponnath gehörten. Immer wenn er "Wir" sagte, habe er damit stets seine Heimatgemeinde und die Menschen in ihren Mauern gemeint.

Die Ritter und Damen vom Heiligen Grab zu Jerusalem der Kompturei St. Wolfgang in Regensburg erinnerten an die Aufnahme von Rudolf Ponnath am 23. Mai 1981 im Hohen Dom zu Augsburg und an die vielfache Unterstützung des religiösen und spirituellen Lebens. Ebenso würdigten sie die Aktionen für christliche Gemeinden im Heiligen Land, die der Verstorbene geleistet hatte.

Passionierter Waidmann

Ponnaths große Passion jenseits der beruflichen und politischen Anforderungen gehörte der Jagd. Wolfgang Schinner, Vorsitzender des Jagdverbandes Kemnath, erinnerte daran, dass Rudolf Ponnath viele Jahre dem Vorstand angehört habe. Sein Wissen sowie seine Erfahrung habe er im Landkreis als stellvertretender Kreisjagdberater dem waidmännischen Nachwuchs zur Verfügung gestellt.

Als begeisterter Gamsjäger sei er häufig in seinem Ruhestand in Kärnten und im ehemaligen Jugoslawien unterwegs gewesen. Aber auch in seinem geliebten Kastler Revier erwarb sich Ponnath große Verdienste mit seinen Hege- und Biotopmaßnahmen. Dem Dank der Jagdkollegen gaben daher auch die Kaibitzer Schlossbläser am Grab mit dem "Letzten Halali" auf ihren Parforcehörnern Ausdruck.

Feuerwehr, Sportverein sowie Krieger- und Soldatenkameradschaft, vertreten durch ihre Vorsitzenden, erinnerten ebenfalls an das große Engagement, das sie von Ponnath erfahren hatten. Der große Förderer der Vereine, denen er viele Jahrzehnte angehörte, habe unschätzbare Verdienste erworben, denen weiterhin dankbar gedacht werde.

Vor allem die Feuerwehr, deren oberster Dienstherr er als Bürgermeister lange Jahre gewesen sei, verdanke ihm stetige Unterstützung bei der Ausrüstung und der Förderung des Katastrophen- und Brandschutzes. Den Abschluss der Beerdigung mit dem "Alten Kameraden" der Stadtkapelle bildeten die Salutschüsse der Kriegerkameradschaft.

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