31.08.2014 - 00:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Über 200 stolze Besitzer legendärer Vehikel beim Oldtimertreffen in Kemnath Träume in Chrom und Lack

Ein eineinhalbstündiges kostenloses "Museum" schenkte der KEM-Verband am Samstagvormittag Hunderten von Besuchern auf dem Markplatz. Ein Querschnitt betagter Autos und Motorräder mit 30 bis 90 Jahren auf dem Buckel rollte über den Marktplatz.

Zahlreiche Schaulustige säumten die Straßen, als die betagten Karossen durch Kemnath rollten. 208 Besitzer von Oldtimern hatten sich am Samstag beim idealem Wetter auf den Weg zum Stelldichein der historischen Autos und Motorräder gemacht. Bild: kr
von Autor KRProfil

KEM-Vorsitzender Elmar Högl stellte die Prachtstücke detailliert vor und zweiter Bürgermeister Hermann Schraml begrüßte die Fahrer mit einem Erinnerungsgeschenk.

Ideales Wetter verlockte 208 Besitzer von Oldtimern, nach Kemnath zu fahren. Sie kamen aus ganz Nordbayern, Sachsen und Thüringen. Straßenkreuzer konkurrierten mit der legendären "Ente" 2 CV von Renault. In der großen Familie der Oldtimerfans mischte der österreichische Pinzgauer ebenso mit wie einzelne Militärfahrzeuge von anno dazumal.

"Nur gucken ..."

Zu sehen war auch ein Oldie aus den Automobilwerken der DDR (IFA) mit dem Wappen mit Hammer und Zirkel in der Windschutzscheibe. Andere Fahrzeuge dagegen offerierten ein Verkaufsangebot oder sagten: "Nur gucken, nicht anfassen". Dies galt besonders für die ganz großen Raritäten. Die Motoren tuckerten, manche heulten oftmals laut auf und demonstrierten phongewaltig PS-Stärke. Denen konnte der DKW, Baujahr 1936, mit seinen sieben Pferdestärken, den Ludwig Zeitler aus Tremmersdorf vorstellte, fast nichts entgegensetzen. Gegen den 200-PS Ford Capri erwies sich der Ford Doktorwagen aus dem Jahr 1932 als Schwächling, dafür aber als Liebling der Fotografen.

Das 24. Oldtimertreffen mit Teilmarkt ging in Kemnath über die Bühne. Verbunden ist die Veranstaltung immer mit einer Ausfahrt - diesmal nach Parkstein. Bilder von Bernhard Kreuzer

Diesen Anspruch erhob gleichzeitig der Adler Diplomat, Baujahr 1934, mit 3000 Kubikzentimetern Hubraum. Eine Rarität bei den Motorrädern war sicherlich der "Nürnberger Staubsauger", eine Hercules Wankel 2000, das erste Motorrad mit Wankelmotor.

Alle vorgestellten Fahrzeuge konnten ihre eigene Geschichte erzählen. Die einen, wie der Doktorwagen, wurden auf dem Schrottplatz gefunden und wieder mühsam aufgepäppelt, die anderen waren Scheunenfunde und wieder andere hatten von Anfang an ein Liebhaberdasein und erschienen mit ihrem ersten Besitzer in Kemnath. Dass die Oldtimerfans versuchen, ihren Autos ein möglichst originalgetreues Outfit zu geben, war schnell an den alten Kfz-Kennzeichen zu erkennen: WÜM - Waldmünchen zum Beispiel.

"Ein g'scheiter Oldtimer ist eine gute Wertanlage, ist das Vielfache seines Anschaffungspreises wert - mit steigender Tendenz", unterstrich Elmar Högl.

Zu den offiziellen Teilnehmern des 24. Oldtimertreffens in Kemnath gesellten sich zahlreiche andere alte Vehikel auf dem Parkplatz der Mehrzweckhalle und dem Gelände rund herum. Es wurde eng. Viel zum Bestaunen gab es, glänzenden Chrom, blitzblanke Motoren und das notwendige Zubehör. Fachsimpeleien und Informationsaustausch gehörten dazu. Für die Fans und Besucher war es bestimmt einmal mehr ein erlebnisreicher Tag.

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