Waldecker Pilger brechen am Samstag zur Wallfahrt nach Fuchsmühl auf
Mariahilf-Berg das Ziel

Am Wochenende folgen die Gläubigen wieder der vor einigen Jahren neu geschaffenen Pilgertafel. Bild: hl
Lokales
Kemnath
05.09.2014
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Zum 151. Mal pilgern am Wochenende, 6. und 7. September, die Gläubigen der Pfarrei zu Fuß nach Fuchsmühl. Genaue Unterlagen über die erste Wallfahrt sind zwar nicht mehr vorhanden, drei Quellen verweisen jedoch auf das Jahr 1863.

In der Chronik des Augustinerklosters Fuchsmühl ist vermerkt, dass am 7. September 1963 "die Wallfahrt die Waldecker Pilger zum 100. Mal hierher" brachte. Dazu gibt es eine Urkunde mit der Angabe "1863 bis 1963", auf der auch das Fuchsmühler Gnadenbild zu sehen ist. Sie hat ihren Platz im Pfarrhof gefunden.

Außerdem liegt im Pfarrarchiv von Waldeck eine handgeschriebene Erinnerung vor, in der Josef Karl aus Kemnath die 80. Wallfahrt am 8. und 9. September 1943 beschreibt. Er beschreibt nicht nur die Wallfahrt im Detail, sondern es kommen auch die Beschwernisse und die Sorgen zum Ausdruck, die die Bevölkerung in den Kriegsjahren durchmachen musste. Die Notiz umfasst 19 Seiten und beschreibt sehr eindrucksvoll den Weg von der Pfarrkirche Waldeck, wo noch der Pilgersegen erteilt wurde, bis zum Gnadenort Mariahilf-Berg in Fuchsmühl.

Als Wallfahrtsleiter nennt Josef Karl Josef Murr von Hahneneggatten. Eine Wallfahrt mit Musik war aber 1943 nicht möglich, weil die Musikanten "infolge Einberufung zum Heeresdienst" nicht zur Verfügung standen. Teilgenommen haben 61 Personen, die namentlich mit Wohnort aufgeführt sind. So waren aus Waldeck 19 Personen dabei. Aber auch aus Kemnath, Neusteinreuth und Schönreuth waren Pilger vertreten.

Anlass unbekannt

Im Dunkeln bleibt der Anlass für die Wallfahrt. Weder in der Geschichte der Pfarrei, verfasst vom ehemaligen Pfarrer Dr. Johann Baptist Pausch, noch in den Aufzeichnungen des Heimatforschers Dr. Anton Reger gibt es Hinweise darauf. So kann man also nur mutmaßen. Zum einen könnte es sich um ein Gelübde der Pfarrei handeln, zum anderen mit dem Benefizium zusammenhängen.

Letzteres ist vom Hofmarksinhaber von Fuchsmühl, Georg Christoph von Froschhammer, der mit dem Waldecker Landrichter gut bekannt war, gewährt worden. Es hat 1674 die Gründung der Pfarrei Waldeck und die Loslösung aus der Pfarrei Kastl ermöglicht. Als Gegenleistung musste der Waldecker Pfarrer vier Mal im Jahr in Fuchsmühl Gottesdienste halten. Das Stiftungskapital betrug übrigens 800 Gulden.
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