16.02.2012 - 00:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Wilhelm Popp schildert bei den KAB seinen Weg nach Santiago de Compostela: Ohne Blasen auf dem Jakobsweg

von Autor KLWProfil

Beim Hutzerabend erlebten die Gäste des KAB-Ortsverbands eine Überraschung. Auf den Tischen standen spanische Snacks mit einem sehr guten spanischen Dip sowie Salzbrezeln. Ausgeschenkt wurde Sangria. Sie stimmten auf die Powerpoint-Präsentation von Mitglied Wilhelm Popp über seine Erlebnisse auf dem Jakobsweg ein.

Bereits bei Nürnberg Schluss

Er hatte sich nach seiner Pensionierung zum Ziel gesetzt, die gesamten fast 3000 Kilometer von Kemnath nach Santiago de Compostela in Spanien zu pilgern. Bereits 2008 begann seine Tour. Von Kemnath aus brach er zu Fuß auf. Jedoch am dritten Tag, nach etwa 100 Kilometer, musste er wegen einer Fußverletzung in der Nähe von Nürnberg aufgeben.

Einige Wochen später ging es von Nürnberg aus mit dem Fahrrad weiter bis zum Bodensee. 2009 folgte die zweite Etappe vom Bodensee durch die Schweiz nach Lyon in Südfrankreich. 2010 ging es von Lyon bis zu den Pyrenäen nach Sant-Jean-Pied-de-Port in Spanien. 2011 folgte der letzte, rund 800 Kilometer lange Teil von Sant-Jean-Pied-de-Port bis nach Santiago de Compostela.
Mit spanischen meditativen Weisen hinterlegt, erzählte Popp von den beschwerlichen Fußmärschen. Jeden Tag legte er fast 40 Kilometer zurück, übernachtete in den Pilgerherbergen, die es in jedem Ort entlang des Pilgerwegs gibt. Eine Übernachtung kostet fünf Euro, manche Herbergen sind kostenlos oder verlangen nur eine Spende. Frühstück gibt es normalerweise nicht.

Der einzige Begleiter auf der ganzen Pilgerstrecke war sein 15 Kilogramm schwerer Rucksack. Täglich stand nach der Ankunft in der Pilgerstätte Duschen, Waschen der verschwitzen Wäsche und Trocknen der Wanderstiefel an. Danach ging es zum Abendessen in ein Lokal und in die Pilgermesse, die es in fast allen größeren Orten am Abend gibt.

In seinen Bildern zeigte Popp die herrlichen Kathedralen von Spanien, die er auf seinem Weg besuchte. Er pilgerte den gleichen Weg wie Hape Kerkeling 2001, der seine Erlebnisse ausführlich in dem Buch "Ich bin dann mal weg" beschrieb.

Zurück mit Bus und Bahn


Das Rezept, wie Popp ohne Blasen an den Füßen das Ziel erreichte, lautete: Früh die Füße mit Hirschtalg einkremen und abends nach dem Duschen mit Schmerzgel. Nach 23 Tagen und 800 Kilometern hatte er Santiago de Compostela erreicht. Da er in jeder Herberge oder in jedem Pfarramt seinen Pilgerstempel abgeholt hatte, konnte er mit Stolz die Pilgerurkunde in Empfang nehmen. Nach zwei Tagen Ruhe und Besinnung ging es dann mit Bus und Bahn zurück nach Kemnath.

 

 

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