15.03.2018 - 16:58 Uhr
Kemnath

BN-Regionalreferent Reinhard Scheuerlein referierte in Kemnath über Stadtgrün "Bäume sind Alleskönner"

Der Frühling naht. Doch bald sind keine Tiere mehr da, die ihn ankündigen können. Das befürchtet Reinhard Scheuerlein.

Reinhard Scheuerlein (stehend) referierte bei der BN-Kreisgruppe zum Thema "Stadtgrün". Bild: stg
von Holger Stiegler (STG)Profil

"Stadtgrün - artenreich und vielfältig" - so hatte Reinhard Scheuerlein, Regionalreferent des Bundes Naturschutz (BN), seinen Vortrag bei der Kreisgruppe Tirschenreuth überschrieben. Zahlreiche Interessierte waren in die Gaststätte "Fantasie" gekommen, um dessen Ausführungen zu lauschen.

"Die Biodiversität in Bayern ist in Gefahr", betonte Scheuerlein. Aber nicht nur da, denn einen Rückgang der Artenvielfalt könne man weltweit beobachten. Ein Beispiel dafür sei die Abnahme von Feldlerche, Kiebitz und Wiesenpieper. "Die Frühlingsboten verlassen uns", stellte der Referent fest. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, seien die Kommunen nicht nur gefordert, sie hätten vielmehr eine Schlüsselposition.

Um positive Akzente zu setzen, reiche es beispielsweise schon, an Wegrändern den Mähaufwand zu reduzieren und so das Nahrungsangebot für Bienen aufrechtzuhalten. "Das lässt sich auch alles aktiv kommunizieren und erklären", meinte Scheuerlein mit Blick auf mögliche Maßnahmen.

Einen großen Stellenwert im Stadtgrün hätten alte Bäume. "Bäume sind Alleskönner", sagte Scheuerlein und verwies auf deren Effekte wie Klimaanlage, Sauerstoffspender, Luftfilter, Stand- und Landschaftsbildgestalter sowie Stimmungsaufheller. Außerdem würden sie einen Lebensraum für eine Vielzahl von Vogelarten gewährleisten. Man müsse aber auf der anderen Seite festhalten, dass Stadtbäume ein "hartes Leben" führen - sie seien konfrontiert mit Ablagerungen, Abgrabungen, Bodenversiegelungen und vielem mehr. Auch die Verkehrssicherungspflicht diene oftmals als "Totschlagargument" dahingehend, dass Bäume schon gleich einmal aus Angst prophylaktisch entfernt werden. Scheuerlein plädierte dafür, gerade alte Bäume zu schützen und sie als Naturdenkmal ausweisen zu lassen.

Der Referent beleuchtete in seinem Vortrag auch die Möglichkeit, sich als "pestizidfreie Kommune" aufzustellen, den Amphibienschutz zu verstärken oder dem Beispiel von Tännesberg im Landkreis Neustadt an der Waldnaab zu folgen und "Biodiversitätsgemeinde" zu werden.

Im Rahmen der Versammlung lud Norbert Pietsch von der benachbarten BN-Gruppe Speichersdorf zum Vortrag "Das grüne Band - Von der Todesgrenze zur Lebenslinie" am Freitag, 23. März, ein. Es referiert Melanie Kreutz um 19.15 Uhr im Gasthof Imhof.

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