Bürgermeister resümiert im Stadtratssitzung vergangenes Jahr
Leben abseits der Krisenherde

Bürgermeister Werner Nickl (stehend) bilanzierte das Jahr 2016 aus kommunaler und weltpolitischer Sicht. Bild: stg
Politik
Kemnath
24.12.2016
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Die weltpolitische Lage sorgte beim Jahresrückblick von Bürgermeister Werner Nickl in der Weihnachtssitzung des Stadtrates nicht für Euphorie. Doch das Resümee für die Kommune fiel sehr positiv aus.

(stg) Wo man auf der Welt auch hinschaue, überall sehe man Kriege. Grausam sei, was man über die Bildschirme flimmern sehe. "Ist es nicht geradezu pervers, wie wir live und in erster Reihe dabei sind, wenn in Aleppo gemordet und zerstört wird, wenn Menschen um ihr Leben laufen?", fragte Nickl. Von einer Weltgemeinschaft, die hier handle, sei nichts zu sehen.

Mit Blick auf die Entwicklung in Kemnath stellte der Rathauschef fest, dass jene Aufgaben, die man sich zum Jahresanfang gegeben hatte, größtenteils bewältigt werden konnten. Dem Ruf als familienfreundliche Stadt habe man einige Mosaiksteinchen hinzugefügt, darüber hinaus habe man als Bildungs- und Gesundheitsstandort, als Mittelzentrum, als Stadt mit vielen Arbeitsplatzangeboten sowie mit hohem Freizeitwert und Wohnqualität gepunktet. Exemplarisch nannte Nickl das Familienzentrum Mittendrin, den "Innovativen Lernort" der OTH bei der Firma Siemens, die Anerkennung als "Fairtrade Stadt", den neuen Jugendtreff und Mitgliedschaft im bayernweiten Energieeffizienznetzwerk.

Erfreut zeigte sich Nickl darüber, dass Bewegung in die Verbesserung der Betreuung älterer Mitbürger gekommen ist. Sein Blick richtete sich hier auf die geplanten Projekte von Probau, SeniVita und BRK. Auch 2017 bringe viele Aufgaben und Projekte - vom Nofi-Lauf am 24. Mai und Sanierung des Rathauses über Fertigstellung des Friedhofs und des "Dietl"-Areals bis hin zur Umstellung der Kläranlage. Auf der Agenda stehe auch die Weiterentwicklung des Brauhaus-Areals, ein Projekt, das "uns bisher nicht gut gelungen ist". Sehr zufrieden zeigte sich Nickl damit, dass Kemnath in diesem Jahr wieder Schlüsselzuweisungen in Höhe von 463 000 Euro bekomme.

"Angesichts der Not in der Welt und der vielen Krisenherde können wir uns glücklich schätzen, hier leben und arbeiten zu dürfen. Unsere Probleme sind lösbare Probleme", schloss der Bürgermeister. Nickls Dank galt allen, die 2016 zur positiven Entwicklung der Stadt beigetragen haben.

Stellvertretend für die Fraktionen dankten deren Sprecher Josef Krauß (CSU), Hans Prieschenk (CLU), Christian Baumann (FW), Ely Eibisch (FWG) und Heidrun Schelzke-Deubzer (Grüne) Nickl und der Stadtverwaltung für die geleistete Arbeit. Für die launischen Bonmots des Abends sorgte Baumann: "Andernorts soll es ja öfter und intensiver Weihrauch für das Stadtoberhaupt geben, aber wir wissen schon, was wir an Ihnen haben!"

Krauß betonte, dass auch 2016 die richtigen Wege beschritten worden seien. Es sei gelungen, das positive Image der Stadt weiter zu pflegen. Ständige Investitionen in die Infrastrukturen seien unabdingbar. Die Fortführung des SEEK sei sehr erfreulich, er hoffe aber, dass sich künftig noch mehr Bürger einbringen. Ein großes Ziel für die Zukunft müsse sein, Leerstände zu vermeiden.

Hans Prieschenk lenkte den Blick auf die Maßnahmen, die in den Ortsteilen auf den Weg gebracht worden sind oder 2017 dort anstehen. "Auch das Thema Bauen auf dem Land muss immer im Fokus stehen."

Baumann stellte fest, dass man manchmal auch verschiedene Wege gehe und gegensätzliche Stand- und Blickpunkte diskutiert werden müssen, auch wenn der Prozess dann etwas länger dauere. Heidrun Schelzke-Deubzer rückte die in Kemnath lebenden Flüchtlinge in den Fokus: Sie würden sich hier wohl und angenommen fühlen und nicht, wie es ihre Landleute anderswo in Deutschland erfahren, auf Anonymität und Ablehnung bis hin zu Übergriffen stoßen.
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