07.09.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Chance für Synergieeffekte Brexit sinnvoll nutzen

Der Kreisverband der Jungen Union (JU) und die Mittelstandsunion (MU) im Landkreis Tirschenreuth sehen das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union als Chance für Veränderungen. Sie regen einen Zusammenschluss der drei Arbeitsorte des Europäischen Parlaments in Brüssel, Straßburg und Luxemburg an.

JU-Kreisvorsitzender Matthias Grundler, JU-Bezirksvorsitzender Christian Doleschal und MU-Kreisvorsitzender Leonhard Zintl (von links) machen sich Gedanken über ein effektiveres Europa. Bild: mez
von Roman MelznerProfil

Ihren Antrag an den CSU-Parteivorstand beim Parteitag sehen die Nordoberpfälzer Politiker im Zusammenhang mit der Verlagerung vieler EU-Agenturen aus England in andere EU-Länder. Um deren künftige Sitze bewerben sich aktuell 23 Städte, informierte der JU-Bezirksvorsitzende Christian Doleschal aus Brand. So möchte die Stadt Bonn Sitz der Arzneimittelagentur EMA werden. Frankfurt konkurriert mit anderen Städten um die Bankenaufsichtsbehörde EBA. Beide Institutionen sind derzeit in London ansässig. Die Auswahlentscheidung hierzu wird im November per geheimer Abstimmung im EU-Ministerrat erfolgen.

Mit deutlichen Zusatzeinnahmen kann hier jeweils der Sieger der Ausschreibung rechnen, ergänzte MU-Vorsitzender Leonhard Zintl. EMA und EBA richten jährlich Hunderte Veranstaltungen mit Teilnehmern aus aller Welt aus. Das bedeutet einen enormen Wirtschaftsfaktor. Zintl denkt hier an höhere Hotelübernachtungszahlen und neue Arbeitsplätze. Die Arzneimittelagentur beschäftigte zuletzt rund 900 Menschen, die Bankenaufsicht knapp 200.

In diesem Zusammenhang mahnen JU und MU die Zusammenlegung der Arbeitsorte des Europäischen Parlaments von Brüssel, Straßburg und auch Luxemburg an. Alle drei hätten zwar teils historische Bedeutung, dennoch müsse jeweils eine große Logistik vorgehalten werden. Dies verschlinge Unsummen an Geld zulasten des europäischen Steuerbürgers, betonte JU-Kreisvorsitzender Matthias Grundler. Nur jetzt bestehe die historische Chance, das europäische Parlament an einem Standort zu konzentrieren ohne die anderen leer ausgehen zu lassen.

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