10.10.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Dorferneuerung in Löschwitz und Kaibitz Thema im Stadtrat Für Kreisverkehr und Radweg

Soll für Löschwitz und Kaibitz eine einfache oder umfassende Dorferneuerung in die Wege geleitet werden? Noch steht der Stadtrat am Anfang dieser Entscheidung. In der Sitzung ist die Bereitschaft zu verspüren, etwas Zukunftsweisendes zu planen. Der erste Schritt ist bereits getan.

Wenn der Verkehr rollt, dann zählte eine Anwohnerin schon mal 600 Fahrzeuge in der Stunde auf der Staatsstraße. Um von Löschwitz nach Kaibitz zu kommen, wünschen sich die Bewohner deshalb hier einen Kreisverkehr und einen untertunnelten Fuß- und Radweg zum Nachbarort. Bild: bkr
von Bernhard KreuzerProfil

Bürgermeister Werner Nickl präsentierte das Ergebnis des Workshops am 28. und 29. Juli in Ernestgrün. Unter der Federführung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie des Amtes für Ländliche Entwicklung definierten 19 Teilnehmer aus Löschwitz und 6 aus Kaibitz eine Erwartungsliste. "Meine Erwartungen waren deckungsgleich", stellte der Rathauschef fest und lobte die positive Stimmung der engagierten Bürger.

Ausgangslage der intensiven Betrachtung waren im ersten Schritt die Stärken und Schwächen. Wunschdörfer wurden gezeichnet. Eines verband beide Orte: die Forderung nach einer besseren Straßenverbindung. Der Verkehr auf der zwischen den beiden Orten verlaufenden Staatsstraße 2665 trennt sie. Ein Kreisverkehr wird gewünscht, ebenso ein adäquater, beleuchteter und verbindender Fußgänger- und Fahrradweg.

Bis zu 7000 Euro Zuschuss

Der Verkehr und die Verkehrssicherheit allgemein stellt ein Hauptproblem in beiden Orten dar. Miteinander versucht man, eine Lösung zu finden. Gleiches gilt für leerstehende Gebäude. Die ehemalige Discothek Santana in Löschwitz und das nicht unter Denkmalschutz stehende Backsteinhaus in Kaibitz, das auch weggerissen werden könnte, kamen hier zur Sprache. Regelungsbedarf besteht bei Grundstückszufahrten. Bei einer umfassenden Dorferneuerung könnte das Problem ohne Notar grundbuchrechtlich gelöst werden, meinte Nickl. Nach seinen Worten würden auch private Grundstücksbesitzer von dem Verfahren profitieren. Zuschüsse von bis zu 7000 Euro könnten für Verbesserungs- und Gestaltungsmaßnahmen erlangt werden.

Weiterhin wünschen sich beide Orte ein Dorfgemeinschaftshaus - Kaibitz etwas kleiner, Löschwitz etwas größer. Bei der dazu vorgelesenen Wunschliste über Ausstattung und Nutzung geriet der Rathauschef leicht ins Schmunzeln, freute sich gleichzeitig über das darin enthaltene spürbare Interesse und bewunderte die Arbeit: "Die Gruppen haben es sehr toll gemacht, und es ist spürbar, etwas über Generationen entwickeln zu wollen."

"Aber was ist realisierbar?", fragte Nickl. Noch im Oktober wird er die Einwohner eines jeden Orts zu einer Bürgerinformation einladen. Ungeachtet von dem Dorferneuerungsprogramm, wird die Förderoffensive zur Beseitigung von Leerständen in den Orten weiterverfolgt. Einen Förderantrag dazu stellt die Stadt noch in diesem Jahr. Auch sah Nickl in einem umfangreichen Dorferneuerungsprogramm größere Entwicklungsmöglichkeiten und höhere Förderungen. Kleiner Nachteil sei, dass die Ausführung mehr Zeit in Anspruch nimmt. Die bei dem Workshop vorgebrachten Visionen sollen nun von einem Fachbüro umgesetzt werden.

Verfahren beschleunigen

Aufgabe des Stadtrates sei es nun, Prioritäten zu setzen und bei den Bürgerinformationen noch mehr Kenntnisse zu gewinnen, betonte CSU-Fraktionsvorsitzender Josef Krauß. Er mahnte, das Verfahren zur Sicherung von Fördermitteln zu beschleunigen. Ely Eibisch (Freie Wähler) warf er vor, mit seiner Vorabinformation zur Dorferneuerung beim jüngsten Bürgergespräch in Kaibitz (wir berichteten) die Zuständigkeit des Rathauschefs unterlaufen zu haben. Nickl selbst wollte dazu keine Stellungnahme abgeben. Christian Baumann sprang Eibisch bei und wehrte sich gegen den Eindruck, die Freien Wähler hätten aus der Versammlung politisches Kapital schlagen wollen.

Jutta Deiml (SPD) lobte den Ideenreichtum der Bürger. Nach den Worten von Heidrun Schelzke-Deubzer (Grüne) kommen in der Wunschliste die Bedürfnisse des Strukturwandels zum Ausdruck. Nicht nur die beiden Orte profitierten davon. Die offizielle Einleitung der Dorferneuerung steht nun an, die vorbereitenden Maßnahmen werden 2018 in Angriff genommen.

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