18.10.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Forstdirektor Johannes Weber rät der Stadt Kemnath zu Rückewegeprogramm Nur geringer Eingriff für Ertrag

Ein Wald will bewirtschaftet werden. Dafür braucht es eine Infrastruktur, die den Abtransport des Holzeinschlags ermöglicht. Forstdirektor Johannes Weber empfiehlt daher der Stadt Kemnath, ein über mehrere Jahre laufendes Rückewegeprogramm aufzulegen.

Der Forstausschuss Kemnath mit Bürgermeister Werner Nickl, Stadtförster Klaus Ferber (Vierter und Sechster von rechts) und Forstdirektor Klaus Weber (links) zeigten sich beeindruckt von der Arbeit des Harvesters (im Hintergrund) von Andreas Weiß (Dritter von links). Bild: rhk
von Redaktion OnetzProfil

Mit ihm, Stadtförster Klaus Ferber und Forstamtsrat Johannes Bradtka, hatte sich der Forstausschuss im Waldgebiet Flötz bei Immenreuth getroffen. Die Stadt besitzt dort eine circa 400 Hektar große, zusammenhängende Waldfläche. Weber, Leiter der Abteilung Forsten des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, zeigte Räten um Bürgermeister Werner Nickl im Bereich Mittelberg den nunmehr fertiggestellten Rückeweg. Dieser war mit einem Kostenaufwand von rund 7500 Euro angelegt worden, um einen steilen Berghang zu erschließen.

Weber und Bradtka, der die Maßnahme im abgelaufenen Jahr begleitet hatte, betonten, dass der Bau von Rückewegen im Allgemeinen nur einen geringen Eingriff in das Ökosystem Wald darstelle und mit einem geringen Aufwand möglich sei. Deren Anlage mache nur das Fällen einer ganz geringen Anzahl von Bäumen notwendig. Ebenso seien nur ein Drittel Fremdmaterial erforderlich, da das Geäst der gerodeten Bäume und das auf der Trasse ohnehin schon vorhandene Erdmaterial hangseitig wieder eingebaut werden könne. Nach etwa einem Jahr sei der Eingriff wegen des sich rasch entwickelnden Pflanzenbewuchses nicht mehr zu sehen. Weber legte dem Ausschuss ein Rückewegeprogramm ans Herz. Der Freistaat Bayern gewähre hierzu Zuwendungen in attraktiver Höhe. Ebenso sollte ein jährliches Budget für den laufenden Unterhalt der bestehenden Wirtschaftswege bereitgestellt werden. Nur so könne eine zur Waldbewirtschaftung notwendige intakte Wegeinfrastruktur aufrechterhalten und sichergestellt werden.

In seinem angestammten Revier erläuterte Ferber eine Vielzahl waldwirtschaftlicher Sachverhalte und zeigte bisherige Entwicklungen bereits weiter zurückliegender Maßnahmen auf. An mehreren, etwa 30 Jahre alten Laubholzvorbauten klärten er und Weber auf, in welchen Schritten der angestrebte Umbau der Waldungen, die derzeit überwiegend mit Nadelgehölzen, meist Fichten, besetzt sind, in Mischwälder umgesetzt wird. Vorwiegend handelt es sich dabei um Buchen- und Birkengehölze. Hierzu werden unter dem Schutz bestehender Nadelhölzer junge Laubhölzer nachgezogen. Haben diese Bestände eine gewisse Größe erreicht, werden die Nadelhölzer eingeschlagen und die zunächst dicht gepflanzten Laubbäume ausgedünnt. Die Stadt erhält für neue Anpflanzungen zum Zwecke des Waldumbaus regelmäßig Fördergelder.

Erstaunen bei allen Teilnehmern löste die Arbeit des Harvesters aus. Das rund eine halbe Million Euro teure Arbeitsgerät der Firma Weiß aus Gumpen fällt, entastet und zersägt markierte Bäume computergesteuert in vorher einprogrammierte Längenmaße. Gleichzeitig werden die Festmeterhiebmenge, Arbeitszeit und weitere Parameter aufgezeichnet und ausgewertet. Ohne den Einsatz von Harvestern wäre die Holzernte aus den im Waldwirtschaftsplan vorgesehenen Jahreshiebmengen nicht zu erbringen, sind sich die Fachleute sicher.

Die Stadt beauftragt regelmäßig für große Kontingente ihres jährlichen Holzeinschlags, insbesondere wegen der zum Teil sehr schwer zugänglichen und von steilen Abhängen durchzogenen Gebietsteile in der Flötz, den Einsatz von Harvestern.

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