09.02.2018 - 20:00 Uhr
Kemnath

Interview mit Jutta Deiml In der Pflicht und bereit

Es ist eine Überraschung: Jutta Deiml soll Landtagskandidatin der SPD im Wahlkreis Tirschenreuth werden. Die Kemnatherin ist bereit, sich der plötzlichen Herausforderung zu stellen. Sie sieht sich in der Pflicht.

Jutta Deiml. Bild: exb
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Die vorgesehene Kandidatin Friederike Sonnemann aus Waldershof hat ihre Kandidatur aus gesundheitlichen Gründen überraschend zurückgezogen. Oberpfalz-Medien sprach mit Jutta Deiml, die als Nachrückerin vorgeschlagen ist. Am Samstag entscheiden die Delegierten in Kemnath, ob sie ins Rennen geht.

Wie überraschend kam für Sie die Chance, als Landtagskandidatin nachzurücken?

Jutta Deiml : Dass Friederike Sonnemann an ihrer Kandidatur aus nachvollziehbaren Gründen nicht festhalten kann, kam nicht nur für mich, sondern für den gesamte Kreisvorstand überraschend. Ich würde das primär nicht als Chance, sondern eher als Herausforderung sehen.

Warum sind Sie dazu bereit?

Ich bin aus tiefster Überzeugung Sozialdemokratin und möchte alles dafür tun, unseren Stimmkreis und die Nordoberpfalz im Bayerischen Landtag zu stärken. Ich bin dazu bereit, weil ich mir dies zutraue, und weil ich mich unserer Partei verpflichtet fühle. Sie wurde kurzfristig mit dieser Situation konfrontiert. Außerdem kann ich mich auch auf die ganze Unterstützung durch meine Genossinnen und Genossen verlassen.

Wie realistisch ist Ihre Chance in den Landtag einzuziehen?

Bei dem komplizierten Wahlsystem mit Erst- und Zweitstimmen auf Oberpfalzebene und der veränderten Parteienlandschaft wäre eine Aussage blanke Spekulation. Ich werde jedoch engagiert um jede Stimme kämpfen und dann "schau mer mal."

Seit 1999 sind Sie im Stadtrat in Kemnath, seit 2002 im Kreistag. Wie hilfreich ist diese fast 20-jährige Erfahrung in der Situation ?

Natürlich sind alle Erfahrungen und Themenbereiche, mit denen ich im Kommunalen zu habe, eine große Bereicherung und haben zu meiner Meinungsbildung beigetragen. Aber die Aufgabe des Landtagswahlkampfes wird es sein, die landespolitischen Zielsetzungen der Bayern SPD in konkrete Forderungen für unseren Raum umzusetzen.

Was sind die Herausforderungen?

Als große Herausforderung sehe ich die Stärkung des ländlichen Raumes und ganz besonders in den Themen Familie und Bildung, die mir sehr am Herzen liegen.

Was denken Sie über die Große Koalition und den Kurs der SPD?

Ich bin ehrlich, ich war keine Befürworterin der bisherigen Großen Koalitionen, denn sie stärken die politischen Ränder. Deshalb sind auch die aktuellen Wahlergebnisse besorgniserregend. Aber: Wer gestalten will, muss auch regieren wollen.

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