05.07.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Investor Emsal Abatay plant großes Bauvorhaben in Kemnath Wohnraum in zwei Schritten

Entspannung zeichnet sich für den Kemnather Wohnungsmarkt ab: Investor Emsal Abatay aus Neunburg vorm Wald will an der Berndorfer Straße insgesamt vier neue Gebäude mit 52 Wohneinheiten schaffen. Die überwältigende Mehrheit des Kemnather Stadtrat ist begeistert - nur die Fraktion der Grünen nicht.

von Holger Stiegler (STG)Profil

(stg) Für die Stadt Kemnath ist es Segen und Krux zugleich: Viele Menschen wollen hierher ziehen und sich niederlassen. Allerdings ist das Angebot an Eigentums- und Mietwohnungen sehr knapp. Das soll sich bald ändern, wenn Emsal Abatay sein Vorhaben umsetzt: Auf einem gut 8200 Quadratmeter großen Grundstück an der Berndorfer Straße will er in zwei Schritten insgesamt vier Gebäude mit jeweils vier Vollgeschossen errichten. Entstehen sollen dabei 52 Wohneinheiten und 78 Pkw-Stellplätze beziehungsweise Garagen und Carports.

Varianten diskutiert

Der Investor sowie Planer Albert Alt waren in der Sitzung anwesend und standen für Fragen zur Verfügung. Bürgermeister Werner Nickl hatte zuvor erläutert, dass in den vergangenen Wochen und Monaten bereits verschiedene Bebauungsvarianten diskutiert worden waren. Mittlerweile habe sich die Thematik der Höhenentwicklung der neuen Gebäude, die immer wieder für Diskussionen gesorgt hatte, sehr vernünftig entwickelt.

Im Dialog mit dem Investor zeigte sich, dass das Projekt in zwei Etappen umgesetzt werden soll. Zuerst sollen die beiden Häuser im Südosten des Grundstückes (Haus 3 und Haus 4) verwirklicht werden. Beim Baubeginn hofft Abatay auf Mitte 2018, das Verhältnis von Miet- zu Eigentumswohnung soll etwa 50:50 betragen. Inwieweit mit dem Projekt auch die von Jutta Deiml (SPD) und Ely Eibisch (FWG) angesprochenen Themen "Sozialer Wohnungsbau" beziehungsweise "Erschwingliches Wohnen" angegangen werden sollen, steht noch nicht fest. Investor und Verwaltung wollen hierzu aber nochmals Gespräche führen.

Sicht wird verbaut

Die geplante Höhe der neuen Gebäude überzeugte nicht alle Stadträte 100-prozentig. Christian Baumann (FW) empfand sie gerade beim geplanten Haus 1 als zu wuchtig, wollte aber daran das Projekt insgesamt nicht scheitern lassen. Stefan Zaus (Grüne) machte deutlich, dass man sich schon bewusst sein müsse, dass die Sicht vom Friedhof in Richtung Altstadt verbaut werde. Bürgermeister Werner Nickl erwiderte, dass man das Grundstück gekauft habe, um es baulich zu entwickeln. Warum man vom Friedhof aus einen freien Blick zum Kirchturm haben müsse, erschloss sich ihm nicht. "Die Stadt verändert sich doch permanent, das wollen wir doch auch." Josef Krauß (CSU) fühlte sich an Parolen wie "Nieder mit dem Watzmann, freie Sicht nach Südtirol" erinnert.

Grundsätzliche Kritik äußerte Heidrun Schelzke-Deubzer (Grüne): Bei den jetzigen Planungen werde das Brauhaus-Areal ganz außer Acht gelassen. "Ich denke schon, dass wir die zur Verfügung stehenden Flächen als Ganzes betrachten müssen." Andernfalls laufe man Gefahr, dass an der Berndorfer Straße Konkurrenz für eine Konzeption für das Brauhaus-Gelände entstehe. Nickl wollte dies nicht gelten lassen: "Was hier umgesetzt wird, tut uns beim Brauhaus-Gelände nicht weh!" Bei lediglich drei Nein-Stimmen der Grünen-Fraktion wurde das Vorhaben für wichtig und richtig befunden. Damit machte das Gremium den ersten Schritt für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans.

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