19.03.2018 - 14:16 Uhr
Kemnath

Kläranlagenumbau auf Prüfstand

Der geplante Abzug des Milchhofes kann für die Kemnather Bürger teuer werden. Warum? Das erläutert Ortsvorsitzender Hermann Schraml beim Gespräch der Freien Wähler mit dem Bürger.

Petra Schuster, Christian Baumann (vorne, von links) Hermann Schraml und Markus Lehner (Dritter und Vierter von rechts) diskutierten mit den Bürgern für die künftige Stadtentwicklung, Bild: ak
von Arnold KochProfil

Kötzersdorf. Zentrales Thema der Zusammenkunft des Ortsverbandes und der Stadträte der Freien Wähler im Gasthof Busch war die Stadtentwicklung. Vorsitzender Hermann Schraml griff hier die geplante Kläranlagensanierung samt -umbau auf. Wie es damit nach der angekündigten Betriebsstilllegung des Kemnather Milchhofes weitergeht, stehe noch nicht fest. Die geplante Vergärung des Klärschlammes zur Strom- und Gasgewinnung stehe durch die wesentliche Verringerung des Abwasseraufkommens generell auf dem Prüfstand. Durch die angekündigte Betriebsverlagerung in drei Jahren falle etwa ein Drittel des Abwasseraufkommens weg, schätzte Schraml. Die Wirtschaftlichkeit der vorgesehenen Umbaumaßnahmen müsse daher erneut überrechnet werden. Für die bisherige Umbauplanung wären hohe Staatszuwendungen geflossen. Die wesentliche Verringerung der Abwassermenge könnte zu einer deutliche Anhebung der Verbrauchsgebühren führen.

Auch für das ehemalige Betriebsgebäude der Lenz-Brauerei laufen die Sanierungs- und Umnutzungsplanungen. Über die Städtebausanierung sei eine Förderung von rund 90 Prozent für das Einzelbaudenkmal zugesagt. Die endgültige Nutzung als eine Art Bürgerhaus für Senioren und Jugend sei noch nicht fix. Derzeit werde das Gebäude vermessungs- und bautechnisch aufgenommen sowie das Sanierungskonzept samt Kosten erarbeitet.

Mit Blick auf ein ähnliches Projekt in Sulzbach-Rosenberg sei weiter ein Hotel-Projekt im Stadtgebiet denkbar, erklärte der Redner. Bezüglich der Rathaussanierung rechnete er mit der Fertigstellung nicht vor Jahresende.

Zur Frage der künftigen Nutzung des Brauhaus-Geländes erklärten die Stadträte Petra Schuster, Christian Baumann und Markus Lehner, dass durch eine weitere Planungsvariante wieder Bewegung in die Städteplanung gekommen ist. Überprüft werde die Umnutzung des Sportplatzareals des SVSW zu Wohnbauland und Umsiedelung der Sportaktivitäten in die Nähe der Schulsportanlage im Nord-Westen der Stadt. Probleme sahen die Teilnehmer zum einen im Verkehrslärm durch die am SVSW-Gelände vorbeiführenden Bundesstraße 22 und in der Nähe der Gewerbeflächen des Raiffeisen-Lagerhauses. Ein notwendiger Lärmschutz erhöhe die Erschließungskosten.

Laut Schraml wird heuer die Gemeindeverbindungsstraße Eisersdorf-Neusteinreuth gebaut. Zudem gehe die teure Neugestaltung des Dietl-Grundstückes samt Sanierung der alten Stadtmauer neben der Sparkasse ihrem Ende entgegen. Das Gelände der aufgelassenen städtischen Bauschuttdeponie sei an die NEW-Gesellschaft zum Bau einer Freiflächenphotovoltaikanlage verpachtet worden. Zur Frage des Verlaufs der neuen Starkstromtrasse erklärte Schraml, dass noch keine weiteren Informationen vorliegen.

Die Platznot in der städtischen Kinderkrippe wird größer. Eine zweite Kindertagesstätte muss an anderer Stelle geschaffen werden, da die vorhandenen Möglichkeiten in der Kindertagesstätte "Li-La-Löhle" mit drei Krippengruppen ausgeschöpft sind. Im Bereich Wohnungsbau tut sich mit dem geplanten Neubau von bis zu vier Wohnblöcken und im Endausbau von 52 Wohneinheiten im Bereich der Berndorfer Straße etwas. Für ausreichend Parkflächen entlang des Friedhofbereiches wird ein Grundstücksstreifen für Stellflächen freigehalten.

Bürgern monierten wiederholt die mangelhafte Versorgung mit gelben Säcken. Auch bemängelten sie die schlecht ausgeführten Mäharbeiten an Straßengräben und Böschungen.

Schraml berichtete, dass durch die Freien Wähler in Bayern bereits über 100 000 Unterschriften, davon im Landkreis 2500, zur Abschaffung der kommunalen Straßenausbaubeiträge gesammelt haben. Sie sind am Montag ans Innenministerium übergeben worden.

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