13.03.2018 - 17:52 Uhr
Kemnath

Machbarkeitsstudie zur Generalsanierung der Realschule Kemnath Trakt für Trakt zur neuen Schule

An einer Generalsanierung der Realschule Kemnath führt kein Weg vorbei. Das zeigt auch eine Machbarkeitsstudie. Für die Turnhalle schlägt sie sogar einen Neubau vor.

Das Planungsbüro Fischer schlägt vor, die Turnhalle abzureißen und neu zu bauen. Unterhalb der ehemaligen Förderschule soll die neue Heizzentrale entstehen.
von Martin Maier Kontakt Profil

"Ich glaube, es ist an der Zeit, tiefgreifend in die Bausubstanz einzugreifen", eröffnete Landrat Wolfgang Lippert die Sitzung des Schulausschusses. In den nächsten Jahren müsse der Landkreis sicher Millionen in die Hand nehmen. Ziel sei es, "den exzellenten Ruf" der Kemnather Bildungseinrichtung zu halten.

Johannes Fischer vom gleichnamigen Planungsbüro aus Marktredwitz stellte die Machbarkeitsstudie zur Generalsanierung der Realschule vor. Grundsätzlich sei die Einrichtung optisch in einem sehr guten Zustand. Als "große Themen" bezeichnete er die Energie und den Brandschutz.

Unter anderem müssten Sicherungen und Kabel ausgetauscht werden. Die Veränderungen an der Elektro-Unterverteilung hätten allerdings zur Folge, dass der Bestandsschutz erlischt. Alle neuen Vorgaben müssten damit erfüllt werden. Der Brandschutz sei in den vergangenen Jahren immer mehr verschärft worden. Sein Fazit: "Wenn wir sanieren, dann komplett."

Auf das energetische Konzept ging Energieberater Thomas Wilhelm ein. Die Heizungsrohre seien fast überall nicht optimal isoliert. Momentan ist die Heizung im Keller der Turnhalle untergebracht. Dieses Gebäude sei aber von der Bausubstanz am schlechtesten. Er schlug daher vor, die neue Heizzentrale (Hackschnitzel) im Bereich der ehemaligen Förderschule zu bauen.

Damit sei es möglich, die Heizungstechnik in den Häusern schrittweise zu sanieren. Auch bei der Sanitärtechnik sei eine Generalsanierung nötig, den die Trinkwasserversorgung laufe überwiegend noch durch alte verzinkte Rohrleitungen. Die Erneuerungen bei der Lüftungstechnik würden sich hingegen in Grenzen halten. In der Machbarkeitsstudie präsentierte Fischer einzelne Maßnahmen für die fünf Trakte. Am Verwaltungsgebäude (Trakt 1) fehlten die Sockeldämmung und ein Aufzug. Zudem sei ein Austausch der Fenster nötig. Die Dämmung am Dach "entspricht nicht dem Standard".

Den Trakt 2 (Aufstockung/Anbau Klassen) bezeichnete der Geschäftsführer als den am besten erhaltenen. Aber auch in diesem Bereich verwies er wie überall auf die fehlende Barrierefreiheit. Bei den Flügelbauten (Trakt 3 und 4) sei unter anderem eine Erneuerung der Dachaufbauten und Fenster nötig.

"So etwas habe ich noch nie gesehen", hob Fischer die Besonderheit des Dachs der Turnhalle (Trakt 5) hervor. Das Tragwerk müsste statisch komplett neu berechnet werden. Zudem stehe das Gebäude "zum Teil im Wasser". Eine Trockenlegung bezeichnete der Fachmann als schwierig. "Eine Sanierung ist teurer beziehungsweise kostet gleich viel wie ein Neubau", war sich Fischer sicher. Daher sein Vorschlag: "Wegreißen und etwas Neues errichten."

Die Kosten für die Generalsanierung der Trakte 1 bis 4 bezifferte er auf rund 9,8 Millionen Euro sowie den Abbruch und Neubau der Turnhalle auf 2,3 Millionen Euro. Mit Nebenkosten kam er auf eine Summe von 14,3 Millionen Euro. Dabei seien aber noch nicht die Container berücksichtigt. Diese würden teilweise nötig werden. Die Sanierung könnte in mehreren Schritten bis 2023/24 erfolgen.

Landrat Wolfgang Lippert erkundigte sich, ob es auch möglich sei, den Trakt 3 und 4 zusammenzufassen. Dem stimmt Fischer zu. Es gebe Überlegungen, Trakt 1 und den Verbindungsbau zu Trakt 2 aufzustocken. Damit könnten 3 und 4 komplett wegfallen, je nachdem, wie viel Platz benötigt wird. Das lege das sogenannte abstrakte Raumprogramm fest, erklärte Kreisbaumeister Klaus Weig. Die Regierung erstelle dies momentan. Vorliegen soll es bis spätestens April. "Erst im Anschluss sind Empfehlungen möglich."

Kreiskämmerer Klaus Pöllmann erläuterte auf Nachfrage der Oberpfalz-Medien, dass ein Planungsbüro dieses Raumprogramm umsetzte und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für einen Neubau, Teilneubau und eine Generalsanierung erstelle. Danach müsse der Kreistag festlegen, was für ihn "das Vernünftigste ist". Mit einer Entscheidung rechnet Pöllmann im Spätherbst.

"Pragmatische Lösungen"

"Wir haben keine komplett marode Schule, aber natürlich haben wir Probleme mit dem Gebäude", machte Rektor German Helgert im Schulausschuss deutlich. Bei einer Führung verwies er die Kreisräte vor allem auf die Weitläufigkeit. "Wir waren schon immer bemüht, pragmatische Lösungen zu finden und ich glaube, das schaffen wir auch jetzt." Die Kreisräte müssten mit der Generalsanierung der Bildungseinrichtung eine Entscheidung treffen, die die Realschule die nächsten 30 bis 50 Jahre präge.

Die Schülerzahlen (momentan rund 900) würden laut einer Prognose, die von der Regierung anerkannt sei, in den nächsten Jahren nur leicht zurückgehen und dann konstant bei etwa 850 bleiben. Die Kinder und Jugendlichen kommen aus vier Landkreisen. (rti)

Blick aufs Gymnasium

Franz Dürrschmidt (Freie Wähler) lenkte im Schulausschuss kurz den Blick auf die damalige Generalsanierung des Stiftland-Gymnasiums und die Entwicklung der dortigen Schülerzahlen. Es werde gemutmaßt, dass während der Sanierung sich einige Schüler für andere Einrichtungen entschieden hätten. Laut Bernard Söllner (CSU) sollte man das auch bei den Maßnahmen in Kemnath im Hinterkopf behalten und alles möglichst sanft über die Bühne bringen, auch bei der Verwendung von Containern als Unterrichtsräume. (rti)

Wir haben keine komplett marode Schule, aber natürlich haben wir Probleme mit dem Gebäude.Rektor German Helgert

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