30.08.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

MU-Sommergespräch mit Albert Rupprecht Lob, aber auch Aufgaben

Beim Sommergespräch der Mittelstandsunion (MU) tauschen sich Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht sowie die Vorsitzenden Leonhard Zintl (Landkreis Tirschenreuth) und Harald Gollwitzer (MU Nordoberpfalz) aus. Neben Lob haben beide auch Forderungen für die Zukunft an den Politiker mit im Gepäck.

Leonhard Zintl (links) und Harald Gollwitzer (rechts) dankten MdB Albert Rupprecht beim traditionellen MU-Sommergespräch für seinen Einsatz für die Region. Bild: mez
von Roman MelznerProfil

Für die neue Legislaturperiode forderten Zintl und Gollwitzer, die Einkommensteuer vor allem für untere und mittlere Einkommen zu senken und den Spitzensteuersatz erst ab 60 000 Euro zu erheben. Der Kindergrundfreibetrag und das Kindergeld müssten deutlich angehoben werden, um die Familie als solches viel deutlicher zu stärken, meinte Zintl. Der Solidaritätszuschlag soll zudem schneller abgeschafft werden.

Im Bereich der Digitalisierung fordert die MU, die Verwaltung schneller zu digitalisieren. Eine Art Digital-Staatsminister im Kanzleramt könne auch hier wegweisend sein für den Fortschritt, erklärte Gollwitzer. Der Meisterbrief, ein Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz sowie Verkürzungen von Planungsverfahren bei Infrastrukturvorhaben waren weitere Themen, die die Wirtschaftsvertreter mit Rupprecht diskutierten.

Die Große Koalition sei aus Sicht des Mittelstands keine einfache Regierung gewesen, blickte Zintl zurück. Dennoch seien unter anderem von der Abschaffung der kalten Progression bis hin zur Einführung einer Flexi-Rente MU-Forderungen umgesetzt worden. Das Wirtschaftswachstum konnte ausgebaut und die derzeitige Rekordbeschäftigung gehalten werden.

Rupprecht ging auf die verbesserte Startup-Finanzierung für Investoren ein, wodurch ein wichtiger Standortnachteil beseitigt wurde. Mit der Reform des Insolvenzanfechtungsrechts werden gesunde Unternehmer vor "fragwürdigen" Rückforderungen von Insolvenzverwaltern geschützt. Ab dem nächsten Jahr werden zudem Handwerker und Bauunternehmer vor der Haftungsfalle bewahrt, die bis dato beim Einbau eines unerkannt mangelhaften Produkts zuschnappen konnte. Künftig muss laut Rupprecht der Verkäufer eines fehlerhaften Produkts die Ein- und Ausbaukosten ersetzen und nicht mehr der Handwerksbetrieb. Gollwitzer lobte die verbesserte Ausweitung der Absetzbarkeit geringwertiger Wirtschaftsgüter auf pauschal 800 Euro ab dem Jahr 2018. Das erspare viel Bürokratie erspart, betonte der Bauunternehmer. Nun könnten Anschaffungen schneller steuerlich geltend gemacht werden, was dazu anregt, auch schnellere Ersatzbeschaffungen in Betrieben vorzunehmen.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.