Provisorische Ladesäule steht am Kemnather Stadtplatz
Provisorium für E-Bikes

Direkt neben dem Kemnather Maibaum befindet sich der provisorische Standort einer der drei in Kemnath geplanten E-Bike-Ladestationen. Bild: stg
Politik
Kemnath
18.08.2017
94
0

Es tut sich einiges in der Kommune. Das gilt auch für das Thema "Energie und Elektromobilität", wie in der Sitzung des Kemnather Stadtrats deutlich wird. So ist am Stadtplatz bereits eine erste E-Bike-Ladestation provisorisch realisiert.

Idealerweise sollten die Ladestationen für E-Bikes gemeinsam mit den Elektroladesäulen für Autos aufgestellt werden. Dies könne aber noch nicht terminiert werden - deshalb gebe es nun das Provisorium, informierte Verwaltungsmitarbeiter Roland Sächerl die Stadträte.

Eingebettet ist es in das Leader-Förderprojekt "Einheitliche E-Bike-Ladestationen in der Ferienregion Oberpfälzer Wald", bei dem in den Landkreisen Tirschenreuth, Neustadt/WN und Schwandorf insgesamt 83 Ladestationen beantragt wurden. Im Landkreis Tirschenreuth sind es zwölf an der Zahl, drei davon für Kemnath.

Die Nettokosten pro Ladestation liegen bei 1249 Euro, davon werden 70 Prozent gefördert. Der Kemnather Eigenanteil für die Ladestationen am Ärztehaus, am Rathaus und an der Mehrzweckhalle liegt gerade einmal bei rund 1300 Euro. Erstellt werden soll noch eine E-Bike-Radkarte mit allen 83 Ladestationen im Oberpfälzer Wald.

NEW-Angebot

In Sachen Elektroladesäulen für Fahrzeuge war ursprünglich vorgesehen, ein einheitliches Ladesystem im Landkreis zu errichten. Kemnath habe über den Stromanbieter N-Ergie im Februar Förderanträge gestellt, es liege aber noch keine Bewilligung vor, teilte Sächerl mit. Zwei Standorte sind in dem Antrag angegeben worden: das Rathaus sowie der Parkplatz beim Ärztehaus. Über N-Ergie könnten dort Ladesäulen mit jeweils zwei Typ-zwei-Steckern mit jeweils 22 Kilowatt Leistung errichtet werden.

Seitens des Landkreises werde die Errichtung einer Ladesäule einmalig mit 2000 Euro gefördert, sagte der Verwaltungsmitarbeiter. Die Kostenbeteiligung der Stadt liegt bei 1500 Euro pro Ladesäule, außerdem hat sie den nicht geförderten Teil der Netzanschlusskosten zu übernehmen. Der Betrieb der Ladesäulen erfolge sechs Jahre lang über N-Ergie, auch sei eine Aufnahme in den Ladeverbund "Franken Plus" möglich, erläuterte Sächerl.

Mittlerweile liege auch ein Angebot der Neue Energien West eG (NEW) für die Errichtung von Ladesäulen vor, berichtete er. "Hierbei müssten von seiten der Kommune lediglich die Kosten für den Netzanschluss übernommen werden, hierfür kann ab 1. September ein Förderantrag gestellt werden." Die Kosten für einen Netzanschluss werden auf 2000 bis 4000 Euro geschätzt. Betrieb, Wartung und so weiter liefen über die NEW, der Strom werde im ersten Schritt kostenlos zur Verfügung gestellt, sagte der Verwaltungsmitarbeiter. Da die Stadt Kemnath Mitglied der NEW ist, soll Rücksprache mit N-Ergie gehalten werden.

"Große Lösung"

Die NEW hat immer noch großes Interesse daran, eine Freiflächen-Photovoltaikanlage auf der ehemaligen Bauschuttdeponie Höflas zu errichten. Derzeit prüft sie zudem eine eventuelle Nutzung der ehemaligen Hausmülldeponie. Die Gesamtfläche des Grundstücks beträgt 47 686 Quadratmeter, davon entfallen 29 700 Quadratmeter auf die Bauschutt- und 17 986 Quadratmeter auf die Hausmülldeponie.

Für die NEW sei der Idealfall eine "große Lösung", so dass eine Aufteilung auf drei Anlagen mit jeweils 750 Kilowatt - also insgesamt 2,25 Megawatt - erfolgen könne, erklärte Sächerl. Das Pachtangebot an die Stadt betrage 1250 Euro pro Hektar, insgesamt also etwa 5000 Euro pro Jahr.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.