02.05.2018 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Reaktionen auf die Gewerbeoffensive der Stadt Kemnath Erste Firmen fragen an

Die Stadt Kemnath senkt den Hebesatz für die Gewerbesteuer von 320 auf 230 von Hundert. Reaktionen von Firmen auf diese Ankündigung bleiben nicht aus.

von Hubert Lukas Kontakt Profil

"Es haben sich welche gemeldet", berichtet Bürgermeister Werner Nickl auf NT-Nachfrage. Wer alles? Darauf gibt er keine Antwort. Aus welcher Branche? Auch hier hält sich der Rathauschef bedeckt. Nur soviel: Von der neuen Grundsteuer profitierten weniger Personalunternehmen wie Handwerksbetriebe, sondern eher Kapitalgesellschaften.

Es sei "Interesse bekundet worden, und demnächst finden Gespräche satt", verrät Nickl. Dann werde man sehen, "ob man zamm kommt". Rund 5 Hektar Gewerbefläche würden neuen Unternehmen in Kemnath zur Verfügung stehen. "Wir kaufen auch noch zu, um die Gewerbeoffensive mit Leben zu füllen." Die Fraktion der Grünen im Stadtrat hatte bei der Haushaltsverabschiedung in der ergangenen Woche (onetz.de/1849456) von einem "verheerenden Signal" gesprochen.

Auch Jürgen Mistol, stellvertretender Vorsitzender und kommunalpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, hat in einer Pressemitteilung das "Steuer-Dumping", das "die Kannibalisierung der Kommunalfinanzen" fördere, kritisiert. Ein solcher Schritt sei unfair gegenüber anderen Städten sowie Gemeinden und setze eine Abwärtsspirale in Gang, "an deren Ende sich die großen Unternehmen ins Fäustchen lachen werden".

Doch Nickl verteidigt den eingeschlagenen Kurs, zu dem es von unterschiedlichen Seiten auch besorgte Nachfragen gegeben habe. Es sei Ansatz der Stadt, "nicht Unternehmen aus der Region anzuheuern, sondern große Firmen (,Der Fokus liegt auf Kapitalgesellschaften') von weiter weg herzuholen". Davon würden auch umliegende Gemeinden profitieren. Das habe er in diesen Gesprächen klarmachen können, berichtet der Rathauschef.

Mit der Gewerbeoffensive habe man sich an der rund 43 000 Einwohner zählenden Stadt Monheim in Nordrhein-Westfalen orientiert. Diese habe den Hebesatz vor einigen Jahren auf 265 von Hundert gesenkt. Ebenfalls 230 von Hundert gebe es seines Wissens in zwei Dörfern in Allgäu. Doch diese würden wohl einen anderen Ansatz verfolgen, mutmaßt Werner Nickl.

Dass die Stadt Kemnath - nachdem ihre Gewerbesteuereinnahmen in den vergangenen beiden Jahren rückläufig waren - gerade jetzt dem Beispiel Monheim folgt, liege an Gesprächen, die zur richtigen Zeit mit den richtigen Leuten geführt worden seien, sagt Nickl. "Es braucht schon jemand, der darauf (Gewerbeoffensive) reagiert", denn sonst wäre die Senkung der Gewerbesteuer kontraproduktiv. "Man muss etwas Lukratives anbieten, sonst interessiert das niemand."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.