Rund um Waldeck soll ein "Essbarer Wildpflanzenpark" entstehen
Durch die Natur essen

Dr. Markus Strauß stellte im Kemnather Stadtrat das Konzept für den Essbaren Wildpflanzenpark rund um Waldeck vor. Bild: stg
Politik
Kemnath
10.07.2017
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Innovativ, nachhaltig und an der Natur orientiert - das zeichnet das Projekt aus, das rund um Waldeck entstehen soll. Der Kemnather Stadtrat befasst sich in seiner Sitzung mit der möglichen Realisierung eines "Essbaren Wildpflanzenparks" (Ewilpa).

(stg) Träger der Maßnahme südlich von Waldeck und rund um den Schlossberg wäre der Naturpark Steinwald, Ideengeber sind Dr. Markus Strauß und die Stiftung Ewilpa. "Das Thema wird schon geraume Zeit im Rathaus diskutiert", schickte Bürgermeister Werner Nickl voraus. In Waldeck habe bereits eine Versammlung stattgefunden, in der die Verantwortlichen von Obst- und Gartenbauverein sowie Heimat- und Kulturverein ihre Bereitschaft erklärt hatten, das Projekt mitzutragen.

Als Referenten hieß der Rathauschef Dr. Markus Strauß willkommen, Der aus dem Fernsehen bekannte Referent ist Experte und Buchautor für die Themen Wildpflanzen und Kräuter. In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen hat er den Zertifikatslehrgang "Fachberater für Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen" konzipiert.

Essbare Wildpflanzen finde man in den Bereichen Kräuter, Stauden, Sträucher und Bäume, erklärte der Redner. "Und daraus kann man sehr wertvolle Lebensmittel herstellen." Der Themen-Wanderweg mit essbaren Wildpflanzen, die Strauß als "ehrliche Lebensmittel" charakterisierte, vereine neue kulinarische Erlebnisse mit aktiver Gesundheitsvorsorge, einer naturnahen Landwirtschaft und einer intakten Umwelt.

Der Ewilpa Waldeck wird demnach nicht aus einer zusammenhängenden Fläche, sondern zahlreichen Teilflächen bestehen. Entstehen soll dabei ein Erlebniswanderweg mit 13 Schautafeln. Auf jeder Teilfläche werden die hier charakteristischen essbaren Wildpflanzen vorgestellt. Vorgesehen sind beispielsweise Stationen wie eine Ackerbrache mit Wildgemüse und Kräutern, eine Fläche mit Themenschwerpunkt Nüsse oder eine Streuobstwiese mit Feldhecke. Es werden ausschließlich bereits vorhandene Wege genutzt, Neubauten sind nicht erforderlich. Es werden bereits vorhandene Vegetationselemente einbezogen, Neupflanzungen sind deshalb nur in beschränktem Maße nötig.

"Das alles ist natürlich schon noch ein Pionier-Thema", betonte Strauß. Die Vorteile liegen für ihn aber auf der Hand - es sei ein innovatives Projekt mit geringen Folgekosten, das ein bundesweites Medienecho garantiere und die Kommune in den Fokus rücken lasse. Strauß rechnete damit, dass der Ewilpa im Frühjahr 2018 eröffnet werden könnte. Natürlich soll der Weg dann auch in Form von Führungen und dergleichen "bespielt" werden.

Die Zustimmung im Kemnather Stadtrat hätte nicht einhelliger ausfallen können: Aus allen Fraktionen kamen begeisterte Worte über das Projekt. Josef Krauß (CSU) sprach von einer "Bereicherung für die Bevölkerung", Ely Eibisch (Freie Wähler) sah in dem Weg ein Mittel, um den Menschen die Natur nahe zu bringen, Heidrun Schelzke-Deubzer (Grüne) sprach von einem "attraktiven Zukunftsthema", und Jutta Deiml (SPD) stellte fest: "Die Idee passt zu uns!"
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