Sanierung der Freisportanlage Kemnath - Bauausschuss besichtigt Baustelle
Neue Möglichkeiten im Sport entstehen

Teile der Tartanbahn sind bereits abgetragen. In den nächsten Wochen wird die 400 Meter Laufbahn eine rund 20 Millimeter starke, neue Oberschicht erhalten. Bild: mde
Politik
Kemnath
20.08.2017
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Der Unterbau des Kleintrainingsfeldes ist fertig. Auch hier ist nur noch die Kunststoffoberschicht nötig. Zäune wurden beseitigt, welche als überflüssig bewertet wurden.

Über eine halbe Million Euro investieren Freistaat, Landkreis und Stadt in die Sanierung der Kemnather Freisportanlage. Vieles soll für die unterschiedlichen Sportarten verbessert werden. Einiges hat sich auch schon getan.

Der Kemnather Bauausschuss und Mitglieder des Stadtrates besichtigten mit Bürgermeister Werner Nickl, Kemnaths Bauamtsleiter Josef Kuhbandner sowie dem zuständigen Sachbearbeiter für kreiseigene Anlagen und Objekte vom Landratsamt Tirschenreuth, Christian Kropf, und dem Bauingenieur Gerhard Baumann des gleichnamigen Ingenieurbüros die Schul- und Freisportanlage.

Auf dem Kleintrainingsfeld direkt neben den Umkleideräumen der Freisportanlage hat sich schon einiges getan. Dort haben Arbeiter den alten Asphalt-Unterbau zurückgebaut, einen neuen eingegossen. Grund waren fehlende Entwässerung und fehlendes Gefälle, die den Unterbau brüchig machten. Jetzt gibt es ein leichtes Gefälle und Entwässerungsmöglichkeiten an etlichen Stellen. Auch beim Weitsprungfeld sorgten die Arbeiter dafür, dass das Wasser nun abfließen kann. Nur noch der Kunststoffbelag, die Tartanschicht, fehlt.

Die alten hohen Zäune, die das Kleintrainingsfeld ummantelten, sind nun teilweise weg. Ganz entfallen werden sie jedoch nicht. Nur bei der derzeit öffentlichen Skate- und Beachvolleyballanlage bleibt ein Teil des Zaunes bestehen. Zudem werden Ballfangnetze angebracht. Multifunktionsösen im Boden ermöglichen es, Sportgeräte anzubringen.

Nur noch ein Stoßring

Im Zufahrtsbereich neben den Lagerräumen der Freisportanlage wird ein neues Tor errichtet und auch der bereits erneuerte Zaun ausgetauscht. Die Höhe des Tores und Zaunes muss den aktuellen Vorgaben entsprechen und somit eine Höhe von zwei Metern aufweisen, hieß es bei der Besichtigung. Dass es die Laufbahn schon lange gibt, sieht man ihr auch an. Feuchtigkeit machte der Kunststoffschicht zu schaffen. "Eine Ablaufrinne war eingebaut, jedoch fehlte der geeignete Ablauf fast komplett um die 400 Meter lange Laufbahn. Kantensteine waren brüchig, Rinnenabdeckungen gebrochen", erörterte Ingenieur Gerhard Baumann. So werden aktuell neue Oberflächenwasserabläufe eingebaut. Zudem wird eine 20 Zentimeter breite Pflasterreihe entlang der Bahn, auf der Innenseite um die Rasenfläche, als auch an der Außenseite und an den anliegenden Grünstreifen eingesetzt und soll so für weitere Verbesserung sorgen.

Ebenso wurden Sprungschanze und Wassergraben zurückgebaut. Denn diese sei nie genutzt worden. Die Unterschicht der 400-Meter-Laufbahn wird nicht erneuert, weil sie noch intakt sei. Jedoch wird auch hier die 13 Millimeter starke Kunststoff-Unterschicht eingebaut und die rund 7 Millimeter dicke rot-farbige Abnutzschicht in Spritbeschichtung aufgetragen.

Die Kugelstoßanlage ist ebenfalls mit in die Baumaßnahmen eingeplant. Diese ist sanierungsbedürftig. Randsteine sind abgebrochen, die Betonplatte bei den Stoßringen abgeplatzt und die Entwässerung nicht intakt. Jedoch steht nach der Sanierung nur noch ein Kugelstoßring zur Verfügung. Zudem wird beim Kugelstoßfeld ein "Beachsoccerfeld" geschaffen. Die Bedingungen des Sandfeldes seien bereits durch die jetzigen Ausmaße von 13 Metern Breite und der Länge von rund 19 Metern dafür ausreichend, hieß es bei der Besichtigung.

Das jetzt schon öffentliche Beachvolleyballfeld und die Skateranlage werden durch das "Beachsoccerfeld" und die Kugelstoßanlage dann erweitert. Die Zäune kommen, zumindest entlang der Straßenseite, weg. Ein Erdhügel soll dort angesät und bepflanzt werden. Einige Gremiumsmitglieder meldeten dazu Sicherheitsbedenken an. "Bälle können auf die Straße fallen, das ist gefährlich", hieß es. Deshalb wird nun besprochen, ob zumindest vereinzelt Ballfangnetze angebracht werden sollen. Stadtrat und Vorstand des SVSW Kemnath, Wolfgang Weber (SPD), regte an, im Zuge der Sanierung auch an neue Pfosten für die Netze des Beachvolleyballfeldes zu denken. "Die Pfosten sind den Vorgaben der Wettkämpfe nicht angepasst und nicht zeitgemäß", wusste er. Neue Pfosten würden rund 3500 Euro kosten. Dazu addierten sich dann das Ausbaggern des Sandes, die Entfernung der alten Fundamente und die Erstellung neuer Fundamente. Die Pfosten könnten aber auch auf die Bodenplatte unter dem Sand gedübelt werden, was Kosten und Zeit sparen würde, schlugen einige Räte vor.

Hohe Fördersumme

"Vieles wird hier verbessert, das sieht man. Auch aus Sicht der Schulen sind die Änderungen als sehr gut einzustufen", betonte Stadträtin Heidrun Schelzke-Deubzer (Grüne). "Es ist eine Bereicherung auch für die Allgemeinheit. Neues wird und wurde bereits geschaffen. So entstehen neue Möglichkeiten für den Sport, in jeder Hinsicht. Ebenso wird mehr Nutzen für die Bevölkerung entstehen, denn ein weiterer Bereich ist dann öffentlich zugänglich und steht zur Benutzung frei", freute sich Bürgermeister Werner Nickl.

"Die Arbeiten sind gut im Zeitplan. Sehr engagiert sind die Firmen und deren Arbeiter", betonte Gerhard Baumann. Auf eine halbe Million Euro wurden die Kosten anfangs geschätzt. "Kleine Überschreitungen der Kostensumme führen jedoch zu späterem Zusatznutzen für alle", betonte der Bürgermeister. "Nachgerechnet liegen wir aktuell bei 473 000 Euro, plus rund 45 000 Euro für die Zusatzflächen und -arbeiten", wusste Christian Kropf vom Landratsamt Tirschenreuth. Die Kosten werden zwischen Landkreis und Stadt aufgeteilt. "Es kann bei diesen Sanierungsmaßnahmen mit einer hohen Fördersumme des Freistaates gerechnet werden." Die geplante Fertigstellung ist auf den 15. September terminiert.
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