09.11.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Vom Friedhof Kemnath verschwinden immer wieder Gießkannen Chipsystem als Diebstahlschutz

Anderer Termin, gleiches Bild: Auch die zweite Bürgerversammlung im Landgasthof Busch stieß auf großes Interesse. Und auch hier erregte die Schließung des Milchhofs Unmut. Die Landwirte fühlten sich genauso vor den Kopf gestoßen wie die Stadt. Die Mitglieder der Bayerland eG kritisierten, über den Schritt nicht informiert gewesen und gefragt worden zu sein. Dem Vorstand der Genossenschaft warfen sie vor, keine Rücksicht auf die Interessen der Genossen zu nehmen und nur den Profit zu sehen.

Die Kötzersdorfer und die Orte rundherum nutzten die Gelegenheit ihre Probleme und Fragen vorzubringen.
von Bernhard KreuzerProfil

Bayreuth bietet nach ihrer Auffassung keine topographische Weiterentwicklung. Die Entscheidung der Bayernland eG sei kontraproduktiv zu sehen, wenn einerseits Behörden zur Schaffung von Arbeitsplätzen aufs Land, andererseits eine noch größere Zahl in die Städte verlagert werden. Allerdings gab es auch Meldungen, die zu bedenken gaben, dass bei einer Modernisierung der Käserei auch die Hälfte der Arbeitsplätze weggefallen wäre.

Bürgermeister Werner Nickl erinnerte in seiner Wanderung durch das Zahlenwerk der Stadt daran, dass diese mit Kulmain und Immenreuth als einzige Kommune im Landkreis eine positive Einwohnerentwicklung aufweise. Trotz steigender Geburten gingen aber die Schülerzahlen nach unten. Der Schulstandort Waldeck wurde daher geschlossen. Die Realschule bleibe aber immer noch eine der größten in Bayern.

Auf den niedrigsten Stand sank die Arbeitslosenzahl mit derzeit 102. Ihr stehen leicht schwankend 3294 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gegenüber. Damit bietet Kemnath 1140 Arbeitsplätze mehr an als die für die Stadt registrierten versicherungspflichtigen Arbeitskräfte. Im Kreisvergleich entfallen 611,25 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze auf 1000 Einwohner. Der Durchschnitt im Landkreis liegt bei 323,12, in Bayern bei 412,81. Im Mittelfeld des Landkreises rangiert die Kommune bei der Pro-Kopf-Verschuldung mit 1084,83 Euro.

Nickl sprach den dritten Bauabschnitt der Friedhof-Gestaltung und die Tatsache an, dass der Gottesacker unter einem großen Schwund an Gießkannen leidet. Dieser Entwicklung werde die Stadt mit der Einführung von Chipmarken begegnen. Eine größere Akzeptanz wünschte er sich bei den blauen Mitfahrerbänken in der Stadt. Sie wären für Kötzersdorf aufgrund fehlender öffentlicher Verkehrsanbindung eine Alternative für nicht motorisierte Bürger. Für den Ausbau der sanierungsbedürftigen Gemeindeverbindungsstraße über den Läufer möchte er eine andere Lösung als die Förderung durch das Kernwegenetz der Steinwaldallianz finden.

Straßen waren auch das Stichwort für Beschwerden wegen landwirtschaftlicher Ungetüme auf der Strecke zur Biogasanlage, Schlaglöcher in Oberndorf und schlecht gemähter Straßenränder und -gräben.

Für Haunritz machten sich Stimmen laut für ein eigenes Dorferneuerungsverfahren, um auch einen schönen Dorfplatz zu bekommen. Besucher aus Kaibitz monierten, dort immer noch keinen Handy-Empfang zu haben. Die Photovoltaikanlage auf dem Gelände der Mülldeponie bei Höflas sei noch nicht vom Tisch, erklärte Nickl auf Anfrage. Wenn sie komme, gelte es, für das Johannisfeuer einen neuen Platz zu finden.

Der Bürgermeister ermutigte, das Energiesparförderprogramm zu nutzen und sich an das Rathaus zu wenden. Die Stadt selbst stellt 360 Leuchten auf LED-Technik um. Der Aufwand von 39 000 Euro macht sich nach zwei Jahren bereits bezahlt. Mit Erleichterung stellte Nickl fest, dass nach 14 Jahren der Radweg von Oberndorf nach Wirbenz Realität wird. Dieser bringe auch der Landwirtschaft große Erleichterung. Schlackenhof hat wieder eine neue Anschlagtafel am Bushäuschen.

Mehr Plätze im Kindergarten

In der kontinuierlichen Steigerung der Bevölkerung auf nunmehr 5415 Einwohner und eine Geburtenrate von 55 Neubürgern sieht Bürgermeister Werner Nickl die Verpflichtung zur Ausweisung neuer Baugebiete sowie zur Erweiterung des Platzangebots im Kindergarten und -hort. "Eine Erweiterung am Standort ist nicht mehr möglich", sagte er mit Verweis auf die beengten Räumlichkeiten der Kinderbetreuungsstätte in der Wunsiedeler Straße. Bei der Prämisse, dass jedes Kind einen Platz bekommen muss, versprach er alles zu tun, diese zu verwirklichen.

Dieses Betreuungsplatzangebot möchte er auch für Senioren erreichen. Neue Perspektiven für seniorengerechtes Wohnen sah er im Projekt "Senivita". Voraussichtlich im Mai 2018 können dort die ersten Senioren einziehen. Ergänzend dazu wäre die Erweiterung des Hauses Falkenstein notwendig. (bkr)

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