09.10.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Zwei Bundesstraßen total gesperrt Nur schwer von Ost nach West

Fast wie zu Zeiten des Eisernen Vorhangs: in der nördlichen Oberpfalz ist es derzeit furchtbar kompliziert von Ost nach West zu kommen, weil mit B 22 und B 470 die Hauptverbindungen unterbrochen sind. Das Bauamt ist nicht glücklich. Trotzdem sei die Vorgehensweise sinnvoll.

Die B22 zwischen Schönreuth und Kemnath ist bereits seit Monaten gesperrt und wird es wohl auch noch einige Zeit bleiben. Nun kommt für gut zwei Wochen die Sperre auf der B470 hinzu.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Kemnath/Schwarzenbach. Die B 22 ist seit Monaten gesperrt, ab Dienstag, 10. Oktober, auch die B 470. Von Kemnath nach Weiden zu fahren, ist damit nur über Um- und Schleichwege möglich. Dass das für Unmut sorgt, ist dem Chef des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach durchaus bewusst: "Uns ist schon völlige Hirnlosigkeit vorgeworfen worden", sagt Henner Wasmuth. Tatsächlich waren die Pläne einmal anders: "Wir sind davon ausgegangen, dass wir die B 22 zumindest für Pkw offen halten können", erklärt er. An der Brückenbaustelle vorbei sollten Autos über den Radweg fahren. Der Plan erwies sich nach wenigen Stunden als undurchführbar: Weil viele Lkw die Sperre und Ableitung ignorierten, brach am Nadelöhr "Radweg" Chaos aus, bis die Polizei den Versuch abbrach. Seither ist die B 22 bei Schönreuth total gesperrt.

Damals war die Sanierung der B 470 längst geplant. "Wir hätten die Arbeit verschieben können, aber wer weiß, ob wir im kommenden Jahr immer noch die Mittel dafür zur Verfügung hätten." Tatsächlich spielt Geld beim aktuellen Bauboom auf Oberpfälzer Straßen eine Rolle. Die Finanzausstattung für solche Sanierungarbeiten war lange nicht mehr so gut gewesen. Den Ausbau der B 22 bei Altenstadt habe das Bauamt etwa schon seit Jahren vor sich hergeschoben, weil die Mittel fehlten. "Man hatte zuletzt schon den Eindruck, dass mancher Politiker lieber Bänder vor Neubauten durchschnitt, als bestehende Straßen zu sanieren", bringt der Bauamts-Chef auf den Punkt. Das habe sich in den vergangenen beiden Jahren geändert, was zunächst einmal eine gute Nachricht sei, wenn sie auch kurzfristig manchen Autofahrer zum Verzweifeln bringt.

Eine Rolle spielen auch die gestiegenen Anforderungen beim Arbeitsschutz. "Wir hatten vor, die B470 halbseitig zu sanieren", erklärt Wasmuth. Weil die Auflagen zuletzt strenger wurden, ist das nicht mehr möglich. "Die Straße ist nicht breit genug." Dies könne man schlecht finden, "aber in der Vergangenheit waren die Bedingungen für die Arbeiter auf solchen Baustellen schwierig", sagt Wasmuth.

Am Ende habe sich das Bauamt entschieden, die beiden Totalsperren für gut zwei Wochen parallel laufen zu lassen. "Für die Einschränkungen können wir uns nur entschuldigen", sagt Wasmuth, der aber auch darauf hinweist, dass die Umgehung der B 470 über Grafenwöhr und Hütten im Schnitt gut acht Minuten mehr Fahrzeit bedeutet. "Und die Ortskundigen haben doch ihre Schleichwege, für die geht es vielleicht sogar noch etwas schneller."

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