14.06.2017 - 17:46 Uhr
KemnathSport

Interview mit Sven Kopp Plötzlich Bundesliga

Ein Abstieg und zwei Aufstiege in drei Jahren. Sven Kopp aus Waldeck ist Spieler bei Jahn Regensburg und will jetzt in der 2. Bundesliga angreifen. Seine Heimat hat er aber nicht vergessen.

Sven Kopp am Ball für den SSV Jahn Regensburg. Bild: exb
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Waldeck. Sven Kopp ist mit Jahn Regensburg in die 2. Bundesliga aufgestiegen, Im Interview erzählt er, wie er in Regensburg gelandet ist und was er an seiner Heimat Waldeck schätzt.

Herr Kopp, wie haben Sie diesen Aufstieg in die 2. Bundesliga im direkten Vergleich zum letzten erlebt? Seit ich nach Regensburg gewechselt bin, war hier immer was los. Ich bin jetzt drei Jahre hier und bin einmal abgestiegen und zweimal aufgestiegen. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga war schon etwas Besonderes, weil er sehr unerwartet war, da wir in dieser Saison als Aufsteiger absolute Außenseiter waren. Für mich lief es ganz gut, weil ich doch einige Spiele machen konnte, was auch an den verletzungsbedingten Ausfällen einiger meiner Mitspieler lag.

Doch dann kam eine Verletzung... Ja, das war im Spiel gegen die Sportfreunde Lotte. Da hab ich mir meine Schulter ausgekugelt. Da hieß es dann die Saison wäre für mich vorbei, aber ich hatte immer das Ziel, dass ich bei einer eventuellen Relegation dabei sein kann. Das hat dann auch geklappt, ich war bei beiden Spielen gegen 1860 München im Kader. Das war schon ein cooles Erlebnis, alleine schon das Warmlaufen in der Allianz-Arena.

War das dann bisher Ihr schönster Aufstieg? Ja, der Aufstieg in die 2. Bundesliga war bisher mein schönstes Erlebnis im Fußball.

Sie haben mit dem Jahn nun einen Durchmarsch von der 4. Liga in die 2. Liga hingelegt. Eine steile Karriere oder? Als ich nach Regensburg gewechselt bin, sind in die Regionalliga abgestiegen. Zum Glück haben wir den direkten Wiederaufstieg geschafft. In der 3. Liga hatte ich in der Hinrunde viele Einsätze, obwohl ich im Jahr zuvor lange verletzt war. Und jetzt 2. Bundesliga, das ist schon krass. Es ging wirklich ziemlich schnell und es ist schon ein Traum, der nun in Erfüllung geht.

War die Bundesliga immer ein Ziel? Man träumt natürlich davon, aber es war nicht so, dass mein einziges Ziel war irgendwann dort zu spielen. Ich will mich in Regensburg durchsetzen. Das war und ist weiterhin mein Ziel: In Regensburg regelmäßig zu spielen, unabhängig von der Liga. Aber natürlich nehme ich die Herausforderung 2. Bundesliga an.

Worauf freuen Sie sich in der 2. Bundesliga? Auf tolle Spiele gegen Teams wie Nürnberg, Fürth, Ingolstadt oder St. Pauli. Das sind natürlich Erlebnisse, die jeder mitmachen will. Für solche Spiele spielt man Fußball. Das Ziel ist natürlich zu versuchen die Klasse zu halten. Persönlich will ich mich beim Jahn durchsetzen.

Wann und wo haben Sie von Heiko Herrlichs Wechsel zu Bayer Leverkusen erfahren? Auch erst an dem Tag, als es bereits im Internet stand. Wir haben dann eine E-Mail von Christian Keller, dem Geschäftsführer Profifußball des SSV Jahn, bekommen. Es passierte alles sehr kurzfristig und damit hat auch keiner gerechnet. Ein Freund schickte mir eine Meldung, dass Heiko Herrlich in Leverkusen vorgestellt wird und ich habe das zunächst als Gerücht abgetan.

Haben Sie sich schon gut erholt von der Saison und wo? Im Moment bin ich in Pressath bei meiner Freundin. Wir haben keinen richtigen Urlaub gemacht, sondern eher kleine Ausflüge. Am 26. Juni geht es dann auch wieder los.

Habt ihr einen Ernährungs- oder Fitnessplan für die Sommerpause bekommen? Ja, haben wir, aber es wird da nicht vorgeschrieben, was ich essen darf oder muss. Zu Beginn war die Ernährungsumstellung schon schwierig, aber man kann schon mal eine Pizza essen, nur eben nicht jeden Tag.

Kommen wir zu Ihrer Heimat Waldeck. Wie ging es damals los mit dem Fußball? Ich habe in Waldeck begonnen Fußball zu spielen, da war ich ungefähr sechs oder sieben Jahre alt. In der E-Jugend (U11) bin ich dann zum SV Kulmain gewechselt. Dort war ich zwei Jahre und dann kam das Angebot der SpVgg SV Weiden.

Wann haben Sie gemerkt, dass Sie es im Fußball weit nach oben schaffen könnten? Als ich noch in Kulmain spielte, habe ich mit meinen Eltern das erste Mal darüber geredet, ob ein Wechsel nach Weiden oder zu einer höherklassigen Mannschaft möglich wäre. Und kurz darauf meldete sich eben Weiden und wir haben zugesagt. Dort wurde ich in der Jugend schnell Spielführer und habe für die Regionalauswahl und in der U17 Bayernauswahl gespielt. Dann habe ich die komplette U19 übersprungen und bin sofort in die Herrenmannschaft aufgerückt

Dann ging es nach Regensburg, wie kam das? Wir spielten damals mit Weiden in der Bayernliga gegen die zweite Mannschaft von Jahn Regensburg und so wurden sie auf mich aufmerksam. Im ersten Moment dachte ich, dass es wegen der Arbeit und der Ausbildung nicht klappt. Aber dann ist Christian Keller zu uns nach Waldeck gekommen und hat mit meinen Eltern und mir gesprochen. Es hat dann doch alles geklappt. Ich konnte in Regensburg meine Ausbildung zum Mechatroniker, die ich bei Witt in Weiden begonnen hatte, fortführen und abschließen.

Wie oft kommen Sie noch in die Heimat nach Waldeck? Bisher klappte das ganz gut und ließ sich mit dem Trainingsplan vereinbaren. Ich komme schon jede Woche mindestens einmal in die Heimat. Allerdings fahre ich meistens nach Pressath zu meiner Freundin und verbringe Zeit mit ihr. Es kommt aber natürlich auf den Trainingsplan an. Im Moment weiß ich aber nicht, wie es in Zukunft aussieht, da muss abwarten.

Zum Abschluss: Was ist an deiner Heimat schöner als in Regensburg? Es ist nicht schöner, aber anders. Das Dorfleben, die Landschaft und auch die Leute. Man kennt einfach jeden persönlich und es ist einfach familiärer als in der Stadt.

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