08.03.2017 - 20:00 Uhr
KemnathSport

Vorbereitung auf den Nofi-Lauf in Kemnath Laufen will gelernt sein

Die Beinmuskeln zucken schon vor Anstrengung. Der Rest meines Körpers schwankt noch kurz, bevor er wie ein Kartenhaus in sich zusammenklappt. Was ich mache? Ich bin bei einem Laufseminar, das die Praxis für Physiotherapie Argauer zur Vorbereitung auf den Nofi-Lauf anbietet. In den neun Stunden lerne ich viel Nützliches - aber auch, dass der seitliche Armstütz definitiv nichts für mich ist.

Noch lächle ich. Die nächsten Sekunden auf dem Laufband sind dann aber doch ein wenig anstrengend. Kursleiter Matthias Argauer hält meine Bewegungen auf seiner Kamera fest. Danach analysieren wir die Schritte. Bild: stg
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Acht Teilnehmer im Alter zwischen 25 und 49 Jahren sind an dem Samstagmorgen in ihre Sportkleidung geschlüpft, voller Vorfreude auf Tipps zu Atem- und Lauftechnik, zu gesunder Ernährung vor dem Wettkampf, zur richtigen Schuh-Wahl und natürlich auf Bewegung.

Ich bin froh, dass ich nicht der einzige Anfänger bin, Gerd ist seit 28 Jahren nicht mehr gelaufen. Die anderen Teilnehmer haben zum Teil schon einen Halbmarathon hinter sich - und natürlich den Nofi-Lauf. Der liegt noch vor mir. Deshalb kommt das Seminar genau richtig. Bislang hatte ich keine Ahnung, ob ich beim Joggen richtig auftrete, wie ich meine Arme halten soll und wie ich das Training am besten gestalte. Dank Matthias Argauer und seiner Laufanalyse weiß ich jetzt schon mehr. Die Analyse barfuß auf dem Laufband, die wir auf Video festhalten, ergibt: Mein Abdruck ist sauber. Das heißt, ich stoße mich beim Laufen gut vom Boden weg. Außerdem bin ich ein Mittelfußläufer. Meine Fußsohle setzt also komplett auf dem Boden auf, und nicht wie beim Fersenläufer erst die Ferse. Vorteile bei diesem Laufstil sind die gleichmäßige Belastung und ein geringer Energieverlust. Das freut mich. Ich weiß jetzt auch, dass ich anscheinend wie ein Flummi durch die Gegend hopse. Zehn Zentimeter hüpfe ich laut Argauer bei jedem Schritt in die Höhe. Kraft, die ich investieren könnte, um schneller nach vorne zu kommen. Daran muss ich noch arbeiten.

Übungen für Rumpfstabilität

Argauer, der eine Ausbildung zum Physiotherapeuten und Heilpraktiker macht, rät mir: "Du musst deine Oberschenkel-Vorderseite und die Wade noch mehr trainieren." Die aufgebauten Muskeln würden helfen, dass ich meine Beine mehr strecke und dadurch aufrechter laufe. Die Arme soll ich seitlich am Körper entlang schwingen und nicht steif vor mir hertragen.

Die Analyse zählt für mich zu den besten Momenten des Seminars, weil ich jetzt weiß, was ich besser machen kann. Und: Ich stehe an diesem Tag zum ersten Mal überhaupt auf einem Laufband. Ein spannendes Gefühl. Die Laufanalyse bleibt nicht der einzige praktische Teil, auch wenn es am Anfang des Tages danach aussieht - der Theorieteil ist nämlich umfangreich. Aber der 25-jährige Kursleiter übt mit uns auch das Lauf-Abc. Wir legen im Hopser-Lauf eine kurze Strecke auf dem Parkplatz der Praxis zurück, machen Ausfallschritte und joggen wieder zurück. Danach bin ich ein wenig aus der Puste. Aber die Bewegung zwischen den Theorieblöcken tut gut. Wir haben alle rote Bäckchen. Die Übungen, die Argauer uns zeigt, können wir in unser Training integrieren, zum Beispiel: Zehn Minuten Aufwärmen, 15 Minuten Lauf-Abc, dann joggen, dazwischen Kraftübungen und zum Schluss dehnen. Für die Rumpfstabilität eignen sich Situps und Unterarmstütz - letzteres werde ich ziemlich sicher auslassen.

Nudeln mit Honig

Argauer zeigt uns nicht nur Übungen, er gibt uns auch Tipps zur richtigen Ernährung, zu den Abläufen in unserem Körper und zum Schuhwerk. Manchmal fühle ich mich in den Bio-Unterricht zurückversetzt, wenn es um aerob und anaerob geht, um die Laktatproduktion bei hoher körperlicher Belastung oder um die kleinsten Blutgefäße, die Kapillaren. Ich verstehe nicht alles, was der 25-Jährige erklärt, er gibt sich jedoch viel Mühe, das komplexe Thema für uns aufzubereiten. Was ich aber sehr wohl verstehe: Erst nach 90 Minuten Bewegung fängt Bauchfett an, zu "schmelzen". Na toll. Diesen Punkt hätte ich im Nachhinein dann lieber auch nicht verstanden. Für den Muskelaufbau sind vor allem Eiweiße gut. 25 Prozent der Ernährung sollte aus Eiweiß bestehen, 50 Prozent Kohlenhydrate und der Rest aus Fett. Kurz vor dem Wettkampf rät Argauer, Nudeln mit Honig oder Apfelmus zu essen. Auch ein Schluck Salzwasser ist gut. Salz hält das Wasser im Körper anstatt es auszuschwitzen.

Ob ich diese Tipps beherzige, weiß ich noch nicht. Aber die anderen Ratschläge habe ich am Tag nach dem Seminar schon gleich mal ausprobiert. Die Arme schwingen jetzt seitlich am Körper vorbei, und ich versuche, meine Kraft nicht mehr ins Hüpfen zu investieren. Schließlich will ich beim Nofi-Lauf nicht wie ein Frosch ins Ziel hopsen.

Nofi-Lauf

Der Nordoberpfälzer Firmenlauf, kurz Nofi-Lauf, ist für das Jahr 2017 in Kemnath geplant. Mit Geschichten aus dem Kemnather Land wollen wir unsere Leser auf das größte Sportereignis der Region am 24. Mai vorbereiten - mit Tipps besonders für Einsteiger. Im Gegensatz zur Strecke in Weiden laufen die Teilnehmer keinen Rundkurs, Start und Ziel sind getrennt. Die Strecke führt über 5,9 Kilometer auf breiten Straßen. Anmeldungen bis 8. Mai unter www.nofi-lauf.de.

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