20.02.2018 - 16:18 Uhr
Kemnath

Aktiventruppe der Feuerwehr Fortschau-Kuchenreuth droht Auflösung Zukunft auf Messers Schneide

Die Führungsmannschaft der Feuerwehr Fortschau-Kuchenreuth sieht kaum noch Chancen für den weiteren Bestand der Aktiventruppe. Kemnaths Bürgermeister Werner Nickl und Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther warnen allerdings eindringlich vor einer überstürzten Entscheidung.

Uneinig über die Zukunft der Aktiventruppe Freiwilligen Feuerwehr Fortschau-Kuchenreuth waren sich (v.l.) Bürgermeister Werner Nickl, Vorsitzender Hermann Schraml, 1. Kommandant Anton Frank, 2. Vorsitzender Andreas Breuer und Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther.
von Holger Stiegler (STG)Profil

"Wir haben in den letzten Jahren immer wieder über die Zukunft unserer aktiven Wehr gesprochen", sagte Vorsitzender Hermann Schraml in der Jahreshauptversammlung in der "Fantasie". Schon vor dem Kauf des Feuerwehrautos vor 15 Jahren sei dies ein Thema gewesen. Dass es immer weniger Aktive gebe, habe viele Gründe: So gebe es Fortschau als Ortschaft praktisch nicht mehr, auch in Kuchenreuth fänden sich immer weniger Aktive. "Früher gab es drei Generationen Männer im Haus, heute stehen manche Gebäude leer und andere werden nur von einem bewohnt oder sind vermietet." Zudem habe sich das Baugebiet Süd feuerwehrmäßig früher nach Kuchenreuth ausgerichtet, nun sei das nicht mehr so. "Wir sind auch kein abgeschlossenes Dorf", stellte Schraml mit Blick auf die unmittelbare Nähe zu Kemnath fest.

In den vergangenen zwei Jahren habe man intensiv über die Zukunft der aktiven Wehr gesprochen, dabei hätten sich zwei Alternativen herauskristallisiert: entweder es ändere sich radikal etwas oder die aktive Wehr müsse eingestellt werden. Ein Weiterbetrieb sei seiner Ansicht nach eigentlich unmöglich. "Eine Feuerwehr ist kein Bienenzuchtverein, sondern ist im Auftrag der Stadt für Brände und andere Gefahren zuständig", betonte Schraml. Die Stadt beziehungsweise die Feuerwehr-Verantwortlichen müssten sich auf die Einsatzfähigkeit verlassen können: "Wir können das nicht mehr leisten."

Die Entscheidung darüber treffen aber der Bürgermeister und der Stadtrat in Abstimmung mit den Führungskräften des Landkreises. Der Vorsitzende schlug deshalb vor, die Kommandantenwahlen zu verschieben. Beide - Anton Frank und Andreas Breuer - hatten im Vorfeld erklärt, nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Schraml regte an, bei der Stadt einen Antrag auf Auflösung der aktiven Wehr zu stellen. Als Verein, solle die Feuerwehr Fortschau-Kuchenreuth aber weiterbestehen.

"Ich weiß nicht, ob man es sich so leicht machen kann", meinte Bürgermeister Werner Nickl. Es sei ein sehr trauriges Thema, wenn die Auflösung einer aktiven Wehr im Raum stehe - auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Feuerwehr Fortschau-Kuchenreuth 2017 ihr 125-jähriges Bestehen gefeiert habe. "Das lässt sich nicht einfach wegwischen." Nickl appellierte eindringlich an die Anwesenden, die aktive Wehr am Leben zu lassen. "Es hat schon seinen Grund, dass wir zehn Wehren im Gebiet der Stadt Kemnath haben." Sein Wunsch sei, dass ein Überleben der Wehr eventuell in Form einer Kooperation mit den Kemnather Kameraden geschafft werden kann.

Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther warnte vor einem "Schnellschuss". Ihn irritiere, dass im Vorfeld niemand offiziell das Gespräch mit ihm gesucht habe - weder vonseiten der Feuerwehr noch von der Stadt. Bei vielen Dingen und Aspekten einer aktiven Wehr könne man auch Kompromisse eingehen. Braunreuther plädierte ebenfalls für eine Form der Kooperation mit der Kemnather Wehr. Die Auflösung einer aktiven Wehr durch die Stadt sei zudem nicht so einfach, die Hürden hierfür lägen sehr hoch. Durch eine Verschiebung der Kommandantenwahl behielten die derzeitigen Amtsinhaber kommissarisch ihre Posten. Es ergebe sich daraus eine dreimonatige Zeitspanne, in der man sich nochmals Gedanken machen und vielleicht eine Lösung finden könne. Nickl war dafür, diese Zeit für eine "offensive Diskussion" zu nutzen.

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