19.11.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Akustikermeister referieren beim Kemnather Seniorenclub über Hörgeräte Besser hören

Das Ohr ist das komplizierteste Sinnesorgan des Menschen. Und es arbeitet 24 Stunden am Tag. Betroffene warten oft viel zu lange, bis sie gegen eine Hörminderung etwas unternehmen. "Ablauf und Möglichkeiten einer Hörgeräteversorgung" war deshalb das Thema beim Seniorenclub im Kormannsaal mit den Hörakustikermeistern Melanie und Patrick Lebensky. Seit drei Jahren führen sie einen Fachbetrieb auf dem Stadtplatz.

„Gutes Hören erhöht die Lebensqualität“ betonten Patrick und Melanie Lebensky beim Seniorenclub.
von Josef ZaglmannProfil

"Jedes Ohr hat Eigenschaften, die so individuell sind wie ein Fingerabdruck", betonten sie. Deshalb müsse jedes Hörgerät eine Maßanfertigung sein. Die Mehrzahl der Hörschädigungen betrifft das Innenohr. Der Alterungsprozess, die Lärmentwicklung, die Einnahme von Medikamenten oder Schädelverletzungen können das Hörvermögen beeinträchtigen. Gutes Hören bedeute aber Freude und Lebensqualität. Demenz, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und Ohrgeräusche sind schwerwiegende Risiken bei einer unversorgten Schwerhörigkeit. "Wer rechtzeitig mit einer Hörsystemversorgung beginnt, trainiert sein Gehirn und füttert es mit Worten und Klängen", betonte Patrick Lebensky.

Als erster Schritt muss der HNO-Arzt Ursachen und Grad der Hörminderung feststellen. Ein gesetzlich Versicherter erhält je nach Krankenkasse und Art der Schwerhörigkeit einen Zuschuss von etwa 740 bis 840 Euro pro Ohr. Darin enthalten ist eine Reparaturkostenpauschale für sechs Jahre. Solange hält ein Hörgerät im Schnitt. Der Akustiker klärt dann mit dem Kunden die technischen Details.

Dabei ist das Tragegefühl sehr wichtig. Ist das schlecht, landen Hörgeräte oft in der Schublade. "Um die Ohren an Hörgeräte zu gewöhnen, sollten diese immer getragen werden", betonte Melanie Lebensky. Damit die Hörgeräte halten, müssen sie regelmäßig gepflegt werden. "Alle drei Monate sollten sie zum Kundendienst", empfahl Patrick Lebensky. Beeindruckend für die Zuhörer waren Klangbeispiele. Außerdem gab es die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

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