13.10.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Am Samstag wird der Welthospiztag begangen Begleitung am Ende des Lebens

In diesem Jahr fallen beide Tage zusammen: der Welthospiztag am zweiten Samstag im Oktober und der Deutsche Hospiztag, am 14. Oktober. Der Ambulante Hospizdienst feiert noch mehr.

Hospizkoordinatorin Angelika Wegmann. Bilder: stg (2)
von Holger Stiegler (STG)Profil

Die Caritas im Landkreis Tirschenreuth begeht an dem Tag das 15-jährige Bestehen des Ambulanten Hospizdiensts. Bis 2015 lag der Hospizdienst in ehrenamtlicher Hand, seit Januar 2016 gibt es die hauptamtliche Hospizkoordinatorin Angelika Wegmann aus Trevesen. Ohne Ehrenamt wäre das Angebot aber nicht möglich, etwa 40 Hospizbegleiter gibt es im Landkreis - eine davon ist Elke Burger aus Kemnath. "Hospizbegleitung bedeutet nicht Sterbebegleitung, sondern Begleitung am Ende des Lebens", betonen beide Frauen.

Es gehe darum, für Menschen da zu sein und die Lebensqualität zu erhalten. "Das kann Vorlesen sein, aber auch beim Beten, bei Gesprächen, beim alte Bilder anschauen oder Spazierengehen", sagt Burger. Oft seien es kleine Dinge, mit denen man Menschen, die nur noch kurze Zeit zu leben haben, eine große Freude machen kann. Um als Hospizbegleiterin tätig zu sein, hat sie einen etwa 100-stündigen Lehrgang absolviert - bestehend aus Theorieeinheiten sowie einem 20-stündigen Pflegepraktikum. Die Ehrenamtlichen sind über den ganzen Landkreis verteilt. "Die Menschen nehmen die Hilfen der Hospizbegleitung immer besser an", so Wegmann. Das beweist das Jahr 2016 mit einem "Rekord" von 67 Begleitungen. Auch dieses Jahr werden um die 1500 Stunden ehrenamtliche Hospizbegleitung verrichtet. In den vergangenen 15 Jahren waren es über 500 Begleitungen.

"Man begleiten nicht nur die Menschen, deren Leben sich dem Ende nähert, sondern unterstützt auch die Angehörigen, die gar nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen", weiß Wegmann. "Die Angehörigen werden mit aufgefangen." Elke Burger berichtet, dass es den Sterbenden meist leichter fällt, mit einem Außenstehenden über die Situation zu reden.

Die Besuche der Hospizbegleiter koordiniert Angelika Wegmann. Sie versucht immer dieselben Begleiter zu schicken. "Es soll ein Vertrauensverhältnis entstehen", so Wegmann. Einen großen Wunsch hätte die Koordinatorin allerdings für die Zukunft: Männer im Kreis der Ehrenamtlichen zu haben. "Sie wären gerade in der Begleitung von Männern wichtig."

"Wir gehen ins Krankenhaus, ins Senioren- und Pflegeheim, aber auch zu dem Menschen in die Wohnung", erzählt Burger. Die Mehrheit mache das Seniorenheim aus. Der Altersschnitt der betreuten Personen liegt in den letzten Jahren zwischen 80 und 84 Jahren.

Wie gehen Hospizbegleiter damit um, dem Tod oft ins Gesicht zu schauen? "Natürlich gibt es immer wieder Situationen, die einen beschäftigen und auch betroffen machen", so Burger. Aber man dürfe nicht vergessen, dass es sich nicht um Angehörige. Weitere Informationen bei der Caritas im Landkreis Tirschenreuth, Telefon 09631/79 89 20.

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