14.04.2017 - 14:02 Uhr
KemnathOberpfalz

Arztpraxis Deinlein leistet unendgeltlich 600 Untersuchungen in 36 Jahre Dank für die Docs

Eine beispiellose Leistung: Fast vier Jahrzehnte betreut die Praxis Dr. Deinlein schon die Feuerwehr Kemnath. Trotz zeitaufwendiger Untersuchungen wurde nie eine in Rechnung gestellt. Dafür gab es nun ein Dankeschön.

Vorstand Roman Schäffler und Bürgermeister Werner Nickl (von links) sowie Kommandant Peter Denz und Leiter des Atemschutzes Werner Weismeier (von rechts) dankten Doktor Peter Deinlein (Dritter von rechts) sowie Doktor Fritz Deinlein (Drittver von links) mit seiner Frau Ursula Deinlein für die große Unterstützung. Bild: mde
von Michael DenzProfil

(mde) Segnung und Indienststellung des Kommandowagens nutzten die Brandschützer, um die "starke Leistung" der Arztpraxis Deinlein zu würdigen. "Ihr unterstützt uns schon lange. Ich danke für die medizinische Betreuung unserer Atemschutzträger.", lobte Kommandant Peter Denz die Arztfamilie.

Hunderte Untersuchungen

Lange Verbundenheit zur Wehr zeichne Praxis Deinlein aus. Regelmäßig, mindestens alle drei Jahre durchlaufen Atemschutz-Aktiven eine umfangreiche Untersuchung in der Praxis. "Ich kenne keine andere Praxis, welche solche Leistungen erbringt", würdigte Werner Weismeier. Er ist seit 1980 bei der Wehr und dort Leiter des Atemschutzes.

Im November 1981 untersuchte Dr. Fritz Deinlein als Arbeitsmediziner erstmals acht Atemschutzträger der Feuerwehr Kemnath. Dies waren Rudi Schwemmer, Werner Bundscherer, Werner Nickl, Günter Zaloga, Michael Kreuzer, Walter Sollfrank, Anton Frank und Gustav Zaloga. Letzterer war bis 2008 als Atemschutzträger im Einsatz und das Stadtoberhaupt bis 1994. Davor mussten die "Maskenmänner" zur Untersuchung ins Gesundheitsamt nach Tirschenreuth. Dort übernahm Doktor Fuchs die Betreuung für den ganzen Landkreis.

Während der 36 Jahre untersuchte "Doc" Fritz Deinlein 106 Feuerwehrkameraden, darunter die derzeitigen 33 Geräteträger. "Überschlägig müssen es 600 Untersuchungen gewesen sein, welche nie verrechnet wurden. Eine wahnsinnige Leistung, wenn man bedenkt, dass eine Untersuchung zwei Stunden dauert. Das sind mehrere Monate", rechnete Werner Weismeier vor. Die Geräteträger umliegender Wehren, die sich ebenfalls in der Praxis untersuchen lassen, noch nicht mitgerechnet.

Im Einsatz oft zusammen

"Nicht nur die medizinisch richtige Sichtweise, sondern auch die persönliche Art schätzen wir sehr", betonte Weismeier. Er dankte für die Unterstützung der Praxis sowie Ursula Deinlein, die Ehefrau des Seniorchefs für die Koordinierung und würdigte die gute Atmosphäre und das zuvorkommende Team. Juniorchef Doktor Peter Deinlein versprach weiter Unterstützung für die Geräteträger.

"Ich war viele Jahre als Notarzt tätig. Oft war ich vor Ort, wenn es um Menschenleben ging. Was die Feuerwehrler auch in der Vorbereitung leisten, ist wahnsinnig viel. Es war mir immer ein Anliegen, meine Kemnather Feuerwehr zu unterstützen. Da boten sich für mich als Arbeitsmediziner die Untersuchungen an", betonte Fritz Deinlein. Dass ihm dies gelungen ist, zeigte der große Applaus und der Dank.

Als "ungewöhnlich und nicht selbstverständlich", würdigte Bürgermeister Werner Nickl die Leistung der Arztpraxis, welche bis dato noch nie eine dieser Untersuchungen verrechnet habe. Als Dank überreichten die Leiter des Atemschutzes, Werner Weismeier, Kommandant Peter Denz und Vorsitzender Roman Schäffler, ein "kleines Löschgerät", einen gravierten Krug der Feuerwehr an Dr. Fritz Deinlein und einen Blumenstrauß an Ursula Deinlein. Für die Familie bekam Dr. Peter Deinlein einen Essensgutschein für schöne gemeinsame Stunden.

Hintergrund

Die Untersuchung der Atemschutzgeräteträger der Feuerwehren wird nach einer arbeitsmedizinschen Vorsorgeuntersuchung nach dem Grundsatz 26.3 durchgeführt. Neben einer allgemeinen Untersuchung des physischen und psychischen Zustandes wird auch ein Seh- und Hörtest durchgeführt. Drei Watt je Kilogramm Körpergewicht müssen dann auf einem Ergometer im Belastungstest als Belastungs-EKG aufgebracht werden.

Des Weiteren müssen sich die "Träger von schwerem Atemschutzgeräten" einem Gleichgewichtstest sowie einem Lungenvolumen und -funktionstest unterziehen und auch ein Blutbild wird im Labor erstellt. Alle drei Jahre müssen die Brandschützer für das "Atmen aus der Flasche" diese Untersuchung ableisten.

Zudem ist alle sechs Jahre das Röntgen des Thorax (Brustkorb) notwendig. Es sind notwendige Untersuchungen, damit sichergestellt werden kann dass die Retter den körperlichen Belastungen gewachsen sind. (mde)

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