27.02.2017 - 18:42 Uhr
KemnathOberpfalz

Aus dem Kemnather Krankenhaus verschwinden medizinische Geräte im Wert von über 100 000 Euro Einbruch schlägt auf den Magen

Den Trend zur Spezialisierung gibt es nicht nur in der legalen Berufswelt. Auch im kriminellen Milieu sind "Fachkenntnisse" von Bedeutung. Dreiste Diebe haben am Wochenende hochwertige endoskopische Geräte zur Untersuchung von Magen und Darm aus dem Kemnather Krankenhaus gestohlen. Wert der Beute: über 100 000 Euro. Von den Tätern fehlt jede Spur.

von Manfred Hartung Kontakt Profil

Über eine aufgebrochene Türe drangen mindestens zwei Männer in einen nicht für Patienten oder Besucher zugelassenen Bereich des Hauses ein. Die Kriminalpolizei grenzt den Tatzeitraum zwischen Freitagabend und Montagmorgen ein. Die Ermittler hoffen auf Zeugen, die Personen bemerkt haben, die medizinische Gerätschaften aus dem Gebäude abtransportiert oder sie in ein Fahrzeug verladen haben, das aller Wahrscheinlichkeit nach kein hiesiges Kennzeichen hatte.

Der Diebstahl könnte auf den unbedarften Beobachter wie betriebsbedingte Arbeit gewirkt haben. Die Kripo bitten um Hinweise unter der Rufnummer 0961/401-291. Die Verantwortlichen am Krankenhaus versichern, dass der medizinische Betrieb wie gewohnt weiterläuft. Regionalleiter Christian Stadler bemüht sich, so schnell wie möglich Ersatzgeräte zu besorgen.

Schadensträchtige Einbrüche in Krankenhäuser sind übrigens keine Seltenheit. Bundesweit sind offenbar seit geraumer Zeit Serientäter unterwegs. Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Juli 2016 schlugen Verbrecher besonders häufig in Nordrhein-Westfalen zu. Die Schadenssumme bewegt sich dabei meist im unteren bis mittleren sechsstelligen Bereich. Im sächsischen Görlitz musste im vergangenen Jahr das Malteser-Krankenhaus St. Carolus einen Verlust von 400 000 Euro verkraften, als ein Ultraschallgerät, Monitore und Untersuchungs-Türme verschwanden. Zur Jahreswende traf es eine Klinik in Würzburg in der Größenordnung von 100 000 Euro. Da alle Geräte eine Nummer haben, ist anzunehmen, dass die Täter sie wohl nicht in Deutschland weiterverkaufen, wo ihre Herkunft sofort festgestellt werden könnte.

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