21.11.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Aussöhnung und Friede die großen Verdienste seit 1945 Schrecken unvorstellbar

Schönreuth. "Können wir überhaupt verstehen, was in den Männern vorgegangen ist, die damals in den Krieg ziehen mussten, und was sie heute noch bewegt?", fragte Pfarrvikar Joseph Meenpuzhackal. Der Geistliche zelebrierte zum ersten Mal den Gedenkgottesdienst am Volkstrauertag in der Filialkirche Schönreuth. Völlig nachempfinden könne die Erlebnisse in den Kriegen in all seiner Brutalität, der Todesangst und dem blutigen Sterben der Kameraden wohl nur, wer selber dabei gewesen ist.

"Der Volkstrauertag mahnt uns, den Wert des Lebens und die unveräußerliche Würde des Menschen als unser höchstes Gut anzuerkennen", sagte Bürgermeister Werner Nickl (vorne) am Schönreuther Kriegerdenkmal. Bild: jzk
von Josef ZaglmannProfil

"Wir Anhänger des Friedens müssen immer wieder darauf hinweisen, dass der Krieg nichts Historisches bedeutet, sondern nur Schrecken und Verzweiflung über die Menschen bringt", erklärte Pater Joseph. Am Ende seiner Ansprache zitierte er den deutschsprachigen Schriftsteller Elazar Benyoetz: "Frieden gibt es nur dort, wo Menschen nicht allein gegen den Krieg, sondern auch gegen das Siegen sind."

Im Altarraum hatten die Fahnenabordnungen der Schönreuther Feuerwehr sowie Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Aufstellung genommen. Sigrid Reger-Scharf trug die Lesung und die Fürbitten vor. Tröstliche Chorsätze sang der Kemnather Kirchenchor unter der Leitung von Josef Zaglmann bei der Messfeier.

"Das große Verdienst der Nachkriegsgenerationen ist die Aussöhnung mit unseren Nachbarn und die Sicherung des Friedens", erklärte Bürgermeister Werner Nickl am Kriegerdenkmal. Im Gegensatz zu anderen Ländern herrschten in Deutschland seit 70 Jahren Frieden und Wohlstand. "Gemessen am Zustand der Welt leben wir hier in paradiesischen Zuständen." Er hoffe, dass es, so wie nach dem Zweiten Weltkrieg, jetzt wieder gelingt, vielen Menschen bei uns eine neue Heimat zu geben. In Ehrfurcht vor den Toten der Weltkriege, der Opfer der Gewaltherrschaft und aller Kriegsopfer legte er einen Kranz nieder.

Nachdem die Blaskapelle das Lied vom "guten Kameraden" gespielt hatte, dankte Helmut Zehfuß von der KSK allen Beteiligten für die würdige Gestaltung der Gedenkfeier.

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