13.11.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Bürgermeister und Pfarrer warnen bei Volkstrauertag vor Vergessen in einer Spaßgesellschaft Vom globalen Frieden weit weg

Oberndorf. Eine Woche vor dem eigentlichen Volkstrauertag gedachten die Gläubigen in der Oberndorfer Filialkirche Sankt Georg der Toten und Vermissten der beiden Weltkriege. Unter den Klängen der Stadtkapelle Kemnath zogen Bürgermeister Werner Nickl, einige Stadt-, Kirchen- und Pfarrgemeinderäte sowie Abordnungen der Feuerwehren Höflas und Kötzersdorf und des Schützenvereins Silberbach in das Gotteshaus ein.

Am Kriegerdenkmal in Oberndorf gedachten Stadtpfarrer Konrad Amschl (vorne, Mitte) und Bürgermeister Werner Nickl der Gefallen und Vermissten der Weltkriege. Bild: jzk
von Josef ZaglmannProfil

In seiner Ansprache warnte Amschl eindringlich vor einer Fun- und Gesundheitswahn-Gesellschaft, die den Tod und die Toten draußen halte, schnell die Erinnerung an die Verstorbenen auslösche und sich von den Toten nicht mehr stören lassen wolle. Renate Mayer, die Vorsitzende des Schützenvereins Silberbach, trug die Lesung und die Fürbitten vor. Josef Zaglmann begleitete den Kemnather Kammerchor bei den Gesängen auf der Orgel.

Nach dem Gottesdienst stellten sich Fahnenabordnungen und Gottesdienstbesucher zum Totengedenken auf dem renovierten Dorfplatz vor dem Kriegerdenkmal auf. Dort hatten Matthias Müller und Martin Hautmann in Uniform die Totenwache übernommen. Nach einem Gebet des Geistlichen und einem Bläserchoral der Kemnather Musikanten gedachte Bürgermeister Werner Nickl der vielen Menschen, die durch Krieg, Terror, Gewalt, Diktatur und Vertreibung ihr Leben und ihre Heimat verloren und wegen ihrer politischen Überzeugung, Rasse und Religion verfolgt, geschunden und ermordet wurden. "Die vielen internationalen Krisen zeigen uns, wie weit wir, global betrachtet, von Frieden und Verständigung entfernt sind."

Zum Gedenken an die Kriegsopfer legte er vor dem Mahnmal einen Kranz nieder. Nach dem Kommando "Senkt die Fahnen" durch Max Weber intonierten die Bläser unter der Leitung von Rita Kunz "Ich hatt einen Kameraden". In sicherer Entfernung feuerte Max Popp den Ehrensalut ab. Florian Traßl vom Schützenverein Silberbach dankte allen Beteiligten für die eindrucksvolle Gestaltung der Gedenkfeier.

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