07.02.2018 - 20:00 Uhr
Kemnath

E-Baxi summt später durch Wabe

Das E-Baxi kommt - allerdings mit etwas Verspätung. Der ursprünglich angedachte Start zur Jahresmitte hin in der Stadt Kemnath und auch in Tirschenreuth verschiebt sich auf Herbst. "Schuld" am neuen Termin hat der Autohersteller.

Neben der Baxi-Haltestelle am Milchhof (Bild) gibt es in Kemnath bereits ein gutes Dutzend weiterer Stationen. Zum Start des E-Baxis im Herbst sollen noch etwa 30 weitere folgen. Bild: stg
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Nissan könne die beiden Siebensitzer mit Schiebetüren voraussichtlich nicht rechtzeitig liefern, berichtet Peter Zimmert. Daher sei der Tag für die erste Tour des E-Baxis in Absprache mit den Städten Kemnath und Tirschenreuth auf 1. Oktober gelegt worden, erklärt der für die Nahverkehrsplanung im Landkreis zuständige Mitarbeiter des Landratsamts.

In einem Gespräch mit Bürgermeister Werner Nickl und Roland Sächerl von der Stadtverwaltung zu Wochenbeginn hat Zimmert für die "Wabe Kemnath" (Gebiet mit einem Durchmesser von rund vier Kilometern) 45 Haltestellen vorgeschlagen. Hier waren zunächst etwa 25 vorgesehen, wobei bislang bereits 15 eingerichtet sind. In Tirschenreuth soll es dann einmal 80 geben.

Die neue Zahl für Kemnath erklärt der ÖPNV-Experte mit der Vorgabe, dass "kein Einwohner mehr als 200 Meter bis zur nächsten Haltestelle zurücklegen soll". Wo sich diese befinden werden, bestimme die Stadt. Sie könne sogar noch zusätzliche Stationen einrichten, "so viel sie möchte. Das ist kein Problem."

Es sollte aber jeweils ein Pfosten oder ähnliches vorhanden sein, um die Baxi-Schilder anbringen zu können. Sofern sie mit in der Wabe liegen, sollen auch die Ortsteile wie Berndorf, Kuchenreuth und Kötzersdorf in das System eingebunden werden, "allerdings werden wir zum Beispiel in Eisersdorf keine fünf Haltestellen brauchen". In vielen Fällen werden diese nicht auf öffentlichem Grund liegen. Hier stehe in Gesprächen mit deren Eigentümern "noch einiges an Kleinarbeit" für das Kemnather Bauamt an. Das sollte zügig vorangehen, hofft Zimmert. "Ideal wäre es, wenn bis April alles klar ist."

Bürger suchen Namen

Zeitnah zum Start Anfang Oktober soll für das E-Baxi "eine Medienkampagne angestoßen werden". Erstmals wird laut Zimmert das Projekt beim Kemnather Bauernmarkt am 10. Juni beworben. "Mit viel Glück können wir dabei auch das Fahrzeug präsentieren." Mit dem Gang an die Öffentlichkeit ist ein Namenswettbewerb verbunden. Die Bürger werden aufgerufen, "eine Bezeichnung speziell für das KEM-Baxi zu suchen".

Halbes Jahr Probebetrieb

Vorgeschlagen hat Zimmert der Stadt, das E-Baxi von 8 bis 18 Uhr im Stundentakt zwischen den Haltestellen verkehren zu lassen. Über eine Telefonzentrale, die ab Mai die RBO (Regionalbus Ostbayern GmbH) in Weiden betreibt, "können die Leute ihre Fahrt zu jeder Stunde anmelden". Sie würden dann von der gebuchten Haltestelle abgeholt und "könnten nach Wunsch wieder aussteigen". Sowohl in Kemnath als auch in Tirschenreuth ist für das E-Baxi ein Probebetrieb von einem halben Jahr vorgesehen. Bei einem Erfolg soll das Projekt zumindest auf alle größeren Städte und Gemeinden im Landkreis ausgedehnt werden.

Dass dieses Angebot, das in Kemnath das Taxiunternehmen Priebe von Stefanie Baier übernimmt, bei den Bürgern ankommen wird, davon ist Zimmert überzeugt. Schon alleine wegen des geringen Fahrpreises im Vergleich zu einem regulären Taxi. "Das gibt es nirgends in ganz Bayern", betont der Nahverkehrs-Fachmann und fügt scherzhaft an: "Da werden die Leute mit den Ohren schlackern."

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