09.02.2018 - 20:00 Uhr
Kemnath

Elternabend an der Mittelschule Kemnath zur Suchtpräventionswoche Angebote statt Verbote

Die Eltern und Schüler rechnen zu Beginn des Informationsabends der Grund- und Mittelschule mit allem, aber nicht mit einer Betthupferlgeschichte. Doch der amüsante Vortrag von Sandro Stefinger hat einen ernsten Hintergrund.

Rektorin Christine Wiesend (rechts) dankte Lehrer Sandro Stefinger (links) für seine praxisnahen Ausführungen. Bild: jzk
von Josef ZaglmannProfil

Der Elternbeirat der Grund- und Mittelschule hatte während der Sucht-Präventionswoche zu dem Abend eingeladen. Zum Thema "Kinder und Jugendliche in digitalen Lebenswelten - was Eltern wissen sollten" sprach Lehrer Sandro Stefinger. Zunächst ging er auf die Frage einer Mutter ein, wie bei einem Kind die Anschaffung und somit die Verwendung eines Smartphones hinausgezögert werden kann. Laut Stefinger hängen viele Schulprobleme mit dem Smartphone zusammen. Es könne Konzentrationsstörungen, aber auch Stress auslösen, da es innerhalb kürzester Zeit mehrfach Nachrichten empfängt, auf die die Kinder reagierten. Whatsapp diene als Mittel, überall "dabei" zu sein, denn jeder Mensch habe das Grundbedürfnis, einer Gruppe anzugehören. Der Referent, selbst Vater von fünf Kindern, riet, den "Bildschirm" jeglicher Art bei Kindern bis sechs Jahren nicht und vom sechsten bis zum zwölften Lebensjahr sehr dosiert einzusetzen. Die Eltern sollen sich immer bewusst sein, dass sie das Sagen haben und nicht der Nachwuchs.

Die Erwachsenen könnten mit Kindern über ein Smartphone verhandeln, wenn sich diese das Gerät vom eigenen Geld kaufen können. Soziale Medien wie Facebook und Whatsapp dürften laut den allgemeinen Geschäftsbedingungen sowieso erst ab 13 Jahre genutzt werden. Den Betreibern der Plattformen sei es wichtig zu wissen, wer wann mit wem kommuniziere und mit wem Geld verdient werden könne, erklärte Stefinger.

Im weiteren Verlauf wies er darauf hin, dass das Passwort des E-Mail-Accounts eines der wichtigsten sei. Bei der Vermittlung eines vernünftigen Umgangs mit dem Handy sei das Medienverhalten der Eltern beispielhaft für die eigenen Kinder: "Wer beim Spielen mit dem Kind immer wieder auf das Handy reagiert, zeigt ihm, dass es wichtiger als das Kind ist." Freizeitangebote in der realen Welt seien wichtig für die Mädchen und Buben, denn dann spiele die virtuelle Welt bald keine Rolle mehr. "Angebote statt Verbote" sollte die Devise für die Eltern lauten. Entscheidungen für oder gegen die Benutzung eines Handys sollten für die Kinder und Jugendlichen transparent gemacht werden und begründet sein. "Bleiben Sie neugierig und am Zahn der Zeit", forderte der Redner die erwachsenen Zuhörer auf. "Lassen Sie sich Funktionen von Programmen von ihren Kindern erklären."

Am Ende seines Vortrags ging er auch auf die Neuerungen wie "Alexa" oder die App "Haven" ein. Rektorin Christine Wiesend dankte dem Referent für zwei kurzweilige Stunden.

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