10.12.2017 - 15:32 Uhr
KemnathOberpfalz

Essbarer Wildpflanzenpark kommt 2018 Natur mit allen Sinnen erleben

Der historische Marktflecken Waldeck ist bekannt für seine Burgruine, den Carnevalsverein und die ihn umgebende Landschaft. 2018 kommt noch eine weitere Attraktion dazu. Die hat auch mit Natur zu tun, ist aber in Nordbayern einzigartig.

Etwa 100 Bäume haben die Helfer vom Obst- und Gartenbau- sowie von Heimat- und Kulturverein für den essbaren Wildark gepflanzt. Bild: hl
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Waldeck. Entstehen wird ein "Essbarer Wildpflanzenpark" (Ewilpa). Als Flächen dafür haben die gleichnamige Stiftung von Markus Strauß und der Naturpark Steinwald die Feldflur westlich von Waldeck sowie den Schlossberg auserkoren. Der Park gliedert sich auf in 13 Teilbereiche, verbunden durch einen rund fünf Kilometer langen Rundwanderweg. Strauß habe in Waldeck gute Grundlagen für seine Idee vorgefunden, erklärt Naturpark-Geschäftsführer Ernst Tippmann. Durch die schon vorhandene Vegetation ist "die Gegend ideal für die Anlage". Den Kontakt zwischen beiden Einrichtungen hatte Leonhard Zintl, zweiter Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins (HuK) Waldeck, hergestellt.

Raus in Peripherie

Tippmann musste nicht groß überzeugt werden. Die Region habe er bereits für ein Projekt des Naturparks im Auge gehabt, da er nicht nur Maßnahmen direkt im Steinwald umsetzen, sondern "auch in die Peripherie rausgehen" möchte. Dies habe der Vorstand dann auch unterstützt.

Nach Gesprächen mit der Regierung gab diese grünes Licht für die Finanzierung über die Naturparkförderung. Die Zuwendungsanträge hatte Tippmann vor etwa einem Jahr eingereicht, im März kam die Zusage. Als Träger des Ewilpa ist der Naturpark unter anderem für die Vergabe der Aufträge, darunter für die Projektierung durch Strauß beziehungsweise seine Stiftung, und deren Abrechnung zuständig. Von dieser Seite fließen etwa 32 000 Euro an Fördermitteln für Pflanzen, Konzeption und Schautafeln in die auf rund 60 000 Euro veranschlagte Maßnahme.

Den Rest steuert die Stadt Kemnath bei, wobei Bürgermeister Werner Nickl davon ausgeht, dass sich dieser Eigenanteil noch reduzieren wird. Er denkt hier etwa an Eigenleistungen des Obst- und Gartenbauvereins sowie des HuK. Rund 20 ihrer Mitglieder sowie Stadtgärtner Florian Frank haben Anfang November unter Anleitung des Initiators etwa 800 Sträucher und 100 Bäume gepflanzt (wir berichteten).

Wie Tippmann ausführt, werden Besucher ab kommenden Sommer Gelegenheit haben, heimische und naturbelassene Kräuter, Wildobst und Nüsse kennenzulernen und zu genießen. Mit wilden Früchten und wildem Gemüse "lässt sich die ganze Vielfalt der Natur mit allen Sinnen erleben". Der Park diene einmal als Lehr- und Erholungsraum, erläutert der Geschäftsführer. So solle er auch als "Grünes Klassenzimmer" für Bildungsveranstaltungen genutzt werden. Dazu werden im Frühjahr an jeder der 13 Teilflächen von Strauß konzipierte Schautafeln mit Informationen zur Flora aufgestellt. Zudem verspricht sich Tippmann durch die Steigerung der pflanzlichen Artenvielfalt auch neue Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleinsäuger.

"Braucht Erklärungen"

Markus Strauß hatte dem Stadtrat im Juli sein Konzept vorgestellt, weil man damit "Neuland" betreten habe. "Da braucht es schon gewisse Erklärungen", sagt Rathauschef Nickl. Da aber der unter anderem aus dem Fernsehen bekannte Autor und Dozent an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen als Wildpflanzenexperte "eine Hausnummer" sei und der Ewilpa eine "enorme Außenwirkung" haben werde, hatte sich das Gremium geschlossen für die Maßnahme ausgesprochen.

Eröffnet und an die Stadt übergeben werden soll der Park Mitte Juni 2018. Bis dahin wird der Naturpark laut Bürgermeister auch ein Begleitbuch herausbringen, das auf Erläuterungen von Strauß beruht.

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