16.03.2018 - 13:18 Uhr
Kemnath

Generalsanierung der Realschule Kemnath Sorgenfalten beim Rektor

Kaum liegen die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Generalsanierung der Realschule Kemnath vor, gibt es Rückmeldungen besorgter Eltern bei Rektor German Helgert. Vor allem ein möglicher Unterricht in Containern schreckt sie auf.

Bei der Realschule Kemnath kommt es in den nächsten Jahren durch die geplante Generalsanierung zu einigen Veränderungen. Wie der bisherige Haupteingang aussehen wird, steht noch nicht fest. Bild: rti
von Martin Maier Kontakt Profil

"Die Väter und Mütter haben die Befürchtung, dass ihre Kinder zukünftig auf einer Baustelle unterrichtet werden", fasst Helgert die Reaktionen zusammen. Dabei blickt er auch auf die Schulanmeldung im Mai. Man könne überhaupt noch nicht abschätzen, wann die Baumaßnahmen beginnen. Die Planungen würden noch einige Monate in Anspruch nehmen. "Ich habe aber schon die Befürchtung, falls wir keine gute Lösung finden, dass wir künftig Schüler verlieren", zeigt er sich besorgt. Das Wort "Container" sei im Bezug auf den Schulunterricht leider negativ behaftet. Der Rektor würde es eher als Übergangsklassenzimmer bezeichnen. Wobei es noch überhaupt nicht sicher sei, ob so etwas nötig werde. Dass etwas geschehen müsse, sei unumgänglich. Wichtig ist ihm, dass während der Phase der Umgestaltung der Betrieb möglichst nicht gestört werde. "Die Schüler sollen nicht jahrelang unter den Baumaßnahmen leiden."

Mehr als nur Kosmetik

Um zu erläutern, vor welcher Herausforderung die Bildungseinrichtung steht, blickt der Rektor zurück. Seit den 2000er Jahren sei die Schülerzahl immer weiter angestiegen. Die Platzkapazität sei in Kemnath bald erschöpft gewesen. Daher kam es zu einem Anbau und den Einzug in das ehemalige Förderzentrum. Die Weitläufigkeit und die fehlende Barrierfreiheit bezeichnet er bei einer Sanierung als Herausforderung. "Wir haben vor, die Inklusion als Markenzeichen unserer Schule zu verankern. Das ist momentan aber nur bedingt möglich. Wir stoßen an unsere Grenzen." Das größte Problem sei das unterschiedliche Alter der Bausubstanz in den Gebäudeteilen. Daher habe der Landkreis auch die Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Für Helgert stand aber schon vorher fest: "Mit Kosmetik ist es jetzt nicht mehr getan." Dabei verweist er vor allem auf die Turnhalle und die beiden Flügelbauten. Seiner Meinung nach sind dort keine erhaltenden Maßnahmen mehr möglich.

Ihm sei klar, dass der Landkreis für die Realschule viel Geld in die Hände nehmen muss. Wobei der Rektor immer wieder darauf verweist, dass es an Unterstützung von dieser Seite nie gefehlt habe. Der Sachaufwandsträger sorge schon immer für eine super Ausstattung. Als Beispiele nennt er den Physik- und Musiksaal. "Es ist wirklich viel getan worden." Auch wenn man erst das abstrakte Raumprogramm der Regierung abwarten müsse, um das weitere Vorgehen konkret abzustimmen, mache sich die Schulleitung schon ihre Gedanken. "Von unserer Seite her hat natürlich ein Neubau schon einen gewissen Charme", gibt Helgert zu.

Frei im Denken

Er wisse aber auch, dass das Entscheidende die Kosten seien. Trotzdem müsse man immer im Hinterkopf haben, dass eine Schule ein wichtiger Standortfaktor sei, um die Leute in der Region zu halten. Er finde es schade, dass es vonseiten des Staates nicht mehr Geld gebe. Der Sachaufwandsträger werde manchmal im Regen stehen gelassen. "Ich bin zuversichtlich, mit allen Betroffenen eine zukunftsfähige Lösung für unsere Schule zu finden", bleibt der Rektor positiv. Bei den Überlegungen dürfe es aber keine Denkverbote geben. Angemerkt

Ich habe schon die Befürchtung, falls wir keine gute Lösung finden, dass wir künftig Schüler verlieren.Rektor German Helgert

Blick auf andere Schulen

Angemerkt von Martin Maier Die vorgestellten Ansätze für eine Generalsanierung der Realschule Kemnath verunsichern einige Eltern. Auch wenn es überhaupt noch nicht sicher ist, ob es beispielsweise einen teilweisen Unterricht in Containern geben wird, alleine diese Überlegung sorgt bei den Vätern und Müttern für Bedenken. Soll mein Kind an diese Schule wechseln?

Es wird zu großen Baumaßnahmen in Kemnath kommen. Noch steht aber überhaupt nicht fest, wie und in welchem Umfang dies geschieht. Das entscheidet sich erst in den nächsten Monaten. Der Landkreis hat in den vergangenen Jahren mit der Sanierung des Stiftland-Gymnasium und der Berufsschulen Wiesau schon viele Erfahrungen gesammelt. Das wird in die Überlegungen der Kreisräte mit einfließen.

Klar dürfte aber sein, dass eine Generalsanierung immer mit Unannehmlichkeiten verbunden ist. Eine davon ist wahrscheinlich, dass die Schülerzahlen kurzzeitig zurückgehen. Ein Blick auf andere Schulen, die ebenfalls solch große Baumaßnahmen durchgeführt haben, lassen dies erwarten. Daher ist es verständlich, dass sich der Kemnather Rektor zu Wort meldet. Er sorgt sich um seine Schule. Dass er dabei auch kurz den Blick auf einen Neubau lenkt, kann man ihm nicht verübeln.

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