Großfeuer in Eisersdorf führt zu Großeinsatz der Feuerwehr
Unermüdlich im Einsatz

Die Brandruine, welcher einer Eisburg gleicht wurde abgesperrt.
Vermischtes
Kemnath
08.01.2017
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Den Einsatz leitete Kommandant Peter Denz.

Das Feuer gibt keine Ruhe: Auch Tage nach dem Brand auf einem Bauernhof in Eisersdorf bei Kemnath müssen die Einsatzkräfte immer noch zum Nachlöschen anrücken. Temperaturen im zweistelligen Minusbereich erschwerten die Arbeit der Wehren dabei massiv. Und das stellte nicht die einzige Herausforderung dar.

Aufgrund der engen Bebauung hatte es am Dreikönigstag Großalarm gegeben (wir berichteten), Schlagwort:"B 4 - Brand landwirtschaftliches Gebäude". Insgesamt rund 170 Feuerwehrleute verhinderten eine Ausbreitung des Brandes.

Zunächst hatte die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz die Wehren Kemnath, Fortschau-Kuchenreuth, Höflas, Immenreuth, Kulmain, Kötzersdorf, Schönreuth und Zinst an die Brandstelle beordert. Schon bei ihrem Eintreffen stand das landwirtschaftliche Gebäude, in dem eine Hackschnitzelheizung untergebracht war, voll in Flammen. Wegen der Lage mitten im dicht bebauten Ortskern forderte der Einsatzleiter, der Kemnather Kommandant Peter Denz, umgehend Löschwasser sowie eine weitere Drehleiter nach: Die Wehren aus Kastl, Neustadt am Kulm, Speichersdorf und Weidenberg wurden nachalarmiert.

Schwaches Wassernetz

Auch die Kreisbrandmeister Florian Braunreuther, Alois Schindler und Peter Prechtl, Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther und Kreisbrandrat Andreas Wührl kamen nach Eisersdorf, ebenso die Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung aus Wiesau und ein Fachberater des Technischen Hilfswerks. Die Brandschützer errichteten mehrere Widerstandslinien mit C-Rohren, um angrenzende Gebäude zu schützen.

Die Versorgung mit Löschwasser gestaltete sich anfangs schwierig: Das örtliche Wassernetz erwies sich als sehr schwach. Mit drei Tragkraftspritzen wurde aus dem Schirnitzbach Wasser entnommen und über Schlauchstrecken an die Einsatzstelle transportiert. Auch aus Weihern wurde Löschwasser abgepumpt. Letzteres gefror allerdings bei Temperaturen von minus zehn Grad, so dass die komplette Einsatzstelle mit einer Eisschicht überzogen war. Außerdem waren Atemschutzgeräte an den Schutzkleidungen angefroren, ebenso die Haare einer Feuerwehrfrau.

Da vereinzelte Glutnester immer wieder aufflammten, war eine Brandwache erforderlich. Rund 40 Aktive der Feuerwehren Kemnath, Waldeck und Kulmain waren in der Nacht an der Brandstelle und löschten nach - bei Temperaturen von minus 23,5 Grad Celsius eine Mammutaufgabe. Die Strahlrohre konnten nie abgestellt werden, da sonst das Wasser in den Schläuchen gefroren wäre.

Immer wieder Löschen

Am Samstagmorgen wurde die Brandwache abgelöst. Bei aufgehender Sonne kam nochmals die Kemnather Drehleiter beim Nachlöschen zum Einsatz, ehe es gegen 10 Uhr zurück ins Gerätehaus ging. Die Brandruine glich zu diesem Zeitpunkt einer Eisburg. Es folgten Aufräumarbeiten: Einige Aktive waren nun über 24 Stunden im Einsatz.

Damit war es aber noch nicht getan: Bereits in den frühen Abendstunden rückte die Kemnather Wehr erneut nach Eisersdorf aus. Es qualmte stark aus dem Hackschnitzelhaufen. Weitere Alarmierungen deswegen folgten am Sonntag kurz nach 10 Uhr und gegen 17 Uhr. Unter Leitung von Kommandant Peter Denz wurden die Überreste des Gebäudes jedes Mal mit einem Schaumteppich eingedeckt.

Auch für die Nacht zum Montag rechnete die Wehr mit Einsätzen an der Brandstelle: Denn erst nach der Freigabe durch die Kriminalpolizei und die Brandermittler kann die Ruine abgetragen werden. Übrigens: Die Brandleider brauchen nicht frieren. Installateure nahmen noch am Feiertag die alte Ölheizung wieder in Betrieb.

Schaulustige in ScharenBereits am Dreikönigstag waren "Gaffer" am Brandort zu beobachten. In den Morgenstunden des Samstags wurde die Ortschaft jedoch regelrecht von Schaulustigen "überschwemmt". Als "Sonntagsausflug" war der Zustrom an Menschen am Sonntagnachmittag zu bezeichnen. Selbst Absperrungen schreckten nicht ab; Straßenverkehrszeichen wurden missachtet. (mde)
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