07.03.2018 - 17:22 Uhr
Kemnath

Hans Bäte zeigt Kemnather Mittelschülern auch 800000 Jahre altes Messer Jahrtausende zurück

Kein Schüler darf aus der Mittelschule in Kemnath gehen, ohne das Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum gesehen zu haben meinte Lehrerin Heidrun Schelzke-Deubzer. Mit den Abschlussklassen M 10 a und b wanderte sie zum Museum in die ehemalige Fronfeste. Hans Rösch, Vorsitzender des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreises Kemnath und Umgebung (HAK), empfing die Gruppe und begleitete sie zu Hans Bäte in der Abteilung Vor- und Frühgeschichte.

v .l. zweite Klasslehrerin Schelzke –Deubzer r. Hans Bäte
von Hans RöschProfil

Laut dem Fachmann befand sich vor 250 Millionen Jahren der heutige Standort von Kemnath am Rande des Alten Mittelmeers (Tethysmeer). Aus dieser Zeit sind Wirbel und Rippenteile von drei verschieden Sauriern und sonstigen Meerestieren in Vitrinen ausgestellt. Vor rund 200 000 Jahren durchzogen Höhlenbären, Mammuts und der Neandertaler die Region, wusste Bäte. Dies beweisen Steinzeitfunde wie Pfeilspitzen, Faustkeile und Schaber. Rösch lobte Bäte und seine Arbeitsgruppe. Aufgrund ihrer Funde bei Feldbegehungen musste die Besiedlungsgeschichte für das Kemnather Land neu geschrieben werden.

Eine Sensation ist das älteste, von Menschenhand jemals gefertigte Werkzeug. Ein rund 800 000 Jahre altes Artefakt (Geröllgerät) hatten Bäte und ein Archäologe bei den Grabungen am Rauhen Kulm entdeckt. Diese einmalige Leihgabe bezeichnete Bäte als "Schweizer Taschenmesser der Steinzeit". Damit konnte der Homo erectus ein erlegte Wild aus der Decke schlagen und in kleine Stücke zerlegen.

Ein Museumsraum zum Anfassen war der Steinzeitarbeitsplatz. Zwar konnten die Schüler dort aus Zeitgründen nicht selbst eine Pfeilspitze oder Schmuck aus Muscheln herstellen, allerdings durfte jeder einen kleinen Flintstein mitnehmen. Wer alle Abteilungen genauer besichtigen will, hat dazu sonntags von 14 bis 16 Uhr und an den ersten Sonntagen im Monat zusätzlich von 10 bis 12 Uhr Gelegenheit.

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