Heiligabend und Geburtstag
Oh du happy Birthday

Christine Lins mit ihrem Freund Uwe Prösl. Die Eschenbacherin trägt ihren Vornamen, weil sie an Heiligabend 1973 geboren wurde.
Vermischtes
Kemnath
23.12.2016
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Die Reaktionen auf Gabi Krös' Geburtstag: "Ach Gott, dann kriegst du ja nicht so viele Geschenke." Darüber kann die Pressatherin nur lachen.
 
Für Annika Dobmeier gibt es viele Vorteile, wenn der Geburtstag und der Heilige Abend aufeinandertreffen: "Ich bekomme den ganzen Tag Geschenke, und ich habe an meinem Geburtstag immer frei." Bilder: privat (6)

Schauspielerin Ava Gardner, Kaiserin Sissi und Liedermacher Hans Söllner sind nicht nur berühmt, sie haben auch eins gemeinsam: Sie feiern am 24. Dezember Geburtstag. Sie sind nicht die Einzigen, deren Wiegenfest und Heiligabend zusammentreffen.

Kemnath/Kastl/Pressath. Auch in unserem Verbreitungsgebiet gibt es "Christkinder". Wir haben bei einigen von ihnen nachgefragt: Wie ist es, an Heiligabend Geburtstag zu haben? Wie wird gefeiert? Was sagen Bekannte, Freunde, Verwandte zu diesem Geburtsdatum?

Der Vorname von Christine Lins kommt nicht von ungefähr: Den hat sie nämlich, weil sie an Heiligabend auf die Welt gekommen ist. "Meine Mutter hat im Krankenhaus in der Küche gearbeitet", erzählt die Eschenbacherin. "Und der Küchenchef hat gesagt: 'Wenn dey Bixn am 24. aaf d'Welt kummt, dann mou dey Christine hoißn'." Gesagt - getan.

"Der Geburtstag geht halt einfach immer unter - mit Kindern geht Weihnachten vor", sagt Christine Lins weiter. Am Samstag feiert sie ihren 43. Geburtstag. Als Kind gab es in der Früh die Geburtstagsgeschenke, am Abend die zu Weihnachten. Im Jugendalter sind ihre Freunde am Nachmittag vorbeigekommen, "haben ein Bier getrunken und dann sind sie in die Kirche", lacht die Eschenbacherin. Jetzt im Erwachsenenalter zieht sie die Geburtstagsbescherung auf den 23. Dezember vor. Ihren 40. Geburtstag hat sie nach den Weihnachtsfeiertagen nachgefeiert: "Ein Kollege hat gekocht, das war gemütlich", erzählt sie. Von den Geschenken her sind es nicht weniger, als Kind gab es auch zum Namenstag eine Kleinigkeit.

Tag des Herrn: Ehre

Auf die Frage, wie es ist, an Heiligabend Geburtstag zu haben, lacht Hans Liedtke : "Das ist völlig normal", sagt er. Der Kemnather freut sich, dass an seinem Jubeltag "jeder Zeit hat, es ist auch eine entspannte Atmosphäre". Zum Frühschoppen bis Mittag ist das Haus voll mit Gästen. Als Kind sei sein Geburtstag mit dem Heiligen Abend vermischt worden - "gar so narrisch viel hat es eh nicht gegeben", erklärt der 53-Jährige zum Thema Geschenke.

"Je älter man wird, desto mehr gerät die Bedeutung des Geburtstages in den Hintergrund", lacht Hans Liedtke. Für ihn ist es "einfach was Besonderes: Es ist schön und eine gewisse Ehrung, wenn man am Tag des Herrn Geburtstag hat."

"Ich krieg den ganzen Tag Geschenke", lacht Annika Dobmeier . Auch sie feiert an Heiligabend Geburtstag, am Samstag wird sie 13 Jahre alt. Dass sie quasi zweimal Geschenke bekommt, findet sie gerecht - "ich habe noch zwei jüngere Geschwister, das wäre ja sonst unfair", sagt sie. Denn die bekommen schließlich auch zu ihrem Geburtstag und zu Weihnachten etwas geschenkt.

Alles ist gut organisiert: In der Früh gibt es die Geburtstagsgeschenke, abends zur Bescherung dann die für Weihnachten. Mit Verwandten feiert die Kastlerin am Vormittag und bei einem gemeinsamen Mittagessen, mit Freunden holt sie die Party dann in den Winterferien oder im Sommer nach. Wenn die Schülerin gefragt wird, ob es nicht komisch ist, an Weihnachten Geburtstag zu haben, "dann sage ich, dass das eigentlich voll schön ist". Neben vielen Geschenken sieht Annika einen weiteren Vorteil: "Ich habe an meinem Geburtstag immer frei - ich muss nie in die Schule gehen", lacht sie.

"Es hagelt Geschenke"

Heidrun König aus Kemnath feiert am 24. Dezember ihren 47. Geburtstag. "Ich kann es mir gar nicht anders vorstellen", sagt sie über ihren Jubeltag. Dass ihr Wiegenfest und der Heilige Abend zusammentreffen, sieht sie mit gemischten Gefühlen. "Man kann das gar nicht richtig in Worte fassen", versucht sie zu erklären. "Es bricht an dem Tag alles auf einen herein." Oder: "Es ist ein Geburtstag mit einem anschließenden großen Fest", lacht sie. Als Kind gab es in der Früh und abends Geschenke, jetzt im Erwachsenenalter sei das nicht mehr so. "Geschenke bekommt man, dann heißt es: 'Such dir aus, ob zum Geburtstag oder zu Weihnachten'", sagt Heidrun König. Dennoch: "An dem Tag hagelt's Geschenke, da bin ich schon stolz", lacht die Kemnatherin.

Ihren Geburtstag vergessen die wenigsten, sagt sie. Früher habe es viele Anrufe gegeben - "da bin ich oft den ganzen Tag nicht mehr vom Telefon weggekommen" - jetzt würden mehr Nachrichten übers Handy schreiben - "das geht dann schneller". Ein Andenken an einen ihrer Geburtstage hält sie in Ehren: "In der 3. oder 4. Klasse hat mir meine Lehrerin vor der ganzen Klasse eine Karte geschrieben und mir zum Geburtstag gratuliert", erzählt sie. "Die Karte habe ich heute noch."

Reaktionen auf den Geburtstag von Gabi Krös würden meist so klingen: "Ach Gott, dann kriegst du ja nicht so viele Geschenke", erzählt sie. Und dabei ist alles durchdacht: Bei ihr gibt es am Vormittag die Geburtstagsgeschenke, am Abend dann die Präsente zu Weihnachten. Wie es für sie ist, an Weihnachten Geburtstag zu feiern? "Es ist kein ganzer Tag, der ist halt zerrissen", sagt sie. Nichtsdestotrotz ist ihr die Vorfreude auf ihren Geburtstag und das Weihnachtsfest anzuhören.

Ein Vorteil, wenn man am 24. Dezember Geburtstag hat: "Das Datum kann man sich merken", lacht Gabi Krös. Obwohl es ihrer Mutter schon einmal passiert sei, dass sie im Weihnachtsstress den Geburtstag der Tochter vergessen hat, erzählt die Pressatherin und lacht dabei. Ihre fünf älteren Geschwister finden sich ab Mittag bei ihr zu Hause ein und bleiben bis zum Nachmittag. Weil sie sich meistens schon am 23. Dezember freinimmt, erledigt sie ihre "Weihnachtssachen" schon einen Tag vor dem Heiligen Abend. So wird es auch heuer zu ihrem 38. Geburtstag gemütlich werden.

Feiern mit der Tochter

"Man gewöhnt sich dran", sagt Wolfgang Veigl-Meyer auf die Frage, wie es ist, an Heiligabend Geburtstag zu haben. "Es bleibt einem ja nichts anderes übrig, man kann sich seinen Geburtstag nicht aussuchen", lacht er. Und: "Von Klein auf kenne ich es so." Als Kind gab es in der Früh eine Kleinigkeit, ebenso abends vom Christkind. "Die Geschenkeflut wie es sie heute gibt, das war damals nicht so." Weiße Weihnacht sei da schon das Geschenk schlechthin gewesen.

Jetzt bekomme er von seinen vier Kindern zum Geburtstag Geschenke - "da freue ich mich schon ganz narrisch das ganze Jahr drauf", gesteht der Höflaser. Für die Weihnachtsgeschenke hat sich die Familie Veigl-Meyer etwas Besonderes einfallen lassen: Eltern und Kinder wichteln untereinander, das heißt jeder muss sich nur für ein anderes Familienmitglied um ein Geschenk kümmern. Zu Kinderzeiten seien für ihn und seine beiden Geschwister Kaufladen, Christbaum und Krippe das Größte gewesen. In seinen 50. Geburtstag hat Wolfgang Veigl-Meyer rein gefeiert - und zwar mit dem Geburtstag einer seiner Töchter: Sie ist am 23. Dezember geboren.
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