14.02.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

"Hollerhöfe"-Mitarbeiter wehren sich gegen fristlose Kündigung Aus allen Wolken gefallen

Trotz ihrer fristlosen Kündigung wollen die drei Initiatoren der Betriebsratswahl bei den "Hollerhöfen" heute an der Wahl des Wahlvorstandes teilnehmen. "Wir fahren auf jeden Fall dorthin", kündigt eine der Betroffenen an.

"Es hat keine Abmahnungen oder sonstige Vorfälle gegeben, die einen solchen Schritt ansatzweise rechtfertigen würden." Zitat: Rainer Reißfelder, Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Waldeck. Sie und ihre beiden Kollegen haben eine Kündigungsschutzklage eingereicht und eine einstweilige Verfügung beantragt. Diese sollte klären, ob das Trio durch die fristlose Kündigung überhaupt wahlberechtigt sei, erläutert Rainer Reißfelder.

Die Entscheidung dafür "ist aber erst für Freitag terminiert", bedauert der Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten in Regensburg am Dienstag. Das heißt: Die drei Mitarbeiter dürfen nicht dem Wahlvorstand angehören, sie können aber für den Betriebsrat, der sich aus einer Person zusammensetzen wird, kandidieren. Reißfelder hatte mit den drei Mitarbeitern "Hollerhöfe"-Chefin Elisabeth Zintl am Montag vergangener Woche über die beabsichtige Betriebsratsgründung informiert. Am Mittwoch beziehungsweise am Donnerstag stellte ihnen der Gerichtsvollzieher die fristlose Kündigung zu.

In keinem der Schreiben werde ein Grund genannt, berichtet Reißfelder. Auf die Begründung, die spätestens beim Gütetermin dem Arbeitsgericht vorgelegt werden müsste, sei er gespannt. Alle drei Mitarbeiter, die seit dreieinhalb, fast zwei Jahren und einem halben Jahr bei den "Hollerhöfen" angestellt sind, und der Gewerkschafter betonen: Es habe in dieser Zeit keine Abmahnungen oder sonstige Vorfälle gegeben, die einen solchen Schritt ansatzweise rechtfertigen würden. Laut Reißfelder dürften ohnehin zwischen "ursächlicher Handlung und Kündigung nur zwei Wochen liegen".

Im vergangenen Oktober sei mit der Chefin schon einmal über die Gründung eines Betriebsrates gesprochen worden, erinnert sich eine der Initiatoren. Es sollte eine Lösungsmöglichkeit sein, die Probleme bei der Arbeitszeit- und Urlaubsplanung aus der Welt zu schaffen. Seitdem sei offenbar toleriert worden, dass die Mitarbeiter über eine Gründung nachdenken.

Als dann die Kündigung kam, sei sie "aus allen Wolken gefallen". Auch ihre Kollegin hatte damit überhaupt nicht gerechnet. Ihr sei zuvor sogar noch eine bezahlte Fortbildung angeboten worden.

Trotz alledem wollen die drei heute dabei sein und weiterhin bei den "Hollerhöfen" arbeiten. "Wir stehen zum Betrieb." Keiner von ihnen wolle jemandem schaden. "Wir wollen nur die Arbeitnehmerrechte stärken, nichts anderes." Das sei nichts Ungesetzliches. Daher möchte Reißfelder auch am Fahrplan festhalten, der die Wahl des Betriebsrates für Donnerstag, 23. Februar, vorsieht.

Es hat keine Abmahnungen oder sonstige Vorfälle gegeben, die einen solchen Schritt ansatzweise rechtfertigen würden.Rainer Reißfelder, Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

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