05.04.2018 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Jagdgenossenschaft Guttenberg blickt auf ruhiges Jahr mit guten Abschusszahlen Wegebau bleibt auf der Strecke

Guttenberg. Sowohl Vorstand als auch Jagdgenossen zeigten sich in der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft zufrieden. Einigkeit besteht auch bei der Verwendung des Jagdpachtschillings.

von Hans LukasProfil

Jagdvorsteher Johann Reindl stellte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten heraus. Es musste lediglich eine Vorstandssitzung abgehalten werden und weder Wegebaumaßnahmen noch das Ausputzen von Gräben war erforderlich. Die Gemeinschaft schaffte sich sieben Weidezaungeräte an, wobei sechs davon zum Einsatz kamen.

Für die Ausbesserung von kleineren Schäden an Wegen stehe im Steinbruch von Guttenberg Material zur Verfügung. "Der Abschussplan ist gegenüber dem vergangenen Jahr gleich geblieben", erklärte Reindl. Heuer werde zudem eine Begehung des Jagdreviers mit dem AFL angeboten. Interessenten sollen sich beim Jagdvorstand melden.

Eingehend auf den Wegebau der Steinwaldallianz teilte der Jagdvorsteher mit, dass die Mittel aus dem ALE-Verfahren Kernwegenetz sehr spärlich laufen würden. "Im gesamten Gemeindebereich Kemnath wird in diesem Jahr wahrscheinlich keine Maßnahme umgesetzt." Die Versammlung stimmte dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Jagdpachtschillings zu, 3000 Euro für den Wegebau zurückzulegen und den Rest einzubehalten. Außerdem soll ein weiteres Weidezaungerät angeschafft werden.

Jagdpächter Rainer Bayer nannte die Abschusszahlen. Gemäß dem Abschussplan wurden 15 Stück Rehwild erlegt. 19 Schwarzwild und 3 Stück Rotwild wurden zur Strecke gebracht. An Raubwild sind 9 Füchse, 2 Marder und 5 Rabenkrähen gefangen beziehungsweise erlegt worden. Hier galt der Dank seinen Mitjägern Andreas Eberl und Peter Götzel, "die wesentlich an den Abschusszahlen mitgewirkt haben". Gerne hätte er mehr Schwarzwild erlegt. Daran arbeite er in Zukunft verstärkt. Reindl bat die Jagdgenossen, sich zu melden, wenn es Bedarf für das Ausputzen von Gräben gebe. Weiter sollten Änderungen, die das Jagdkataster betreffen, an ihn weitergegeben werden.

Kinder- und Jugendnachmittag geplant

Im zweiten Teil seines Berichts ging Jagdpächter Rainer Bayer auf allgemeine Jagdthemen ein. Im Bezug auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) meinte er, dass es die Jäger mit dem Abschuss des Schwarzwilds richten sollen. "Es ist zwar der Abschuss auf 70 Prozent des Gesamtbestands erhöht worden, jedoch stellt sich die Frage, wie das geschehen soll." Zudem verwies er darauf, dass die ASP nicht das Schwarzwild nach Europa gebracht habe, sondern der Mensch.

"Viel Brisanz" stecke im Thema Wolf. Dieser sei ein Raubtier, das weder vor Wild noch Tieren auf der Weide halt mache. Die Politik sei gefordert, die richtigen Schritte einzuleiten. Der Jagdpächter ging auch auf die Drückejagden im Staatsforst ein. Die letzte war im Dezember. Die Jäger würden solche Aktionen begrüßen. Es sei an drei Tagen gejagt worden. Heuer sollen es sogar sechs Tage sein. Am 17. November sei das Grenzgebiet der Jagdgenossenschaft Guttenberg betroffen. Allen Jagdgenossen und Anwohnern riet Bayer, sich an diesem Tag nicht im Wald, speziell im südöstlichen Grenzverlauf, aufzuhalten.

In Jagd-Fachzeitschriften werde immer wieder auf die Abhaltung von "Waldtagen" oder "Naturerlebnistagen" verwiesen. Daher plane er, im Revier einen "Kinder- und Jugendnachmittag" abzuhalten. Ziel sei es, den Teilnehmern zu vermitteln, "dass der Jäger nicht der ist, der die Rehlein erschießt und nur die Wege kaputt macht, sondern die ehrenamtliche Tätigkeit im Einklang mit der Natur geschieht". Sobald das Programm stehe, werde sich Baier mit den ortsansässigen Vereinen in Verbindung setzen und den genauen Termin festlegen. (hl)

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