27.04.2016 - 02:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Jessika Wöhrl-Neuber leitet Familienzentrum seit über einem Jahr Mittendrin in der Gesellschaft

Vor vier Jahren hat der Kinderschutzbund Kemnath das Familienzentrum Mittendrin gegründet. Mittlerweile hat die Stadt die Trägerschaft übernommen. Sozialpädagogin Jessika Wöhrl-Neuber leitet es seit über einem Jahr mit großem Engagement. Mehrere ehrenamtliche Helfer unterstützten sie dabei.

Beim Bemalen von Holzblumen und beim Blütenbasteln ließen die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf. Bilder: jzk (2)
von Josef ZaglmannProfil

Unter dem Motto "Frühlingserwachen" feierte das Familienzentrum Mittendrin am Sonntag mit der Stadtbücherei ein buntes Familienfest. "Unser Zentrum hat in letzter Zeit einen riesengroßen Wachstumsschub gemacht", berichtete Wöhrl-Neuber den vielen Gästen im neuen Kursraum. Das ehemalige Einzimmerappartement hat der Städtische Bauhof umgebaut. Es bietet jetzt Raum für Kurse, die sonst im Mittendrin nicht stattfinden könnten.

In Kemnath werde "sehr viel dafür getan, um dem gefürchteten demografischen Wandel ein Schnippchen zu schlagen", meinte die Leiterin. "Wir wollen zeigen, dass die Kinder mittendrin in der Gesellschaft sind und dass Familien jeden Tag eine große Arbeit vollbringen und sie dabei auch Unterstützung und Anerkennung brauchen." Im Mittendrin könnten sie sich mit Gleichgesinnten treffen, Erfahrungen austauschen und Anregungen holen. Ihr Dank galt den vielen Ehrenamtlichen, ohne die diese Einrichtung nicht überleben könnte.

Nach der Segnung des neuen Kursraums durch die Pfarrer Konrad Amschl und Dirk Grafe würdigte dritte Bürgermeisterin Heidrun Schelzke-Deubzer das rege kreative Miteinander und das "barrierefreie Denken und Handeln" bei vielen interkulturellen Aktivitäten.

Anschließend präsentierte Wöhrl-Neuber die ersten bemalten Stühle von Kemnaths KinderKunst, einem Projekt mit dem Kreativladen Rote Katze Bayreuth. Bei ihrer vorherigen Tätigkeit im Kreativladen habe sie "zum ersten Mal gesehen, wie man alte Stühle so wunderbar auffrischen kann." Finanziell hatte die Polizeiinspektion Kemnath das "Stuhl-Projekt" ermöglicht. Erster Polizeihauptkommissar Bernhard Gleißner hatte dazu die Einnahmen von 600 Euro aus einem Kuchenbuffet bei der Einweihung des renovierten Polizeigebäudes zur Verfügung gestellt. Bürgermeister Werner Nickl steuerte ausrangierte Stapelstühle aus der Mehrzweckhalle bei.

"Die kooperative Verschönerungsaktion war keine leichte Arbeit", berichtete Jessika Wöhrl-Neuber. Die alten Stühle mussten abgeschmirgelt, ausgekittet, grundiert, lackiert und mit dem Motiv bezogen oder bemalt sowie mit sieben Lackschichten überzogen werden, um jeder Beanspruchung standzuhalten. "Diese Stühle sind ein Beispiel für soziale Kreativität", meinte Heidrun Schelzke-Deubzer. Jeder könne für eine angemessene Spende so einen individuell gestalteten Stuhl bestellen, ergänzte Wöhrl-Neuber.

Unter dem Beifall der Gäste überreichte sie je ein Exemplar an Polizeichef Gleißner für die Inspektion Kemnath, an Schelzke-Deubzer und Reinhard Herr für die Stadt Kemnath und an Claudia Hahne für ihre Haarmacherei. Weiter waren zu bewundern: der deutsch-syrische Freundschaftsstuhl für die Aktion "Kemnath hilft zsamm", der Tolerance-Stuhl als Puzzle der Religionen für die Kunstakademie Nürnberg, der Tutti-Frutti-Stuhl, der für einen Obst- und Gemüsehändler prädestiniert ist, und der Mittendrin-Stuhl samt Logo.

Gerne folgten die Gäste der Einladung, die Räume zu besichtigen. Für die Kinder gab es kreative Angebote im Familienzentrum und in der Stadtbücherei wie Bemalen von Holzblumen, Blütenbasteln, Spiele auf dem Rathausplatz, eine Pippi- Langstrumpf-Ralley rund um den Rathausplatz sowie ein Quiz und Gestalten von Lesezeichen. Im Besprechungszimmer lud Robert Neuber zu einer Familienfoto-Aktion ein. Im Peter-Hofmann-Raum las Kerstin Graf Astrid-Lindgren-Geschichten vor. In der alten Hausmeisterwohnung stärkten sich Groß und Klein mit Kaffee und Kuchen.

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