09.03.2018 - 20:00 Uhr
Kemnath

JU besichtigte Bäckerei Bayer Afrikaner im Top-Team

Viel gesehen haben die Mitglieder der Jungen Union Kemnath, CSU und Frauen-Union bei der Besichtigung der örtlichen Bäckerei Bayer. Konditormeister Elmar Bayer führte die Besucher durch die Räumlichkeiten und erläuterte den täglichen Produktionsprozess.

"Eine kleine Bäckerei muss flexibel produzieren, um gegen Großkonzerne bestehen zu können", betonte Bäckermeister Elmar Bayer (rotes T-Shirt) gegenüber seinen Gästen von Junger Union, CSU und Frauen-Union. Bild: jzk
von Josef ZaglmannProfil

Die Christ-Sozialen staunten nicht schlecht, welchen Anforderungen die Mitarbeiter standhalten müssen. Bereits in der Winterzeit herrschen sommerliche Temperaturen in der Bäckerei. Die tägliche Arbeit beginnt um 2 Uhr. "Das ist für junge Nachwuchskräfte häufig ein Problem" wusste Bayer. Auch deshalb werde der Fachkräftemangel an seinem Unternehmen nicht spurlos vorübergehen. "Ab und zu fehlt es den jungen Menschen aber auch an der richtigen Arbeitseinstellung", monierte der Bäckermeister. Sehr gute Erfahrungen macht er dagegen mit einem Flüchtling aus dem Sudan, der bei ihm derzeit praktiziert. Dieser sei top-motiviert und habe eine überaus vorbildliche Arbeitseinstellung. Allerdings müsse sein afrikanischer Praktikant Deutschland 2019 verlassen, sofern seine Herkunft nicht gänzlich geklärt werden könne.

Chef und Belegschaft müssten ein Top-Team sein, um den Anforderungen gerecht zu werden, meinte Bayer. Disziplin sei zwar wichtig, jedoch habe er für viele Probleme oder Pflichtverletzungen seiner Belegschaft Verständnis. Dort, wo andere Unternehmen bereits abmahnten, sei er weitaus nachsichtiger. Seine Mitarbeiter genössen großes Vertrauen, denn auch in seiner Abwesenheit müsse die Produktion weiterlaufen.

Der Firmeninhaber führte weiter aus, dass sein Betrieb nicht auf Massenproduktion, sondern auf Qualität und somit kleinere Stückzahlen setzt. Sämtliche Produkte werden selbst noch per Hand oder teilautomatisiert angefertigt. "Ein Tag lässt sich dabei nicht mit dem nächsten vergleichen", meinte Bayer. Er müsse die Produktion nicht nur jeden Tag neu planen, sondern sich bei bestimmtem Gebäck auch auf mehrere Tage ausrichten. Nicht selten würden kurzfristig Torten oder andere Wünsche in Auftrag gegeben, die noch mit aufgenommen werden. Über leere Auftragsbücher kann sich der alteingesessene Kemnather Backbetrieb trotz konkurrierender Großunternehmen nicht beschweren. Vor nicht allzu langer Zeit sei die Bäckerei in den frühen Morgenstunden noch Anlaufstelle für Jugendliche gewesen, die auf dem Nachhauseweg von der Disco oder Feiern der Hunger plagte, berichtete Bayer. Auch die Besucher von JU, CSU und FU durften sich von der Qualität der frischgebackenen Waren überzeugen.

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