15.12.2017 - 20:10 Uhr
KemnathOberpfalz

Kemnather Sebastian Ponnath organisiert Auftritt der Regensburger Domspatzen Konzert für die Abi-Note

Mit Noten kennt sich Sebastian Ponnath aus. Seit 2010 singt er im Nachwuchschor der Regensburger Domspatzen. Wenn die jungen Sänger diesen Sonntag in seiner Heimatstadt auf- treten, dann geht es für den Kemnather allerdings auch um eine Note im Abi-Zeugnis.

Der Kemnather Sebastian Ponnath und seine Mitschüler Lukas Reindl, Vincent Tischler sowie Gabriel Probst (von rechts) haben es geschafft. Im P-Seminar haben sie für diesen Sonntag einen Auftritt des Nachwuchschors der Regensburger Domspatzen organisiert. Bild: exb
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Für Ponnath und seine Mitschüler Vincent Tischler (Dietfurt), Lukas Reindl (Regensburg) und Gabriel Probst (Waldkirchen) aus der Q 11 ist der Auftritt um 17 Uhr (Einlass ab 16 Uhr) in der Stadtpfarrkirche Teil ihres P-Seminars auf dem Weg zum Schulabschluss. Im Zuge dessen muss jeder Schüler ein Projekt erarbeiten. "Wir haben uns für ein Konzert entschieden", berichtet Ponnath. Die Projektarbeit müsse "praktisch fundiert sein", erläutert der 17-Jährige. So wäre es auch möglich gewesen, zum Beispiel die Plakate für Auftritte der Domspatzen zu gestalten.

Doch das Quartett zog es auf die Bühne. Anfang der Sommerferien begannen die Vier mit der Organisation. Neben der Klärung der Fragen "Wo und wann macht man es?" gehörte dazu auch: Wie soll die Kirche zusätzlich bestuhlt werden? Wie gestaltet man die Werbung? Wo bekommt man einen Bus für den Chor her und wo kann dieser in Kemnath parken? Wo ist zunächst das Kaffeetrinken, wenn der Chor am Sonntagnachmittag ankommt? Gibt es dort genügend Toiletten?

Dazu kam laut Ponnath die Suche nach Sponsoren. Nachdem der Nachwuchschor der Domspatzen bereits vor zwei Jahren in der Stadt, damals auf Einladung des Ritterbundes Waldeck, gastiert hatte, "haben alle Firmen gleich mitgezogen. Ansonsten hätten wir noch Eintrittskarten drucken lassen müssen." Da aber die Kosten gedeckt sind, ist der Eintritt frei. Spenden werden erbeten.

Auch die Helfer waren kein Problem. Eltern und Freunde seien gleich begeistert gewesen. "Die Verwandtschaft backt Kuchen und hilft bei der Essensausgabe." Erfreut ist der Elftklässler auch vom Engagement des Jugendtreffs, der beim Aufbau mit anpackt, "obwohl das eher weniger ihre Musik ist". Hier kommt dem 17-Jährigen wohl auch die Tatsache zugute, dass er jedes Wochenende nach Hause kommt, sofern keine Konzerte anstehen, und seine Kontakte pflegt. All die genannten und weitere Punkte waren mit der Schule abzuklären.

Quasi auf den letzten Drücker entstand die Begrüßungsrede der vier Gymnasiasten für das Kemnather Publikum. Unklar ist noch, wer sie halten wird. Ob einer alleine oder zusammen, "das machen wird spontan aus". Als Chorsprecher hat Ponnath ein gewisses Mitspracherecht bei der Programmgestaltung. "Man kann schon sagen, was die Leute gerne singen würden, die Lieder legt aber Chorleiterin Kathrin Giehl fest."

Wäre der Auftritt an diesem Sonntag ein "normales" Konzert, wäre Sebastian Ponnath sicherlich weniger aufgeregt. Neben den täglichen Proben geben er und seine Mitsänger derzeit wöchentlich zwei Konzerte und gestalten zusätzlich ein Kapitelsamt im Dom. Durch diese Routine "tut man sich da weniger ab", aber jetzt "geht es ja auch um eine recht gewichtige Abi-Note".

Das Programm

Mit "Rorate coeli - Tauet Himmel" ist das Konzert, das der Nachwuchschor der Regensburger Domspatzen mit einem Streichterzett in der Stadtpfarrkirche gibt, überschrieben. Aus der Sicht eines Hirtenjungen auf den Feldern von Bethlehem werden die alttestamentlichen Prophezeiungen, die auf den Retter der Welt verweisen, musikalisch aufgegriffen.

Es erklingt die alte Bitte "Rorate coeli desuper - Tauet Himmel, den Gerechten!", die mit dem Ruf "Machet die Tore weit" der Telemannschen Kantate intensiviert wird. Franz Commers Werk "Jerusalem, Freude ward dir verheißen" mündet in Wolfgang C. Briegels Kantate "Freuet euch im Herrn allezeit" für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo.

Maria als Mutter des Herrn steht im Zentrum des Heilsgeschehens. Ihr "Magnificat" stellt die Verbindung zwischen Altem und Neuem Testament dar. Der letzte Konzertteil rückt die Hirten in den Mittelpunkt. John Rutters "Angels' Carol" schildert die Erscheinung der Verkündigungsengel. Die Erfüllung der Adventszeit, die "Heilige Nacht", wird als Schlussstück in einer Bearbeitung von Kathrin Giehl für siebenstimmigem Chor, Solisten und Instrumente musiziert. (jzk)

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