04.04.2018 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Kirchenkonzert mit Teresa Hoerl Tröstende Töne

Ein besonderes Ostergeschenk macht Teresa Hoerl der Pfarrgemeinde, in der sie Taufe, Erstkommunion und Firmung erleben durfte. Die Kemnather Sopranistin gibt ein mitreißendes Konzert in der Stadtpfarrkirche.

Der Organist Jakob Pohl begleitete Teresa Hoerl nicht nur bei ihren Arien und Liedvorträgen, sondern auch bei ihrem Geigenspiel. Bild: jzk
von Josef ZaglmannProfil

Bei freiem Eintritt hatte Teresa Hoerl am Ostermontag zum Konzert in die Stadtpfarrkirche eingeladen. Zum Thema "Auferstehung-Morgen" hatte sie mit dem Organisten Jakob Pohl, einem Groß-Cousin, ein abwechslungsreiches Programm erarbeitet.

Schon mit dem Klagelied "Lasciar chío pianga" ("Lass mich mein trauriges Schicksal beweinen") aus der Oper "Rinaldo" von Georg Friedrich Händel zog sie die zahlreichen Zuhörer in ihren Bann. Nicht weniger ergreifend war das "Stabat mater" von Giovanni Battista Pergolesi, das der italienische Komponist wenige Wochen vor seinem allzu frühen Tod mit 26 Jahren komponiert hatte.

Bei "Abendempfindung an Laura" ("Abend ist's") von Wolfgang Amadeus Mozart gelang es der Sängerin mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, den Zuhörern die sentimentale Melancholie, das Vergehen von Zeit und Leben zu vermitteln. Wie tröstlich war die darauf folgende Arie "Ich weiß, dass mein Erlöser lebet" aus dem Oratorium "Der Messias" von Händel. Auch hier erwies sich Jakob Pohl als einfühlsamer Begleiter, der die Register der Kirchenorgel für die verschiedenen Klangfarben sehr gut einzusetzen wusste.

Das galt auch für seine beiden Solostücke. Bei der Psalmhymne "An Wasserflüssen Babylon" von Johann Sebastian Bach hob er die Melodie des Chorals in der Tenorstimme so gekonnt hervor, dass sie der aufmerksame Zuhörer im vierstimmigen Stimmengeflecht immer deutlich vernehmen konnte. Die Setzeranlage der Sandtner Orgel kam ihm dabei sehr zugute. Auch die Sonate in d-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy, basierend auf dem Bach-Choral "Vater unser im Himmelreich" gelang dem in Waldershof geborenen Organisten recht gut. Faszinierend war seine Registrierung bei der Begleitung von "Pie Jesu" ("O gütiger Jesus, der du hinwegnimmst die Sünden der Welt") aus dem "Requiem" von Andrew LLoyd Webber. Bei den hohen Tönen konnte Hoerl ihre voluminöse Stimme voll zur Geltung bringen. Dass sie mit dem "Ave Maria" von Colin Mawby auch einen zeitgenössischen Komponisten in ihr Programm aufgenommen hat, verdient besondere Anerkennung.

Bei zwei Sätzen aus dem Konzert für Violine in G-Dur des deutschen Violinisten und Komponisten Oskar Rieding stellte die gebürtige Kemnatherin eindrucksvoll unter Beweis, dass sie nicht nur eine hervorragende Sängerin, sondern auch eine gute Geigenspielern ist. Zu "Der Heiland erstand", bei dem alle Konzertbesucher mitsingen durften, hatte sie sich eine klangvolle Überstimme ausgedacht.

"Auf uns sinkt des Glückes stummes Schweigen" endete das Sololied "Morgen" von Richard Strauß, bei dem Hoerl ihre hohe Pianokultur zeigen konnte. Dass sie das Vorspiel mit ihrer Geige meisterte, gab ihrem Liedvortrag noch eine ganz besondere Note. Stehende Ovationen belohnten die beiden Künstler für ihr eindrucksvolles Konzert.

Als der Beifall nicht enden wollte, kamen sie von der Orgelempore herunter und sangen vor dem Volksaltar als Zugabe noch ein österliches "Halleluja" aus dem Münchner Kantorale. Dass sie einen Teil der freiwilligen Spenden der Konzertbesucher für die Kemnather Stadtpfarrkirche zur Verfügung stellten, war eine noble Geste, für die sich Stadtpfarrer Konrad Amschl bedankte.

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