24.03.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Klaus Schwaab spricht über Imagepflege in der Landwirtschaft: Bauern sollen vom Papst lernen

Was denkt die Bevölkerung über die Landwirtschaft? Wie ist ihr Ruf, ihr Gesamteindruck, welches Image besitzt sie? Fragen, auf die Klaus Schwaab von der Katholischen Volkshochschule Feuerstein bei der Versammlung des Rings junger Landwirte eine Antwort gibt.

Diplomagraringenieur Klaus Schwaab (rechts) forderte Transparenz, einen offenen Dialog und eine bessere eigene Darstellung der Landwirtschaft in den Medien. Bild: bkr
von Bernhard KreuzerProfil

In einem lebhaften Vortrag hielt Schwaab zunächst fest, dass der Begriff "Image" keine objektive Beschreibung, sondern eine individuelle Bewertung darstellt. Dies zeige sich deutlich bei der Frage: Wie denkt der Verbraucher über die Landwirtschaft? Gegenüber dem hohen Vertrauen bei der älteren Generation sinkt dies mit abnehmendem Alter in erheblichem Maße. Eine Studie aber kommt zu den Schluss, dass die deutschen Landwirte die Bevölkerung mit guten Nahrungsmitteln versorgen und ein großes Ansehen genießen.

Aber: Das Interesse an der Landwirtschaft liegt bei Menschen über 60 bei 60 Prozent, bei der Jugend gerade noch bei 23 Prozent. Der Referent analysierte deshalb die Quellen, aus denen die einzelnen Bevölkerungsschichten ihre Informationen beziehen. Fernsehen und Schule nehmen weiterhin einen großen Stellenwert ein. Aber um junge Menschen zu erreichen "müssen wird uns stärker dem Medium Internet zuwenden".

Schwab forderte auf, die Meinung der Verbraucher ernst zu nehmen, mit ihnen in einen offenen Dialog zu treten und keine Verteidigungshaltung zu beziehen. Ein Dialog auf Augenhöhe sei gefragt. Gute Kommunikation sei Dreh- und Angelpunkt. Themen gebe es viele. Sie reichten vom umweltbewussten Wirtschaften, Verzicht auf Gentechnik, Tierwohl, von der Nachhaltigkeit bis zum Klimawandel. Anhand von Grafiken veranschaulichte der Diplomagraringenieur die durch Alter und der Bildung veränderten Wahrnehmungen. Deutlich machte er dies bei den Veganern. Ihr großer Zulauf hängt auch vom großen Defizit bei der Frage Tierwohl ab. Zweidrittel der Veganer sind weiblich, der Anteil der Veganer steigt mit dem Bildungsstand.

Die Informationen werden hauptsächlich über Online über Blogs, Artikel oder -Filme bezogen. "Hier müssen Landwirte unterwegs sein", appellierte Schwaab. Veganer einfach als "Spinner" abzuqualifizieren, sei falsch. Das enorme Defizit zwischen gewünschten und tatsächlichen Eigenschaften sei zu vermitteln.

Gute Beispiele für Schwaab waren die evangelische Theologin Margot Käßmann und Papst Franziskus. Käßmann gestand ihre Alkoholfahrt gleich ein und zog die Konsequenzen. Papst Franziskus will beim Volk sein, mit ihm reden und Dialoge führen. Probleme dürften nicht schöngeredet, schwarze Schafe nicht gedeckt werden. Verstöße müssten "gnadenlos" geahndet werden.

Der Redner stellte den Satz: "Der Verbraucher hat immer recht", in den Mittelpunkt. Dazu gehöre eine ehrliche Transparenz und Kommunikation. So könne auch vermittelt werden, dass Landwirte keine Klimasünder, sondern Klimaschützer sind.

 

 

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