21.03.2018 - 20:10 Uhr
Kemnath

Kreisjugendring informiert Betreuer über Aufsichtspflicht Obacht beim Aufpassen

Wie sieht die Aufsichtspflicht bei Leitung einer Kinder- oder Jugendgruppe aus? Wer ist haftbar und muss für einen Schaden aufkommen? Können ehrenamtliche Betreuer Jugendlicher angezeigt werden? Und wann beginnt überhaupt die Aufsichtspflicht? Antworten gab es beim Seminarabend "Grundzüge der Aufsichtspflicht" des Kreisjugendrings. Vom Vorsitzendem Jürgen Preisinger erfuhren die rund 30 Teilnehmer im Jugendtreff, was alles auf einen Betreuer zukommen kann. Die Fragen der Zuhörer zeigten, dass sich schon viele gedanklich damit auseinandergesetzt haben.

Jürgen Preisinger (links) erläuterte, was es bei der Aufsichtspflicht alles zu beachten gibt. Bild: exb
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Prinzipiell gilt: Wer die Aufsicht über Kinder oder Jugendliche übernimmt, ist zum großen Teil dafür verantwortlich, dass ihnen nichts passiert und von ihnen auch keine Gefahr ausgeht. Laut Preisinger kann eine Aufsichtspflicht durch Gesetz oder Vertrag erteilt werden, aber auch durch konkludentes Verhalten von Eltern (schlüssiges Handeln, bei dem der Wille klar erkennbar ist).

Auch Minderjährige können eine Kindergruppe leiten. Hier muss der Verein oder Träger der Maßnahme abwägen, ob derjenige auch dazu imstande ist. Einen Schwerpunkt legte Preisinger auf die Umsetzung der Aufsichtspflicht: "Gesetzlich ist darüber nichts bestimmt." Der Grad der Beaufsichtigung hänge von vielen Faktoren wie Alter der Kinder und der Art der Betätigung ab. "So ist bei einem Aufenthalt an einem Badesee weit mehr Vorsorge zu treffen als beim Besuch im Hallenbad." Der Redner machte den Betreuern Mut: "Wer nach bestem Wissen und Gewissen seiner Aufsichtspflicht nachkommt, braucht keine Angst vor einer Haftung zu haben."

Ein heikles Thema sei das "nach Hause schicken" von Teilnehmern. Man sollte es nicht aus der Einverständniserklärung über die Übernahme der Aufsicht herausnehmen. "Aber es ist nicht so leicht, es umzusetzen. So müsse gewährleistet sein, dass weiterhin eine gewisse Aufsicht auf der Heimfahrt vorliegt, mahnte Preisinger. Er widmete sich auch der Rechtsfolge nach einem Schadensfall. Es könne zu Schadensersatzforderungen, aber auch zu strafrechtlichen Konsequenzen kommen. Es gebe die Beweisumkehrpflicht: Der Leiter müsse nachweisen, dass er die Aufsichtspflicht erfüllt hat oder der Schaden bei entsprechender Aufsicht passiert wäre. Jugendleiter beim Kreisjugendring seien für fahrlässig verursachte Schäden versichert.

Zum Schluss erhielten die Teilnehmer eine Broschüre mit den wichtigsten Informationen und Hintergründen über Aufsichtspflicht und Haftung. Preisinger dankte allen ehrenamtlichen Betreuern für ihre Arbeit, mit der sie einen wertvollen Dienst für die Gesellschaft leisten.

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