19.10.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Manfred Häfner beim Seniorenclub Kemnath über Vorsorge im Alter Gut vorsorgen

Was ist, wenn jemand durch Krankheit oder Unfall nicht mehr rechtsverbindliche Entscheidungen treffen kann? Wer darf dann für ihn handeln? Wie kann man richtig vorsorgen? Die Antworten weiß Manfred Häfner.

"Sorgen Sie gut für Notsituationen im Alter vor", forderte Manfred Häfner (links) seine Zuhörer im Foyer auf. Bild: jzk
von Josef ZaglmannProfil

Der Mitarbeiter der Betreuungsstelle im Landratsamt Tirschenreuth sprach beim Seniorenclub im Foyer über "Vorsorge im Alter". Wenn jemand seine Angelegenheiten nicht mehr selber regeln könne, kann das Amtsgericht einen Betreuer bestellen, erklärte Häfner. Dieser kümmere sich um persönliche, rechtliche und finanzielle Dinge. Werde durch eine Vorsorgevollmacht selbst ein Menschen des Vertrauens ausgewählt, müsse das Gericht im Ernstfall keinen Betreuer bestellen, was wiederum Kosten spare, fasste der Diplom-Sozialpädagoge zusammen. Die Vollmacht müsse jedoch im Original vorlegt werden. "Ratsam ist es, die eigene Unterschrift beglaubigen zulassen." Das übernehmen die Betreuungsstelle gegen eine Gebühr von zehn Euro oder ein Notar.

Häfner verwies darauf, dass die Vorsorgevollmacht zur Entgegennahme, zum Öffnen und Anhalten der Post sowie zur Entscheidung über den Fernmeldeverkehr berechtigt. Dies gelte auch für E-Mails, Telefonanrufe und das Abhören von Anrufbeantwortern und der Mailbox. Bevollmächtigte dürften unabhängig auf sämtliche Daten im Internet, insbesondere Benutzerkonten, zugreifen und entscheiden, ob diese Inhalte beibehalten, geändert oder gelöscht werden sollen oder dürfen. "Eine Patientenverfügung bezieht sich auf medizinische Maßnahmen und steht meistens im Zusammenhang mit der Verweigerung von lebensrettenden Maßnahmen", verdeutlichte Häfner. Sie bestimme, was Ärzte bei lebensbedrohlichen Krankheiten machen dürften und was nicht. Familie, Bevollmächtigte der Betreuer sollten aber wissen, wo diese Patientenverfügung liegt. Eine Betreuungsverfügung legt den gewünschten gesetzlichen Vertreter fest oder schließt Personen davon aus. Diese werde benötigt, wenn das Betreuungsgericht über eine rechtliche Betreuung entscheiden muss, betonte der Referent. Der eingesetzte Betreuer wird vom Gericht kontrolliert. Zweiter Bürgermeister Hermann Schraml dankte Häfner mit einem Präsent.

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