06.09.2017 - 20:00 Uhr
KemnathOberpfalz

Probeessen des HAK für den Luther-Zoigl im Oktober Speisen wie Reformator

Eine ausgefallene Aktion hat sich der Heimatkundliche Arbeits- und Förderkreis Kemnath (HAK) im Reformationsjahr ausgedacht. Am Samstag, 7. Oktober, lädt Vorsitzender Hans Rösch um 19 Uhr Interessierte zum Luther-Zoigl in das Musikeum ein. Dabei wird der evangelische Pfarrer Dirk Grafe einige Tischreden von Martin Luther vortragen.

Anita und Anton Heindl hatten Anna-Müller Rösch, die beiden Paffer Dirk Grafe und Konrad Amschl und Hans Rösch (von rechts) zum Probeessen eingeladen. Anneliese Scherm (links) half beim Kochen. Bild: jzk
von Josef ZaglmannProfil

"Wenn sich im Hause Martin Luthers die Familie am Tisch versammelte, um das ziemlich üppige Mahl einzunehmen, gesellten sich Verwandte, Studenten, Freunde und Reisende als Gäste dazu", erklärte der Seelsorger bei einem Vorgespräch. Es begannen dann lebhafte Gespräche. Einige Gäste schrieben mit und veröffentlichten diese Unterhaltungen, hauptsächlich über theologische und kirchliche Themen.

Beim ersten Kemnather Luther-Zoigl sollen die Gäste auch mit typischen Speisen aus der Luther-Zeit bewirtet werden. Dazu recherchierte Museumsleiter Anton Heindl im Internet und fand einige Speisen aus Katharina von Boras Küche mit Rezepten und genauen Anleitungen zur Zubereitung. Um zu testen, wie diese Speisen schmecken, lud er Rösch, dessen Frau sowie die beiden Pfarrer Dirk Grafe und Konrad Amschl zu einem Probeessen ein. Anita Heindl und Anneliese Scherm hatten ein Drei-Gänge-Menü zubereitet. Als Vorspeise gab es eine Lombardische Suppe. "Das ist eine Fleischbrühe mit Karotten, Butter, Thymian, Salz, Pfeffer, geriebenem Emmentaler, Zimt, Safran, Muskat und Eigelb", erklärte Anita Heindl. Hauptspeise war ein deftiger Schmortopf mit Rindfleisch. Dazu servierten die beiden Köchinnen Mönchskuchen. Nonnenfürze bildeten als Nachspeise den Abschluss des Luther-Mahls. Ein lustiges Sprichwort, das auf dem 16. Jahrhundert überliefert ist, besagt: "Nonnenfürtz sind des Teuffels blassbälck." Zum Trinken schenkte der Hausherr süffiges Zoigl-Bier von der Klosterbrauerei Kemnath aus.

Während des Essens erzählte Grafe Einzelheiten zum Thema "Essen zu Luthers Zeiten". Der Reformator sei kein Kostverächter gewesen, "nicht beim Essen und auch nicht beim Trinken". Bierbrauen sei zumeist Frauensache gewesen. Es gehörte zur Hauswirtschaft wie Kochen und Backen. "Auch die Lutherin Katharina von Bora wusste gutes Bier zu brauchen." In Wittenberg braut eine ihrer Nachfahrinnen in 14. Generation heute noch das Katharinenbier. Man sollte auch heute noch Luthers Rat befolgen: "Trinken ohne Durst, Studieren ohne Lust, Beten ohne Innigkeit sind verlorene arebeyt (Arbeit)."

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